OLIBANUM SACRUM

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URSUBSTANZ:

Weihrauch oder Olibanum in der Homöopathie wird in vielen Arzneimittellehren ( Kent, Mezger, Staufer ) überhaupt nicht erwähnt. Voisin führt Olibanum lediglich im organotropen Bereich bei Heiserkeit oder Rauchigkeit der Stimmbänder infolge Überlastung der Stimme auf.

Weihrauch als Homöopathisches Mittel wird von Autoren nicht ganz ernstgenommen. Die kritischen Stimmen weisen darauf hin, dass Olibanum in den "großen" homöopathischen Arzneimittellehren nicht vorkomme und nur bei Voisin in der sogenannten "para-allopathischen Zone" aufgeführt wird. Die Erforschung dieses interessanten Mittels auch für die Einzelmittelhomöopathie war auch der Hintergrund, warum wir uns an der Samuel-Hahnemann-Schule mit dem Weihrauch beschäftigt haben.

Sowohl in den in der Literatur beschriebenen Arzneimittelprüfungen als auch in der Arzneimittelprüfung an der Samuel-Hahnemann-Schule in Berlin zeigten sich als Hauptsymptome extreme Müdigkeit, große Erschöpfung, aber auch große Aktivität und großer Tatendrang. Es zeigten sich Gelassenheit und eine große innere Ruhe und auch viele Phantasien, Visionen, Gedanken und Bilder. Auch ein grundsätzliches Philosophieren und Theoretisieren war zu beobachten.

THEMA:

LEITSYMPTOME:

KLINISCHES BILD:

ÄTIOLOGIE:

MIASMATIK:

MODALITÄTEN

CAUSA / ÄTIOLOGIE

VORLIEBEN

Es finden sich ein Verlangen nach Alkohol, Kaffe und Zigaretten, Heißhunger auf Herzhaftes ( Wurst, Fleisch, Käse ), auf saure grüne Apfelringe und Fastfood sowie auf Bratkartoffeln.

Eine Unverträglichkeit von Kaffee und Kuchen kann beobachtet werden, danach trat bei einer Prüferin jedes Mal Unwohlsein auf.

ABNEIGUNGEN

Man kann eine Abneigung gegen Stress beobachten, sowie gegen Gewitter, Spinnen, Ausdünstung von Menschen und eine Abneigung gegen Sport. Die Abneigung gegen Sport ist bei sportlichen Prüfern aufgetreten, somit hochwertig, anders als wenn es ein Symptom des Autors wäre, der so eine Abneigung ja immer hat.

VERSCHLIMMERUNG

BESSERUNG

Es findet sich ein Ruhe-, Schlaf-, Lachbedürfnis.

GEISTES- UND GEMÜTSSYMPTOME:

Eine deutliche Ambivalenz haben die deutlichen Konzentrationsprobleme auf der einen Seite und die enorme Konzentration bei anderen Prüfern.

Das Bild der guten Konzentration zeigt eine besondere Fähigkeit Zusammenhänge zu begreifen, viele Ideen, eine ungewöhnliche Klarheit der Gedanken.

Das Bild der schlechten Konzentration zeigt Gleichgültigkeit, Apathie, Schwierigkeiten beim Nachvollziehen von Vorgängen oder Gedankengängen. Auch eine ausgeprägte Vergesslichkeit ist zu beobachten. Eine Prüferin ließ dauernd ihre Schlüssel liegen, bzw. nahm sogar den Schlüssel eines anderen Prüfers mit, der daraufhin in eine ungewöhnliche Panik verfiel.

Es sind deutliche Gefühlsregungen zu beobachten, Klarheit der Gefühle, das Zulassen von Gefühlen, die man normalerweise unterdrücken würde. Einige Prüfer hatten dass Gefühl „irgendwie“ high zu sein, mit Lachen, Heiterkeit, Ausgelassenheit. Zum Teil zeigte sich ein Bedürfnis nach Drogen.

Es bestimmendendes Bedürfnis ist das nach Wahrheit, Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit, Direktheit aber auch viele Spekulationen, Nachdenken, Meditieren über Fragen von Ethik, Philosophie und Religion.

Interessant ist, dass diese Symptome einen deutlichen Bezug zu der rituellen Verwendung des Weihrauches in Tempeln, Ritualen und im Gottesdienst zeigen. Die Visionen und die gedankliche Klarheit. Ja der Rausch, der durch das intensive Einatmen des Weihrauchs zustande kommt taucht hier selbst im Konstitutionsbild auf.

Es zeigen sich viele Sehnsüchte, die Sehnsucht nach Liebe, Zärtlichkeit, danach Verstanden zu werden, nach Reisen, nach allem guten und schönen, nach Ruhe und Frieden, nach Klarheit, nach Gottes Gegenwart. Auch eine Sehnsucht nach Sex ist zu finden, ein Verlangen nach Lust.

Es zeigen sich Gefühle „wie von Halluzinationen“. Man hat das Gefühl Hellsichtig zu sein. Auch Erinnerungen an frühere Zustände „wie Hellsichtig“ oder an Halluzinationen bei Drogeneinnahme durch Cannabis oder LSD treten auf.

Unter der C 1000 hat eine Prüferin das Gefühl, als ob sich ihre Schädelknochen erweitern und beim Röntgen hat sie das Gefühl, die Strahlen zu spüren, als ob eine vertikale Wand durch ihren Körper geschoben wird.

Man findet viele Gespräche oder das Grübeln über den Sinn des Lebens, über Gott.

Das Leben wird rückblickend angeschaut, gleichzeitig wird gefühlt, wie es denn in 20 Jahren sein wird. Vergangenheit wird aufgearbeitet, indem die Stätten früheren Lebens und Leidens aufgesucht wurden und festgestellt wurde, dass das Leben jetzt besser ist.

Im Bereich der Gemütssymptome findet sich eine große Ähnlichkeit mit Cannabis indica, Opium und Stramonium.

Auch Ängste treten auf, große innere Unruhe und Ängste. Auch Verlassenheitsängste erden beobachtet sowie Orientierungslosigkeit. Ängste, alles nicht mehr zu schaffen.

Das Verlangen zu Tanzen ist zu beobachten, nach Tanz und Ekstase.

Es findet sich aber auch eine bestimmte „Musikempfindlichkeit“, d.h. Musik verstärkt den Hang zum Weinen.

In der Prüfung zeigten sich Symptome eines Burn-out-Syndrom. Es findet sich Unkonzentriertheit und verstärktes Fehlermachen bei der Arbeit. Worte werden geschrieben, wie sie gesprochen werden. Manche PrüferInnen haben schlechte Laune, sind gereizt, fühlen sich ungerecht behandelt, „alle sind gegen mich.“ Das Nervenkostüm ist allgemein gut, nur Wut kommt schnell hoch. Die Merkfähigkeit und die Konzentration sind aber nicht so gut.


ALLGEMEINE SYMPTOME:

CHARAKTERISTISCHE SYMPTOME: (Schema Kopf zu Fuß)

KOPF:

Man findet Schwindel, wie durch Watte sehen, und Schwindel wie benommen. Der Kopf ist heiß, wie Feuer. Es zeigen sich Kopfschmerzen, besonders am Scheitel und Stirn mit Augenschmerzen. Ein brennendes Gefühl und ein Jucken und Kribbeln der Kopfhaut ist zu beobachten. Wahnsinnige Kopfschmerzen können auftreten.

AUGEN:

Es zeigen sich Augenentzündungen und Verkrustungen der Augen. Die Augen brennen und jucken. Auch ein Druck im Augapfel und Müdigkeit der Augen sind zu beobachten. Bei einer Prüferin hat sich Sehnerv nach hinten gewölbt, bzw. wurde in der Prüfung diagnostiziert. Es findet sich auch ein Ausschlag unter dem rechtem Auge. Besonders Auffallend war der Tränenfluss oder Trockenheit der Augen. Das Sehen ist unscharf aber nach leichten Frostschauern ganz klar.

OHREN:

Man findet Ohrgeräusche, Ohrenschmerzen und Ohrensausen. Die sind Ohren gerötet und heiß. Auch ein Jucken der Ohren kann beobachtet werden, ebenso Pickel im Ohr. Es zeigt sich eine deutliche Überempfindlichkeit für Geräusche, alle Sinne sind geschärft. Unter der C 200 traten beim Liegen unter dem Solarium „akustische Halluzinationen“ auf.

NASE:

Es zeigen sich Nasenausfluss, wässriges Nasensekret, Jucken der Nase, Niesen, Verschleimung. Auffällig ist eine Überempfindlichkeit des Geruchsinnes.

GESICHT:

MUND:

Man findet Zahnfleischbluten beim Zähneputzen, Zahnfleischentzündung und eine Empfindlichkeit der Zähne. Auch eine extreme Mundtrockenheit kann beobachtet werden. Bei jedem einzelnen Zahn wird sein „natürliches“ Ende und der Beginn der Kronen bzw. Inlays gespürt.

HALS:

Im Hals zeigen sich Reizhusten, Kitzelhusten, und Hustenanfälle. Eine Orthopnoe ist zu beobachten, wobei sich die Atemnot im Sitzen verbessert. Auch eine Verschleimung und ein ständiges Kratzen im Hals kann beobachtet werden.

BRUST:

ABDOMEN:

Man findet viel Blähungen und ein Hitzegefühl im Bauch. Leber und Galle sind wie nach durchzechter Nacht fühlbar. Das Abdomen ist gespannt, gefüllt, Leber und Magen sind wie geschwollen, Man findet Stiche am rechten Rippenbogen, dann auch im linken und im Solarplexus. Eine Prüferin hatte das Gefühl, eine aufgeplusterte watschelnde Kugel zu sein (C 200).

MAGEN:

Die Prüfer schilderten das Gefühl von einem flauem Magen. Eine Prüferin konnte Essen übriglassen, da sich das Sättigungsgefühl bald einstellte, sonst musste sie immer alles aufessen. Nachts um 2.30 Uhr erwachen wegen Übelkeit und Gefühl des Erbrechen müssens. Besserung nach durch Stehen bzw. Sitzen.

STUHL UND ANUS:

Man findet Flatulenzen und einen anhaltenden leichten Darmschmerz.

Nach dem Frühstück findet man sehr harten, knotigen Stuhlgang, dabei blutende Hämorrhoiden. Auch ein juckender After kann beobachtet werden, ebenso Durchfälle und Obstipation. Auch heftige Durchfälle, breiige Durchfälle und Schafskotstühle können beobachtet werden. Der Kot ist weich, hellbraun und voluminös. Auch eine Unregelmäßigkeit des Kotes bei Absatz und Konsistenz kann beobachtet werden.

HARNORGANE:

Man findet einen vermehrten Harndrang, auch ein häufiger und fast extremer Harndrang ist zu beobachten. Es zeigt sich auch Harnträufeln. Der Urin kann stark riechen, süßlich, schwefelig, dreckig. Roter Morgenurin kann auftreten, gegen 24.00 Uhr zeigt sich tief dunkler Urin. Eine Prüferin hat das Gefühl, sie hätte eine nasse Windel an. Brennen beim Wasserlassen kann beobachtet werden.

Es zeigte sich ein einschießender Schmerz in der linken Nierengegend.

MÄNNLICHE GENITALIEN:

Auch bei männlichen Prüfern zeigte sich ein gesteigertes sexuelles Verlangen, aber nicht so stark wie bei den weiblichen Prüferinnen. Es findet das Bedürfnis nach Sex mit viel Gefühl, gegenseitigem Respekt und gegenseitigem Verstehen, der Wunsch nach Geborgenheit, nach Verstandenwerden.

WEIBLICHE GENITALIEN:

Es zeigen sich verkürzte Perioden, verkürzte Blutungen mit Krämpfen, aber auch eine verlängerte Mensis. Man findet krampfartige Unterleibsbeschwerden, sowie brennende Schmerzen in der Scheide. Das sexuelle Verlangen war in den Prüfungen stark ausgeprägt. Ein großes sexuelles Verlangen ist bei der Mehrzahl der Prüferinnen mit einem großen Zärtlichkeitsbedürfnis kombiniert. Es zeigte sich ein großes sexuelles Verlangen, Verlangen mit Zärtlichkeit, das Bedürfnis nach oralem Sex mit viel Zärtlichkeit. Es wurde ein Gefühl beschrieben, wie süchtig nach Sexualität. Das sexuelle Verlangen kann aber auch reduziert sein. Auch ein vermehrtes Verlangen nach Selbstbefriedigung kann beobachtet werden.

Eine Prüferin hat unter C 1000 eine Zyste im Unterleib entwickelt, bzw. wurde diese entdeckt.

ATEMWEGE:

Man findet Atemnot und heftige allergische Schübe. Es findet sich eine belegte und heisere Stimme und eine geschwollene, empfindliche Brust vor der Menses. Luftnot und eine Verschleimung in Hals und Nase, die sich nur schlecht wegräuspern bzw. wegschnauben lässt ist zu beobachten. Man findet Atembeschwerden schon nach der geringsten Belastung mit extremer Kurzatmigkeit und Angstattacken.

HERZ UND PULS:

Man hat das Gefühl, es liegt ein Gewicht auf der Brust. Herzbeschwerden sind zu beobachten mit Herzbeklemmungen und Stechen im Herzen. Auch Gefühl wie ein Ring um die Brust ist zu beobachten. Diese Symptome würden dem klinischen Bild der Angina pectoris entsprechen. Auch ein verstärktes Pulsieren des Herzens kann beobachtet werden. Es zeigen sich auch Herzklopfen beim In-der-Sonne-Liegen.

ÄUSSERER HALS UND RÜCKEN:

Man findet einen schießenden Schmerz in den linken unteren Rücken, dieser Schmerz zeigte eine Besserung beim Nach-vorne-Beugen.

EXTREMITÄTEN:

In der Prüfung zeigten sich am linken Mittelfinger 2 Pickel, die bei Berührung piksen. Es finden sich Stiche im linken Handgelenk, als ob von innen nach außen eine Nadel geschoben wird, dort sichtbares Pulsieren. Auch Schmerzen am unteren Rand der rechten Kniescheibe traten auf, die besser beim Belasten und Gehen sind. Auch ein Schmerz in den Schienbeinen kann auftreten, dumpf, wie nach einem Tritt.

OBERE EXTREMITÄTEN:

UNTERE EXTREMITÄTEN:

An allgemeinen Symptomen des Bewegungsapparat finden sich Lumbalgien, Muskelverspannungen, Muskelschmerzen und die Gefühllosigkeit der Extremitäten.

Viele Prüfer beschrieben rheumaähnliche Gelenkbeschwerden und Schmerzen die bei langsamer Bewegung besser werden. Es fanden schwere Glieder und vielerlei „Zipperlein“ überall.

Bei Patienten mit Schmerzen im Bewegungsapparat sind die Schmerzen zwar ziemlich stark, aber das seelische Gleichgewicht bei den Patienten ist deutlich besser.

HAUT:

Die Hautsymptome sind durch Juckreiz, starkes Schwitzen, aber auch Kälteempfindlichkeit gekennzeichnet. Man findet Hautausschläge, die sich nach dem Waschen verschlimmern. Es zeigen sich stark juckende Hautausschläge, besonders Juckreiz am After. Auch ein Jucken an den Füßen tritt auf. In der Arzneimittelprüfung zeigte sich, dass alte Hautausschläge wieder auftreten. Man findet ein starkes und heftiges Schwitzen, Schwitzen am ganzen Körper, durch Ausziehen der Kleidung nicht veränderbar, Schweißausbrüche, und Schweiß aus allen Poren.

SCHLAF:

Das Arzneimittelbild zeigt Schwierigkeiten bei Einschlafen. Man findet ein schweres Einschlafen wegen Gedankenandrang Erwachen nachts wegen Nachtschweiß (Prüferin im Klimakterium) und nächtliches Erwachen wegen Übelkeit. Am Morgen zeigt sich ein Aufwachen wie nach einer durchzechten Nacht.

TRÄUME:

Die Traumthemen und Traumstichworte von Olibanum sind Ängstlichkeit, angenehme Gefühle, Beschämung, Drachen, Erotisch, Fliegen, Hellsichtig, Historisch, von der Jugend, Aufschluss über unerklärliche Angelegenheiten, Lustig, Orient, die orte verändern sich häufig, Phantastisch, Prophetisch, Putzen, Reinigen, Schmutz, sich zu Verirren, Vernünftig, Visionär, Ungeheuer, von Verstorbenen, von Verwandten, Wegweisende Träume.

Man findet vermehrt Träume vom Fliegen, alleine oder mit anderen. Mehrere Träume davon, eine Kurtisane zu sein, im Harem zu sein, von sexuellen Exzessen. Die Träume sind oft erotisch, dabei findet sich aber eher romantischer Sex.

Eine Prüferin war in ein Gewand gekleidet und stand mit zwei anderen Kollegen im Mittelalter in einer Kathedrale. Ein junger Mann spielte ganz verträumt Klavier und sprach über Philosophie. Neben ihm ein 8jähriges Mädchen mit einer Puppe in der Hand hörte zu. Ein Kollege wisperte: „Die sollen hier raus.“ Dann nahm das Kind von der Anrichte ein großes Stück Opium und nahm von einem der Männer eine Zigarette. Sie ging zurück, um beides zu rauchen.

Eine Prüferin träumt, dass ihr schwindlig wie in einer Zentrifuge ist, sie aber in ihrem Bett liegt. Das ganze Zimmer ist dunkel. Die Tür öffnet sich und sie steht auf. Vor der Korridortür brennt Licht und es sind Geräusche. Sie will Licht machen, aber der Strom ist ausgefallen.

Eine Prüferin ist in der Vorbereitung für die Heilpraktikerprüfung und träumt, dass auf einer Datei die Fragen zur Klausur drauf sind. Man kann sie anklicken, aber man muss schnell aufschreiben, denn die Antworten verschwinden sofort wieder.

Außerdem Träume von geometrischen Formen in rot-gelb-orange. Jemand möchte sich eine Krampfader selber ziehen und tut es nicht, weil das Blut so eine Sauerei machen würde.

FIEBER:

Sofort nach der 1. Mitteleinnahme zeigten sich Frostschauer, um 18.00 Uhr leichte Hitzeschauer. Es traten im Wechsel Schweißausbrüche und Frieren auf.

BESONDERE HINWEISE:

Man findet eine auffällige Verstärkung des Appetits, teilweise Essen der doppelten Menge an Nahrung. Es zeigt sich großer Hunger als könnte man ständig nur essen sowie viel Durst. Auch Hunger auf Fast-Food und saure Gummi-Apfelringe trat in der Arzneimittelprüfung auf.

VERWANDTE MITTEL:

KOLLATERALMITTEL:

ANTIDOTE:

Als Antidote sind Arsen, Camphora, Coffea, Natrium muriaticum, Nux vomica, Phosphorus, Pulsatilla, Sepia, Sulfur und Thuja beschrieben.

ES ANTIDOTIERT:

SCHLUSSBEMERKUNG:

Der Weihrauch als Kirchendroge und als homöopathisches Arzneimittel haben eine besondere Bedeutung mit extremer Müdigkeit, große Erschöpfung, aber auch große Aktivität und großer Tatendrang, mit Gelassenheit und großer innerer Ruhe und auch viele Phantasien, Visionen, Gedanken und Bilder. Auch ein grundsätzliches Philosophieren, Theoretisieren und die Such nach Wahrheit, Klarheit und göttlicher Offenbahrung sind ein Grund dieses Mittel des öfteren zu verwenden.

Am Ende bleibt dann noch zu sagen: "Der Weihrauch treibt den Teufel aus" aber als aufgeklärte Menschen haben wir ja alle vor dem Teufel sowieso keine Angst mehr, ODER ?

HINTERGRUNDINFORMATION:

Weihrauch – die göttliche Droge

Ein neues und altes Heilmittel

Nach Vorträgen auf dem DEUTSCHEN HEILPRAKTIKERKONGRESS in Karlsruhe, Juni 2002 und auf den 42. BERLINER HEILPRAKTIKERTAGEN im Oktober 2003

Der Heilpraktiker & Volksheilkunde Nr. 5-7 / 2004

von Arne Krüger, Heilpraktiker & Tierarzt

EINLEITUNG

Weihrauch, den meisten Menschen nur als katholische Räucherdroge bekannt, geistert auch immer wieder als Wunderarznei durch die Medien. Der medizinisch verwendete Weihrauch heißt "Olibanum". Dieser römische Name basiert auf dem griechischen ( Libanos ) und bezieht sich auf den weißen Milchsaft, der bei der Ernte aus den Bäumen austritt und als Harz kristallisiert. Das hebräische Wort libanoth (laban) und das arabische Wort luban (al laban) haben ebenfalls den Sinn des Milchsaftes. Der deutsche Name Weihrauch stammt aus dem althochdeutschen und leitet sich von weih ( heiligen, weihen ) und Rauch ab. Der botanische Name Boswellia geht auf den Botaniker Boswell zurück.

BOTANIK

Als arabischer Weihrauchbaum wird Boswellia carterii Birdwood angesehen, der synonym auch als Boswellia bhau-dajiana Birdwood oder als Boswellia thurifera sensu Carter bezeichnet wird. Rätsch bezeichnet als Weihrauchbaum Boswellia sacra Flückiger. Als indischer Weihrauchbaum wird Boswellia serrata ( Salai guggal )bezeichnet.

Arzneilich wird der Weihrauch als Olibanum bezeichnet. Andere offizielle Bezeichnungen sind "Gummi olibanum" oder "Gummi resina". In Indien nennt man das medizinisch verwendete Weihrauchharz "Salai Guggul". Synonyme Namen des Weihrauchbaumes sind Weihrauchstrauch, Weyrauch, Wicbaum, Wichboum (alt-hochdeutsch), Neter sonter / Mohr meddu (ägyptisch), Arbe Thurifere (franz.), Olibanum-tree (engl.), Libanotis (griech.), Lebona (hebräisch), Seta kundura, Salai, Luban ( hindi ), Virak ( dänisch ), Kundura ( persisch ), Kadzidlo (poln.), Ladan (russisch), Sallaki, Susrava (Sanskrit), Mohr (somali), Kadidlovnik pravy (tschech.).

Olibanum, der echte Weihrauch, ist das goldgelbe, wohlduftende Harz des Weihrauchbaumes. Zur Gattung Boswellia gehören kleinere Bäume bis zu 6 m Höhe. Die Bäume sind sehr reich an Harz und haben eine papierartige Rinde. Die Blätter sind unpaarig gefiedert und gegenständig. Die Blüten sind klein, zwittrig und haben fünfteilige, weißliche oder rote Kronen mit einem kleinen Kelch. Die Blütentragen zehn Staubgefäße, einen Fruchtknoten mit einem Griffel und einer Narbe. Die Frucht ist eine dreikantige Steinfrucht. Boswellia carterii erreicht ca. 4 - 5 m Höhe, ist zierlich im Wuchs und hat einen starken Stamm. Die Heimat von Boswellia carterii ist die Küste von Somalia, die Blütezeit ist im April.

Der große verzweigte Baum aus der Familie der Burseraceae gedeiht in den trockenen Bergregionen Nordost-Indiens. Die Weihrauchgewinnung erfolgt in den Monaten von Ende Oktober bis Ende April durch mehrfaches Anschneiden der Bäume. Der Ertrag beläuft sich auf 1 kg Harz im Jahr pro Baum. Zur Gewinnung des Harzes wird ein 4 bis 8 cm langer, tiefer Schnitt in die Rinde gemacht. Laut Theophrast sollte das Harz in den heißesten Jahreszeiten geerntet werden. Das austretende Harz ( Weihrauchtränen ) ist milchig-weißlich bis honigfarben oder sogar rötlich. Die weißesten und hellsten Weihrauchtränen sind die kostbarsten und wurden teilweise mit Gold aufgewogen.

GESCHICHTE DES WEIHRAUCHES

Der Weihrauch wurde ausgehend von seiner Heimat Somalia in großen Wäldern (Balsamgärten) am Roten Meer, vor allem in Arabien (Sa`kalan) und in Somalia (Punt) kultiviert. Olibanum wird dort seit ca. 4.000 Jahren durch das Einschneiden der Rinde des Weihrauchbaumes gewonnen. Im Altertum wurde der Weihrauch über die berühmte „Weihrauchstrasse“ zwischen Ägypten, Arabien und Indien transportiert.

Nach einer alten Legende durfte Adam bei der Vertreibung aus dem Paradies einzig den Weihrauchbaum mit sich nehmen. Viele Jahrhunderte hatten die Araber das Monopol über den Weihrauchhandel, so dass die Herkunft der Substanz lange verschleiert war.

Der heute handelsübliche Weihrauch kommt aus Arabien, Somalia und Indien. Durch die religiöse Verwendung des Weihrauches war dieser stets besonders wertvoll und wurde hoch geschätzt.

Eine ägyptische Königin (wahrscheinlich Hatschepsut aus der 18. Dynastie, ca. 1505 v.Chr.) hat eine Flotte nach Südarabien geschickt um Weihrauch und lebende Weihrauchbäume nach Theben zu bringen. Die erste belegte Schiffsexpedition nach Punt fand unter der Regierung des Pharao Sahure aus der 5. Dynastie ( 2455 – 2443 v.Chr. ) statt. Die genaue Lage von Punt ist historisch umstritten, es werden der Yemen auf der einen Seite und Eritrea und Djiboutie auf der anderen Seite als Lage des Landes Punt vermutet. Aber vielleicht ist Punt aber auch ein Sammelbegriff für beide Länder.

Die alt-ägyptische Kultur hatte eine enge und besondere Beziehung zum Weihrauch als mystische Verbindung der großen „scheinbaren“ Gegensätze des Lebens (oben und unten, innen und aussen, Göttern und Pharaonen, Diesseits und Jenseits, Leben und Tod), die sich im Weihrauchrausch zu vereinen scheinen.

FISCHER-RIZZI beschreibt die Weihrauchräucherung als besonderes Amon-Ra Opfer der ägyptischen Mythologie. Die reine Weihrauch-Räucherung sollte dabei balsamisch, fruchtig, transparent und würzig sein. Die Wirkung ist dann reinigend, harmonisierend, erhebend und ausgleichend. Der Weihrauch beflügelt den Geist, die Inspiration, beseitigt negative Einflüsse und unterstützt die innere Einkehr.

Weihrauch gemischt mit Myrrhe würde als Räucherung für Isis und Osiris verwendet und diente damit dem Götterpaar, welches als göttlichen Sohn Horus, den Falkengott und Schützer des Pharao zeugte, als Huldigung.

In einem alten Pyramidentext steht zum Weihrauch geschrieben :

„Das Feuer ist angelegt, das Feuer leuchtet, der Weihrauch ist aufs Feuer gelegt, der Weihrauch leuchtet. Dein Duft kommt zu dem König Unis, o Weihrauch. Der Duft des Königs Unis kommt zu Dir, o Weihrauch. Euer Duft kommt zu dem König Unis, ihr Götter. Der Duft des Königs Unis kommt zu Euch, ihr Götter. König Unis ist mit Euch, ihr Götter. Ihr seid mit König Unis, ihr Götter. König Unis lebt mit Euch, ihr Götter. Ihr lebt mit König Unis, ihr Götter. König Unis liebt Euch, ihr Götter. Ihr liebt ihn, ihr Götter. „

WACHSMUTH bringt die Bedeutung des Weihrauchs auf den Kern im Satz :

„Liebe und Unsterblichkeit – und die unendliche Sehnsucht nach beidem.“

Besonders viel Weihrauch wurde bei den Tempeldiensten der Hebräer, Assyrer, Araber, Ägypter, Griechen, Phönizier und Chaldäer verbraucht. Dabei sollte der böse Geist vertrieben werden.

Bei den Assyrern wurde der Weihrauch speziell für Ischtar, die Himmelskönigin, für Adonis, den Gott der wiederauferstehenden Natur und für Bel, den assyrischen Hochgott entzündet.

Die Araber weihten, bevor sie islamisch wurden, den Weihrauch dem Sonnengott Sabis. Ägyptische und griechische Magier beschworen mit dem Rauch des Weihrauches die Daimonen, die Zwischenwesen, um sich diese Dienstbar zu machen. In den ägyptischen Tempeln wurde der Weihrauch dem Amun (Ammon) von Theben geweiht. Auch der Göttin Hathor, der Herrin der Trunkenheit war der Weihrauch heilig.

Das Olibanumharz wird seit der Antike zur Herstellung von Räucherwerk, Kosmetika und Parfümen benutzt. Bei arabischen Frauen werden Olibanumräucherungen zum Parfümieren des Körpers und besonders der Vulva verwendet. Dadurch sollte man nicht nur besser duften, sondern auch erotischer sein.

Den historischen Wert des Weihrauchs unterstreicht die Erwähnung als Geschenk der Königin von Saba an den jüdischen König Salomo. Auch zur Geburt von Jesus Christus bringen die Weisen aus dem Morgenland ( die heiligen drei Könige ) Weihrauch als Geschenk.

Im Judentum wurde der Weihrauch schon in antiken Zeiten verwendet. Der Gebrauch war allerdings sehr restriktiv geregelt, denn der Weihrauch durfte nicht für profane, weltliche Räucherungen verwendet werden. Der Weihrauch galt als heilig. Für das räuchern mussten spezielle Altäre verwendet werden und die Weihrauchopfer durften nur von Priestern zelebriert werden.

Im 2. Buch Mose ( Mose 30, 34-36 ) steht :

„Und der Herr sprach zu Mose: Nimm zu dir Spezerei: Balsam, Stakte, Galban und reinen Weihrauch und mache Räucherwerk daraus, nach der Kunst des Salbenbereiters gemengt, dass es rein und heilig sei! Und sollst es zu Pulver stoßen und sollst davon tun vor das Zeugnis in der Hütte des Stifts, wo ich mich Dir bezeugen werde. Das soll euch ein Hochheiliges sein.“

Im 2. Buch Mose (Mose 30, 37f ) steht auch noch :

„... Und desgleichen Räucherwerk sollt ihr euch nicht machen, sondern es soll dir heilig sein dem Herrn. Wer ein solches machen wird, dass er damit räuchere, der wird ausgerottet werden von seinem Volk.“

Der Weihrauch war den Israeliten damit heiliger als anderes Räucherwerk und auch heiliger als den Ägyptern, Assyrern und anderen Völkern, denn der Weihrauch war direkt bei Gott angesiedelt.

Der Name LEBONAH im hebräischen ist ein weibliches Wort, also war der Weihrauch bei den Juden weiblich. Interessant ist dabei, dass nach WACHSMUTH der Weihrauch als weibliches Mittel sehr gut bei emotionellen Blockaden bei männlichen Patienten wirkt.

Auch im Neuen Testament finden sich Hinweise auf die Bedeutung des Weihrauchs. Bei Lukas (Kapitel 1, Vers 8ff ) steht beschrieben, dass dem Priester Zacharias, als er Weihrauch opferte ein Engel Gottes erschienen ist um ihm die Geburt von Johannes dem Täufer anzukündigen.

Bei Matthäus ( Kapitel 2, Vers 11 ) steht beschrieben, wie die Weisen aus dem Morgenland, die dem Stern von Bethlehem gefolgt waren, dem neugeborenen Jesus auch Weihrauch als Geschenk darbrachten:

„Als sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe.“

Auch in der Offenbarung des Johannes ( Kapitel 8 ) steht unter dem siebenten Siegel das Weihrauchopfer für die zum Himmelsthron aufsteigenden Gebete der Heiligen.

Bei den Griechen soll der Gebrauch von Weihrauch zu Räucherungen von Kriegsopfern nach dem trojanischen Krieg eingeführt worden sein. Alexander der Große soll den Göttern reichlich Weihrauch geopfert haben. Weihrauch war dem Sonnen- und Orakelgott Apollon heilig und auch im Kult der Göttin Aphrodite wurde Weihrauch verwendet.

Bei den Römern gab es keine Zeremonie, keinen Triumphzug, keine öffentliche oder private Feier, bei der nicht auch Weihrauch geräuchert wurde. In der römischen Überlieferung heißt es, dass man durch Olibanum „Gott erkennen“ kann. Nero soll nach einer Schilderung bei Plinius bei den Begräbnisfeierlichkeiten seiner Frau Popaea die arabische Weihrauchernte eines ganzen Jahres verräuchert haben.

Im Mittelalter hielt der Weihrauch Einzug in den Gottesdienst der römischen und griechisch-orthodoxen Kirchen. Besonders zum Vertreiben von Bösen Geistern in der Zeit der Hexenverfolgung hat der Weihrauch seine Bedeutung. Im "Hexenhammer" wird beschrieben, dass das Räuchern mit Weihrauch die Richter vor der Zauberei der beschuldigten Hexen schützen sollte.

Der englische Schiffsarzt Carter lernte Mitte des 19.Jahrhunderts den Weihrauchbaum an der Ostküste Afrikas kennen.

ARZNEIZUBEREITUNG

Der pharmazeutische Großhandel liefert Olibanum in granis. Alkoholische Trockenextrakte (wie z.B. in H15 enthalten) sind in Deutschland nicht zu beziehen. Angeboten wird Olibanum als Wirkstoff, Räuchermittel und als kosmetischer Stoff.

Der große verzweigte Baum des indischen Weihrauchs aus der Familie der Burseraceae gedeiht in den trockenen Bergregionen Nordost-Indiens. Die Weihrauchgewinnung erfolgt in den Monaten von Ende Oktober bis Ende April durch mehrfaches Anschneiden der Bäume. Der Ertrag beläuft sich auf 1 kg Harz im Jahr pro Baum.

Die Qualität der Harzstücke ist sehr heterogen. Eine medizinische Verwendung findet nur die 1. Qualität, die durch tropfen- oder kolbenförmige weißlich-grünliche Harztränen von mindestens 3 cm Länge charakterisiert ist. Schlechtere Qualitäten weisen zunehmend braune und dunkle Anteile auf. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass auch die heimische Naturheilkunde seit Jahrhunderten auf die Verwendung weißer Harzkörner Wert legt.

PHARMAKOLOGIE:

Inhaltsstoffe

Bisher hat man über 200 verschiedene chemische Verbindungen aus Olibanum isoliert. Es sind hierbei fünf Hauptfraktionen zu differenzieren. Hierzu gehören Ätherisches Öl (5 - 9% bis 15%), Harze (davon 50 % Boswellia-Säuren) (60%), Gummi (20%), Bassorin (6 - 8%), Bitterstoffe und Schleim (0,5%).

Die deutsche Großhandelsqualität unterscheidet sich etwas vom indischen Boswellia-serrata-Olibanum, da die Zusammensetzung der ätherischen Öle unterschiedlich ist. Ihr Anteil an der Gesamtzusammensetzung ist beim indischen Weihrauch deutlich höher, was für kosmetische und religiöse Verwendung wichtig ist. Die medizinisch relevante Fraktion ist die der Harze, die zur Hälfte aus Boswellia-(Harz-)Säuren bestehen.

Boswelliasäuren sind pentazyklische Triterpene, die eine Hemmung der Aktivität der 5-Lipoxygenase bewirken.

PHARMAKOLOGIE UND TOXIKOLOGIE:

Entzündung :

Das therapeutische Interesse der Naturheilkunde richtet sich besonders auf die antiphlogistische Wirkung von Olibanum. Zunächst hatte man erkannt, dass die pharmakologisch entscheidende Fraktion die der Harze ist. Genauere Forschungen der letzten Jahre haben aus diesem Harzanteil wiederum die Boswelliasäuren isoliert und als Träger der entzündungshemmenden Wirkung nachgewiesen.

Indikationen für die Anwendung des Weihrauchs zur Entzündungshemmung sind die chronische Polyarthritis, die Colitis ulcerosa, Morbus Crohn und das Asthma bronchiale.

Eine der Standardmethoden bei der Überprüfung möglicher Antiphlogistika im Labor ist das Rattenpfotenödem. Hierbei wir den Versuchstieren ( Ratten ) eine künstliche Entzündung an der Pfote gesetzt, die sich bald ödematös ausprägt. Gemessen wird nun die Wirksamkeit eines Antiphlogistikums daran, wie stark es das Volumen des Pfotenödems vermindert bzw. eine weitere Volumenzunahme eindämmt.

Eine von Singh und Atal 1986 veröffentlichte Studie zur Überprüfung eines alkoholischen Weihrauchextrakts am Rattenpfotenödem konnte die antiphlogistische Wirkung ganz eindeutig nachweisen. Bei diesem Versuch zeigten sich einige besondere Züge in der Pharmakologie des Salai-Guggal-Extrakts. Weihrauch wirkt zwar eindeutig antiphlogistisch, jedoch nicht direkt antipyretisch, auch nicht unmittelbar analgetisch. Die bei Nicht-Steroidalen Antiphlogistica (z.B. Acetylsalicylsäure) bekannten gastrointestinalen Nebenwirkungen (Ulcera) konnten nicht festgestellt werden.

1991 gelang dann der Forschergruppe um Prof. Hermann Ammon, Universität Tübingen, der genaue Nachweis des Wirkprinzips der Boswelliasäuren. Die Entzündung ist ja ein komplexer Schutzvorgang des Organismus, der von Mediatorstoffen in Gang gesetzt und gesteuert wird. Die wichtigsten Entzündungsmediatoren sind dabei Prostaglandine, Leukotriene, Kinine, Histamin, Serotonin und das Komplementsystem.

Leukotriene und Prostaglandine werden durch Umbauvorgänge aus Phospholipiden gebildet: Dabei wandelt das Enzym Phospholipase die Phospholipide zunächst in Arachidonsäure um. Von der Arachidonsäure führt nun je ein Weg zu den Leukotrienen (über das Enzym 5-Lipoxygenase) und zu den Prostaglandinen (über die Cyclooxygenase). Cortison und Cortison ( die klassischen Hemmer von Entzündung und Schmerzen in der Schulmedizin ) hemmt die Phospholipase - und damit die Synthese von sowohl Leukotrienen als auch Prostaglandinen. Die nicht-steroidalen Antiphlogistika, kurz NSAR ( Aspirin & Co. ) wiederum blockieren selektiv die Synthese der Prostaglandine durch Hemmung des Cyclooxygenaseweges.

Das außergewöhnliche Wirkprinzip des Weihrauchextrakts liegt, wie Ammon et al. zeigte, in der selektiven Hemmung der Leukotriensynthese durch Inhibition der 5-Lipoxygenase.

Die Leukotriene bewirken bei der Entwicklung entzündlicher und allergischer Prozesse eine Chemotaxis, eine Freisetzung hydrolytischer Enzyme, eine Erhöhung der Gefäßpermeabilität, eine Infiltration des Entzündungsgewebes durch Leukozyten, eine Stimulation der Phagozytose und eine Kontraktion der Muskulatur von Bronchien und Gefäßen.

Durch erhöhte Leukotrienwerte, bzw. eine überschießende Reaktion des Komplementsystems sind eine Reihe von Erkrankungen wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Psoriasis, Bronchialasthma und eine Reihe von allergischen Erkrankungen gekennzeichnet.

Neben der allgemein antiphlogistischen Wirkung durch Blockade dieser Leukotrienaktionen konnten dem Weihrauchextrakt im Labor noch weitere therapeutische Eigenschaften nachgewiesen werden. Es kann zu einer Immunmodulation bzw. auch zur Immunsupression kommen. Weihrauchextrakt reduziert die totale Leukozytenzahl und damit einhergehend die Einwanderung polymorphkerniger Leukozyten in das Entzündungsgewebe. Es konnte sogar eine Hemmung der Antikörpersynthese festgestellt werden.

1987 berichteten Wagner, Knaus und Jordan (22) über ihre Versuche mit Weihrauchextrakt zur Beeinflussung des Komplementsystems: Bei einem Komplementtest mit Meerschweinchenserum als Komplementquelle und Hammelerythrozyten zeigte sich in vitro, dass Weihrauchextrakt den Ablauf der Komplementkaskade in immunmodulatorischem bzw. -suppressivem Sinn beeinflusst.

TUMORE

Eine Reihe von Studien bei Tumorpatienten deutet auf eine Wirksamkeit in der Behandlung von bestimmten Tumoren hin. Im in vitro Experiment zeigen die Boswelliasäuren eine konzentrationsabhängige Abnahme vitaler Tumorzellen. Es konnte z.B. eine Hemmung der Topoisomerase II von Leukämiezellen der Maus beobachtet werden. Auch die orale Verabreichung von indischem Weihrauchextrakt bei Mäusen, denen man C6-Gliomzellen intrakranial implantiert hatte, zeigte ein vermindertes Tumorwachstum und eine Zunahme der Überlebenszeit. Bei Tumorpatienten konnte zwar kein Einfluss auf die Tumorgröße festgestellt werden, aber die Symptomatik bei Hirntumoren konnte durch den Rückgang der Ödeme um die Hirntumore festgestellt werden. Diese Verminderung der Ödeme steht über die Hemmung der Leukotriensynthese im Zusammenhang mit der entzündungshemmenden Wirkung. Die bisherigen Studien zeigen, bei aller Skepsis die man natürlich auch gegenüber dem Tierversuch haben sollte, dass die Boswelliasäuren eine Hemmung der Proliferation von Leukämie- und Glioblastomzellen. Die Wirkung kommt allerdings erst bei sehr hohen Konzentrationen zu stande, die weit über den Dosierungen für die Entzüngshemmung liegen. Ob es auch bei Tumorpatienten einen erfolgreichen Einsatz von Boswelliasäuren oder Weihrauch geben wird, werden erst weitere Studien zeigen müssen. Diese Tumorwirkung findet sich übrigens auch bei den im Altertum und im Mittelalter beschriebenen Anwendung.

Internationales Aufsehen erregten die Untersuchungen von Simmet et al zur Wirkung von alkoholischem Weihrauchextrakt auf Gliablastome und Astrozytome (1996). Das Verblüffende an dieser klinischen Studie ist wohl die sehr kurze Zeit der Weihrauchmedikation (über sieben Tage dreimal täglich 1200 mg eines Trockenextraktes), deren Wirkung sich trotzdem deutlich an der neuropathologischen Nachanalyse der OP-Präparate zeigte. Erwartungsgemäß fand sich bei den Patienten ein deutlicher Rückgang des peritumoralen Ödems, ganz im Sinne der bereits nachgewiesenen antiphlogistischen Wirkung. Überrascht hat jedoch die Tatsache, dass diese kurzzeitige Weihrauchmedikation in 50 % der Fälle zu erheblichen Nekrosen des Tumorgewebes geführt hat. Aufgrund dieser Ergebnisse postuliert Prof. Simmet auch eine zytostatische Wirkungsrichtung von Olibanum.

TOXIKOLOGIE

Es liegen beim indischen Weihrauch nur wenig publizierte Studien über unerwünschte Wirkungen vor. Es kann zu gastrointestinalen Beschwerden mit Übelkeit und Erbrechen, Hyperacidität, Brennen hinter der Brust und zu Appetitlosigkeit kommen. Die Beschwerden sollen nach dem Absetzen schnell wieder verschwinden.

VOLKSHEILKUNDE

Die Anfänge der Naturheilkunde sind eng verwoben mit religiösen Traditionen. Der Weihrauch hat schon seit langem seinen Platz in den Religionen der Welt. Früher wurde er, zusammen mit Myrrhe, nicht nur bei Gottesdiensten, sondern auch bei Gottesgerichten verwendet, da man seinem Duft eine beruhigende Wirkung zuschrieb. Die Ärzte der Antike schätzen ihn sehr, obwohl sie vom Limbischen System und seinem Bezug zu Gerüchen und Gefühlen noch nichts ahnten, postulierten die Ägypter, dass man mit Düften Psyche und Wohlbefinden beeinflussen könne.

Weihrauch und Myrrhe hatten nach ägyptischer Erfahrung hohe Wirksamkeit bei der Wiederherstellung seelischen Gleichgewichts. Räucherungen des Körpers steigerten die sexuelle Ausstrahlung ägyptischer Frauen. Und schließlich findet sich auch bei den Ägyptern die klassische Indikation des Rheuma beschrieben. Der Weihrauch findet Erwähnung im altägyptischen Papyrus Ebers aus der Regierungszeit Amenophis I ( 18. Dynastie, ca. 1600 v.Chr. ).

Im Papyrus Ebers wird Weihrauch als Bestandteil in vielen Rezepturen beschrieben, z.B. zur Behandlung von Kopfschmerzen, Verletzungen und Eiterungen am Auge, bei Entzündungen und Eiterungen des Ohres, Zahnschmerzen, zur Wundbehandlung, bei Hauteiterungen, Leberschwäche, Gelbsucht, Entzündungen des Afters, Juckreiz, Krätze, Hautgeschwüre, Verhärtungen in den Gelenken, bei rheumatischen Gelenkbeschwerden, zur Erleichterung der Geburt und bei Amenorrhoe. Auch eine magische Anwendung ist aufgeführt, nämlich als Mittel um Zauberei in dem Leib zu vertreiben.

In der Ayurvedischen Medizin Indiens wird Weihrauch (hauptsächlich aus Boswellia serrata, aber auch B. sacra u.a.) seit ca. 3000 Jahren besonders erfolgreich bei zwei Indikationsgebieten eingesetzt. Zum einen bei entzündlichen Erkrankungen und zum anderen bei Nervenleiden. Auch bei subakuter Bronchitis, chronischen Lungenleiden, Leukorrhoe und chronischer Laryngitis ist die Anwendung in Indien beschrieben. Der Weihrauch wirkt in der ayurvedischen Medizin auf viele Organsysteme. Im Nervensystem wirkt es analgetisch, stimulierend und augentonisch. Auf das Herz wirkt der Weihrauch anregend. Bei den Atemwegen ist die Wirkung auswurffördernd und entzündungshemmend. Am Verdauungsapparat reguliert es die Farbe des Stuhlganges und wirkt karminativ, stomachisch, digestiv, antidiarrhoisch, geschmacksverbessernd und anthelmintisch. Auf das Urogenitalsystem wirkt der Weihrauch antiseptisch, diuretisch, aphrodisiatisch und Menstruationsfördernd. Bei der Haut wirkt der Weihrauch schweißtreibend und wundreinigend. Allgemein ist eine antipyretische, entzündungshemmende, antiseptische, fettreduzierende, blutstillende, gewebevermindernde und desinfizierende Wirkung festzustellen. Volkstümliche indische Anwendungen sind innerlich bei verschiedenen Formen der Arthritis, vor allem bei rheumatoider Arthritis, ferner bei Erkrankungen der Atemwege als Expektorans, bei chronischen Fällen von Diarrhöe und Dyspepsie und bei Gelbsucht beschrieben. Im Gemisch mit Arabischem Gummi findet der Weihrauch Anwendung bei Mundgeruch. Über längere Zeit eingenommen soll Übergewichtigkeit reduziert werden können. Äußerlich wird die Anwendung bei Atemwegsbeschwerden, Befall mit Soor, bei chronischen Geschwüren und Knochenerkrankungen als Adstringens, zur Förderung des Haarwuchses und bei Hämorrhoiden beschrieben. In der indischen ayurvedischen Medizin wird die Anwendung bei Blutkrankheiten und Hautkrankheiten, Diabetes, Fieber, Krämpfen, wunden Stellen im Mund, Ausfluss aus der Vagina, Krankheiten der Hoden und Dysenterie beschrieben.

In der antiken chinesischen Medizin wird Olibanum als Stimulans bei Lepra, Hautkrankheiten, Menstruationskrämpfen, Husten und Unterleibsschmerzen beschrieben.

Auch in der babylonischen und assyrischen Medizin finden sich ebenfalls Beschreibungen der Anwendung des Weihrauchs.

Weihrauch als Pharmakon hatte seinen festen Platz auch in der klassischen griechischen Medizin, wie die hippokratischen Schriften belegen. Auch bei Plinius und anderen Autoren des antiken Rom finden sich Hinweise auf die Verwendung des Weihrauchs. Dioskurides (1. Jahrhundert n. Chr.) beschreibt den Weihrauch als adstringierendes und erwärmendes Mittel, welches bei Erkrankungen der Luftröhre, bei Ohrenschmerzen und Blutspeien verwendet werden konnte. Auch Hippokrates (406-377 v.Chr.), Galen (199-129 v.Chr.), Celsius (25 v.Chr.), Marcelus und Serenus Sammonicus beschreiben die Verwendung von Weihrauch. Es wurden Öle gegen Erkältungskrankheiten und Klistiere gegen Verstopfung angewandt. Auch zur Wundreinigung, bei Mutterkornvergiftung, Frostbeulen, Brandwunden, Knötchen der Haut, Hautausschlägen, Krätze, Warzen, Psoriasis, Wucherungen, Triefaugen, Narben, Ohrenentzündungen, Geschwüren, Rheuma und Gicht wird beschrieben.

Die antike arabische Medizin mit bekannten Vertretern wie Ibn Sina (Avicenna), Ar-Razi (Razes) oder Maimonides (spanisch-jüdisch-arabische Schule ) verwendete basierend aus den hippokratischen Schriften den Weihrauch als Arzneipflanze. Besodners Ar-Razi beschreibt den Weihrauch als wichtige Arznei zur Entgiftung. Interessant ist dabei, dass nach WACHSMUTH auch in der modernen homöopathischen Anwendung sich Olibanum als wichtiges Reinigungs- und Entgiftungsmittel erweist, und evt. sogar neben Nux vomica und Sulfur einzureihen ist. Ein Symptom was sich übrigens sogar schon bei der Berliner Arzneimittelprüfung gezeigt hat.

Im Jemen wird der Weihrauch auch heute nach jahrhundertealtem und teilweisem Jahrtausendalten Überliefungen angewandt. Traditionelle Heilkundige, Apotheker und Hebammen verwenden ihn bei Husten, Erkältungen, blutigem Auswurf, Schwindsucht ( Tuberkulose ), bei asthmatischen Erkrankungen, bei Harnwegsinfekten, bei Unterleibsbeschwerden und Dysmenorrhoe, während der Schwangerschaft, zur Erleichterung schwieriger Geburten, zum kauen bei Zahnfleisch- und Mundentzündungen, bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, bei psychischen Erkrankungen wie Hysterie, Nervenleiden, Schreckzuständen und Wahnzuständen, bei Impotenz und Frigidität, bei Hautausschlägen, bei Magen-Darm-Entzündungen, bei Verletzungen und Hauteiterungen, zur Vertreibung von Insekten und zur Desinfektion von Toilettenräumen.

Der Rauch soll das Gedächtnis fördern und beseitigt Vergesslichkeit und macht den Verstand klar. Vor Geburten und nach Todesfällen wird das ganze Haus geräuchert, auch die Kleidung des Neugeborenen wird auf diese Weise gereinigt.

Weihrauchwasser wird im Jemen verwendet um Herz und Hirn zu stärken und die Dummheit, Faulheit und Lethargie zu vertreiben. Darum wird es auch gern während der Qat-Sitzungen getrunken. Qat ist im Jemen eine weitverbreitete Volksdroge.

Die Juden verwendeten Weihrauch natürlich im Tempel und beim Gebet. Weihrauch und Myrrhe sind an vielen Stellen in der Bibel genannt und gehörten fest zur jüdischen Glaubenspraxis. Einige Religionswissenschaftler vermuten, dass den Weihrauch als Brandopfer die früheren blutigen Brandopfer abgelöst haben. Mit Myrrhe und Weihrauch versetzter Wein (ähnlich dem griechischen Retsina) wurde als Schlaftrunk und zur Betäubung von Hinrichtungskandidaten gereicht. Eine intensivere medizinische Anwendung fehlt in der israelitischen Geschichte, was aber vielleicht daran liegt, dass durch die besondere Heiligkeit des Weihrauchs, eine medizinische Anwendung verboten war, weil die besondere Heiligkeit des Weihrauchs dadurch entweit worden wäre.

Auch in das erste geschlossene medizinische System des Abendlandes fand der Weihrauch Eingang, wohl aus der kirchlichen Tradition kommend. Hildegard von Bingen setzt ihn bei Schwerhörigkeit und Tinnitus ein. Hildegard arbeitet ausdrücklich mit weißen Weihrauchkörnern. Interessant ist, dass die von ihr vorgeschlagene Räucherung des Gehörganges eine starke Analogie mit indianischen Ohrkerzen aufweist.

Aus der Klostermedizin gelangte der Weihrauch mit Beginn der Neuzeit in die weltliche Medizin. Aus dem 16. Jahrhundert stammen erste Belege über Oleum thuris (Weihrauchöl) in deutschen Apotheken.

Vitus Auslasser beschreibt in seinem „Macer floridus“ die Anwendung von Thus, dem Weihrauch wie folgt:

"Der Weihrauch soll im zweiten Grade warm und trocken sein. / Er macht die Augen hell, wenn er gestampft und mit Eiklar oder mit lauer Weibermilch verquickt wird. In Starkwein gestampft, unter der Beimischung von Pech und Milch, soll er frische Wunden vorzüglich versorgen; mit Schweineschmalz gemischt, heilt er Verbrennungen; / und mit Honig verquickt, behebt er eitrige Entzündungen der Finger- und Fußnägel. Fein gestampft und in Lauwein gelöst, soll er sehr hilfreich sein bei Ohrenschmerz; gestampft mit Heilerde unter der Beigabe von Rosenöl soll er geschwollene Brüste behandeln. / Nichts, glaubt man, bringe Blutspeienden besser Hilfe, als wenn sie Weihrauch mit der Beimischung von Essig oder Wein genießen. Reibst du Weihrauch in Weibermilch und legst ihn auf Geschwülste, wie sie oftmals am After oder anderenorts zum Vorschein kommen, heilt er sie. / Verquickst du ihn mit Aloe und Eiklar dick, magst du ihn einer aufgeschnittenen Blutader oder überstark blutenden Wunde auflegen; abnehmen darfst du dieses Pflaster aber erst, wenn du den Glauben hegen kannst, dass sich der Schnitt wieder geschlossen hat. Wenn nötig, kannst du dieses Mittel dem ersten, oben schon genannten noch hinzufügen, / bis sich die Narbe festigt und von beständiger Dauer zu sein scheint: die Autoritäten erklären, nichts könne das Blut besser stillen. Durch Weihrauchduft wird die Gedächtnisstärke des Gehirns vermehrt. Und wenn jemand mit Dost (origanum) zusammen Weihrauchkörner kaut, so treibt er alle bösen Säfte aus dem Haupt, und zwar durch Auswurf und durch Spucken; / ferner macht diese Reinigung des Hauptes eine schwere Zunge leicht. Bereitet man aus Gänse- oder Entenschmalz und mit Weihrauch ein Pflaster, so hilft es Gliedern sehr, die ein Feuer verletzt hat."

Bei Paracelsus wird der Weihrauch ebenfalls beschrieben und geschätzt. Ein Rezept des Paracelsus zur Reinigung der Luft im Haus besteht aus Schwefel, Weihrauch, Myrrhe, Opoponax und Asa foetida. Die Mischung wird zu Pulver verarbeitet und mit Lorbeerblättern und zerstoßenem Bernstein gemischt. Von der Mischung soll jede Stunde eine haselnussgroße Menge in allen Zimmern geräuchert werden um schädliche Astralwesen zu vertreiben.

Matthiolus empfiehlt Weihrauch beim Blutspeien, Roter Ruhr, Erbrechen, heftigen Magenbeschwerden, kaltem Husten, Brustdrüsenschwellungen stillender Frauen und bei Nasenbluten. Es wird eine äußerliche Anwendung als wundheilendes, geschwürheilendes und hautreinigendes Mittel beschrieben und auch bei erfrorenen Füssen soll der Weihrauch angewendet worden sein.

Auch für Sebastian Kneipp gehörte Weihrauch ganz selbstverständlich zu den Heilmitteln. Bei bestimmten Beschwerden empfahl er die tägliche Einnahme weißer Weihrauchkörner. Kneipp kannte die diesbezüglichen Schriften der Hildegard von Bingen wahrscheinlich aber nicht. Möglicherweise geht die Verwendung des weißen Weihrauchs auf jahrhundertealte deutsche Erfahrung zurück.

In der alten Humoralmedizin gehörte Olibanum, wie Aloe und die sehr ähnliche Myrrhe, zum weiteren Kreis der harzigen Bittermittel. Aschner wendet sie im Rahmen seiner tonisierenden Magentherapie und auch bei der Behandlung der anämischen Konstitution an, weil sie ein Wärmegefühl im Magen erzeugen, aber auch zirkulations- und stoffwechselfördernd wirken. Daneben zählt er Weihrauch zu den milderen Rubefacientia. Nach dem Vorbild der alten Ägypter lässt sich im Rahmen einer Aromatherapie Extr. Olibani Massageölen zumischen oder mit entsprechendem Emulgator (Salz, Honig, Sahne) als tonisierenden Badezusatz verwenden.

Da Olibanum in granis zum traditionellen Bestand der Apothekenoffizin gehörte, wird er auch in der Deutschen Pharmakopoe (DAB1) aufgeführt. Das Arzneibuch beschränkt sich jedoch auf eine Beschreibung von Aussehen und Beschaffenheit des Stoffes. Weitere Zubereitungen oder Indikationen werden nicht angegeben. Interessanterweise taucht "Olibanum" in den späteren Deutschen Arzneibüchern nicht mehr auf.

Bis Mitte unseres Jahrhunderts kannte die traditionelle Pharmakologie in Deutschland eine Reihe von Verwendungen für Weihrauch. Innerlich bei Erkrankungen der Atemwege ( Katarrhe, Pharyngitis ), des Verdauungstraktes, des Harntraktes und bei Gicht und Rheuma. Extern als Pflaster oder Salben bei Ulcera, Furunkeln. Durch das Gelingen erster Reindarstellungen der Arzneistoffe um die Jahrhundertwende hat sich die Pharmakologie umorientiert, weg von den tradierten Pflanzenzubereitungen hin zu chemisch-pharmazeutischen Medikamenten. Dieser tiefgreifende Wandel fand seinen raschen und schier absoluten Durchbruch in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg und ließ Olibanum in Vergessenheit geraten.

Samuel Hahnemann hat Weihrauch als Arzneimittel erkannt und ihn auch im Apothekerlexikon erwähnt. Die Frage warum Hahnemann den Weihrauch anscheinend nie geprüft und in die homöopathische Materia Medica aufgenommen hat ist fraglich. Gerade weil zu Hahnemanns Zeit der Weihrauch in der damaligen Medizin viel öfter erwähnt und beschrieben wurde als heutzutage.

PHYTOTHERAPEUTISCHE ANWENDUNG

Spricht man in Fernsehen oder Presse vom "Wundermittel Weihrauch", so meint man damit das Medikament "H15 Ayurmedica". Fast alle klinischen Versuche zur Wirkung von Weihrauch sind mit diesem Mittel durchgeführt worden. H15 wird eigentlich in Indien (Bombay) von der Gufic Ltd. hergestellt und ist dort unter dem Namen "Sallaki" zugelassen. H15 Ayurmedica sind Tabletten, die je 400 mg Trockenextrakt (Olibanum extractum siccum) aus Boswellia serrata enthalten. Die Packungsbeilage deklariert es als "pflanzliches Antirheumatikum" mit den Indikationen der aktiven rheumatischen Arthritis (rheumatoide Arthritis) und der juvenilen chronischen Arthritis. Während die bisher durchgeführten klinischen Untersuchungen dem vorgeschriebenen gesetzlichen Rahmen noch nicht entsprechen, hat man doch schon in den 80er Jahren toxikologische Tests an Ratten, Hunden, Affen und in vitro vorgenommen. 1988 äußerte Prof. Dr. H. Greim (München) in einem bislang unveröffentlichten Gutachten (Fa. Ayurmedica), aus pharmakologisch-toxikologischer Sicht bestünden keine Einwände gegen eine deutsche Zulassung von H15. Trotzdem wird es sicherlich noch Jahre dauern, bis ein solches Medikament in Deutschland zugelassen ist.

Die jahrhundertealte Erfahrung mit Olibanum als Phytotherapeutikum und in der Aromatherapie sowie die zusammengefassten Ergebnisse der modernen Weihrauchforschung weisen auf potentielle Einsatzmöglichkeiten im Bereich von Psyche, Verdauungstrakt, Immunsystem und anderen Anwendungsgebieten hin.

Unabhängig von den Nöten und Widrigkeiten eines H15-Imports hat man in der naturheilkundlichen Gelenktherapie Olibanum in capsulis schon seit langem erfolgreich angewandt:

Rp.: Olibani capsulae Olibani pulv. 0,3 Sacc. lact. q.s.

M.F. Caps. d. tal. dos. Nr. CXX 4 x 1/Tag nach den Mahlzeiten (Preis ca. 75,- DM)

Da diese Weihrauchkapseln keinen Extrakt, sondern pulverisiertes Olibanum enthalten, ist der Aufbau eines Depots für die Wirkung noch entscheidender als bei H15. Der Patient muss natürlich darüber aufgeklärt werden, dass die Wirkung langsam beginnt, und zwar nach ca. vier Wochen. Das Rezept ( 120 Kapseln ) reicht für einen Monat. Die Einnahme muss über längere Zeit erfolgen.

Die Verträglichkeit ist erfahrungsgemäß gut. Die Kapseln sollten nicht auf nüchternen Magen genommen werden. Es kann in einzelnen Fällen zu Hauteffloreszenzen oder Pruritus kommen. Probleme bereitet manchmal das Schlucken der Kapseln, da für ein brauchbares Verhältnis von Olibanum und Füllmittel (Milchzucker) die größte Kapselgröße (00) eingesetzt werden muss.

MÄRCHEN

Die mystische Atmosphäre des Weihrauches wird in den Märchen von 1001 Nacht recht gut erfasst. Aber auch Märchen und Geschichten wo es um Sehnsüchte und große Erfüllungen geht kommen hier in Frage. Z.B. Dornröschen oder auch die Weihnachtsgeschichte.


QUELLEN:

LITERATUR

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Arne Krüger Heilpraktiker & Tierarzt Mohriner Allee 88 12347 Berlin www.arnekrueger.de E-Mail : homoevet@t-online.de