ABROTANUM

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Abrotanum

Ursubstanz:

Systematik: Plantae - Magnoliophyta - Magnoliopsida / Dicotyledonae -> Asteridae - Asterales - Asteraceae/ Compositae - Artemisia abrotanum/ Abrotanum
Der Korbblütler Artemisia abrotanum wird zu deutsch Eberraute oder Stabwurz genannt.
Synonyme: Artemisia abrotanum (gesetzlicher Hauptname)
Abkürzung in der Homöopathie: Abrot.

Thema:

An das Mittel Abrotanum muss man in erster Linie denken, wenn ein Fall von Metastasieren oder Alternieren zwischen verschiedenen Krankheitserscheinungen besteht. Beispielsweise:

  • Kopfschmerzen wechseln ab mit Hämorrhoiden
  • Entzündung der Parotis verlagert sich auf die Hoden oder die Brustdrüsen (PULSATILLA)
  • Hämorrhoiden alternieren mit Rheumatismus
  • Rheumatismus alterniert mit Diarrhö oder Dysenterie
  • Diarrhö wechselt mit Verstopfung ab

Bei Abrotanum-Patienten führt Diarrhö zu einer beträchtlichen Besserung, solange er weiche Stühle hat, fühlt er sich wohl.
Ein weiteres Merkmal bei diesem Mittel ist eine schnelle Abmagerung, die an den unteren Extremitäten beginnt. Das Gesicht ist zuletzt betroffen. Die Nahrungsassimilation ist gestört. Abrotanum ist hier ein Hauptmittel. Die Abmagerung von Abrotanum-Patienten vollzieht sich, obwohl der Appetit übermäßig ist und der Patient viel isst.
Auch die Schwäche ist eine Keynote dieser Patienten. Sie werden unfähig zu stehen oder den Kopf aufrechtzuhalten. Dieser Zustand kann doch viele andere Erkrankungen begleitet werden, z.B. chronische Tuberkulose oder kanzeröse Peritonitis mit vergrößerten Abdominaldrüsen. Die Schwäche kann auch nach einer Influenza auftreten, besonders bei Kindern.
Abrotanum ist ein Spezifikum bei Nabelabsonderungen bei Neugeborenen mit Austreten einer serösen oder blutigen Flüssigkeit.
Der Abrotanum-Patient ist im Allgemeinen eine zornige, boshafte und zu einem gewissen Grad grausame Person. Ist ständig schlecht gelaunt, mürrisch und ungesellig. Wenn er seinen Zorn nicht zurückhält, kann er auch gewalttätig werden. Andererseits sind sie ängstliche und besorgte Menschen, die mit der Angst leben, dass ihr Gehirn die Kraft verliert und sie senil werden.
Diese Kinder sind reizbar, widerspenstig und melancholisch. Vermeiden den Kontakt mit anderen. Fühlen sich träge, mutlos und begreifen nur langsam.

Leitsymptome:

SCHLÜSSELSYMPTOME nach BOGER

REGION:

Nerven.

Ernährung

Venen


SCHLECHTER

Kalte Luft. Nässe.

Unterdrückte Absonderungen.

Nacht. Nebel.

BESSER

Dünner, weicher Stuhl (Nat-s. Zinc.).

Bewegung.


Taubheitsempfindungen, Schwäche, Zittern und Parese. [Kann den Kopf nicht aufrecht halten.] Exsudationen, in die Pleura, Gelenke, aus dem Nabel, usw. Metastasen - nach Zurücktreten von Gicht, usw. Abwechselnde Zustände; Hämorrhoiden mit Rheumatismus (Coll. Sabin.). Rheumatismus, nach Diarrhoe. Abmagerung; aufsteigend; der Beine.

Übelgelaunte, reizbare Kinder. Blasses hohläugiges, alt aussehendes Gesicht. Erweiterte Venen; an der Stirn. Nasenbluten; Jugendliche. Erbricht viel übelriechende Flüssigkeit. Als schwämme der Magen im Wasser (BUFO). Aufgetriebenes Abdomen. Schmerzen im li. Ovar. Nächtlicher Rückenschmerz. Schwache Gelenke; kann den Kopf nicht aufrecht halten. [Gesicht kalt, trocken und faltig.] Kalte, prickelnde, taube Finger und Zehen. Schlaffe Haut. Heraustretende Hämorrhoiden; brennen bei Berührung.

Verwandt: CHINA, LEDUM.

Klinisches Bild:

Ätiologie:

Miasmatik:

Modalitäten:

Verschlimmerung:

  • Kalte Luft
  • Nässe
  • Nebel
  • Aufhören bzw. Unterdrückung von Absonderungen
  • insbesondere Diarrhoe
  • Nachts

Besserung:

  • Solange Durchfall besteht
  • Bewegung

Geistes- und Gemütssymptome:

Große Angst, Niedergeschlagenheit, verärgert, reizbar
Überlaunig und reizbar (marastische Kinder). Geistige Arbeit fällt schwer, als ob alle körperlichen und geistigen Kräfte erloschen wären. Hat das Gefühl etwas Böses, Grausames tun zu müssen. Abneigung gegenüber Menschen.

Allgemeinsymptome:

Charakteristische Symptome: (Schema Kopf zu Fuß)

Kopf:

Aufgrund eines Schwächegefühles im Hals kann der Kopf nicht aufrecht gehalten werden. Schwächegefühl (besonders in der linken Hälfte) des Gehirns. Geschwollene Stirnadern. (Teleangiektasien).

Augen:

Hohläugig, glanzlose Augen. Blaue Ringe um die Augen.

Ohren:

Nase:

Nasenbluten bei Knaben.

Gesicht:

Hämangion des Gesichts
Das Gesicht erscheint runzelig, trocken, blass. Akne, mit Abmagerung.

Mund:

Hals:

Brust:

Abdomen:

Aufgebläht, Patient kann sich kaum bücken oder gehen. Abwechselnd Diarrhoe und Verstopfung.
Der Abrotanum-Patient fühlt sich, auch wenn er an einer chronischen Diarrhoe leidet, im allgemeinen wohl. Auf das plötzliche Verschwinden der Diarrhoe - durch ein starkes Medikament oder etwas anderes - reagiert er äußerst empfindlich. Unmittelbar nach der Unterdrückung der Diarrhoe treten Hämorrhoiden, Magenschmerzen, rheumatischen Zuständen oder Herzbeschwerden auf. Wird die Diarrhoe zufällig oder infolge medizinischer Einwirkung, wiederhergestellt und wird sich das innerliche Problem daraufhin sofort besser. Hier ist Abrotanum das angezeigte Mittel. so Vithoulkas
Hämorrhoiden, häufiger Stuhldrang; leicht blutige Stühle.
Gefühl von harten Klumpen in verschiedenen Teilen des Abdomens. Flauer Schwächegefühl in den Därmen.
Absonderungen aus dem Nabel, besonders bei Neugeborenen.

Magen:

Der Magen fühlt sich an, als ob er im Wasser schwimmen würde. Verdauungsbeschwerden, mit Erbrechen großer Mengen übel riechender Flüssigkeit. Speisen passieren den Magen-Darm-Trakt unverdaut. Schmerzen im Magen, besonders nachts. Trotz guten Appetits, schreitet die Abmagerung fort. Kältegefühl

Stuhl und Anus:

Harnorgane:

Männliche Genitalien:

Hydrozele bei Jungen

Weibliche Genitalien:

Schießender Schmerz in der Gegend des linken Eierstocks. Ausbleiben der Menstruation.

Atemwege:

Trockener Husten folgt auf Diarrhoe.

Herz und Puls:

Äußerer Hals und Rücken:

Kreuzschmerzen bei Hämorrhoiden. Schwäche im Rücken, mit Schmerzen in den Ovarien. Auch plötzlicher Rückenschmerz, schlimmer nachts, Besserung bei Bewegung.

Extremitäten:

Schmerzen in Handgelenken und Knöcheln, Schultern und Armen. Stechende Schmerzen, Taubheitsgefühl, Kältegefühl in Fingern und Füßen. Stark abgemagerte Beine. Bei Rheumatismus sind Gliedmaßen kaum bewegbar. Infolge schmerzhafter Krämpfe oder nach einer Kolik Kontraktionen der Glieder.

Obere Extremitäten:

Untere Extremitäten:

Haut:

Angiome des Gesichts, insbesondere Hämangiome bei Kindern.
Abrotanum ruft blau-rote, fleckige, unscharf begrenzte Verfärbungen auf den Wangen hervor, mit einer feinen venösen Zeichnung (Teleangiektasie) auf betroffenen Stellen.
Gutes Mittel bei juckenden Frostballen.

Schlaf:

Fieber:

Abwechselnd Hitze und Kälte; chronisches Wechselfieber, mit Schmerzen im Magen

Besondere Hinweise:

Verwandte Mittel:

AGARICUS, CHINA, LEDUM, NUX VOMICA

Kollateralmittel:

Antidote:

Es antidotiert:

QUELLEN


S.R. Phatak: Homöopatische Arzneimittellehre; Verlag Urban & Fischer; ISBN 3-437-56861-2

William Boericke: Handbuch der homöopathischen Arzneimittellehre; Verlag Narayana; ISBN 978-392-138384-1

Georgos Vithoulkas: Homöopathische Arzneimittel; Verlag Urban & Fischer; ISBN 978-3-437-55061-4

C.M. Boger: Synoptik Key; Similimum-Verlag; ISBN 3-930256-30-4

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