CHAMOMILLA RECUTICA

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Chamomilla recutica

PRÜFUNG:

Chamomilla in: Samuel Hahnemann, Reine Arzneimittellehre, Teil 3

KURZBESCHREIBUNG NACH DR. JOH.-MATTHIAS BANSA

Fieber, Bauchkrämpfe, Zahnen der Säuglinge, Durchfälle besonders bei Kindern. Große Schmerzempfindlichkeit und Reizbarkeit, Magenkrämpfe nach Ärger und Zorn.


THEMA:

Chamomilla, die Kamille, passt zu Menschen, die unruhig sind, ärgerlich, auch jähzornig und schnell zu Wutausbrüchen neigen. Sie haben Fieber, sind schmerzempfindlich, sehr durstig und immer unzufrieden.

Es passt außerdem zu Kindern, die Schmerzen bei der Zahnung haben oder unter Bauchkrämpfen leiden. Diese Kinder sind oft quengelig.

Der Schlaf des Kindes ist unruhig, sie wälzen sich hin und her und wachen gegen 04:00 Uhr auf, können danach nur schwer weiterschlafen.

Oft hilft Chamomilla bei ruhigen und sanften Menschen nicht. Alternativ dazu kann PULSATILLA verwendet werden.

Chamomilla ist empfindlich, reizbar, durstig, heiß und mit Taubheitsgefühl. Überempfindlichkeit durch Kaffee- und Narkotikamißbrauch.

Die Schmerzen sind unterträglich, verbunden mit Taubheitsgefühl. Nachtschweiße.

SCHLÜSSELSYMPTOME nach BOGER

REGION

GEMÜT.

NERVEN

GEFÜHLE.

  • Schleimhäute
    • VERDAUUNGSTRAKT.

Leber.
Frauen und KINDER.

Linke Seite.


SCHLECHTER

ZORN. NACHTS.
ZAHNUNG.

  • Kälte
    • Luft
    • Feucht.

Wind. Sich erkälten.
KAFFEE.
Narkotika.[Alkohol.]


BESSER

GETRAGEN WERDEN.
Mildes Wetter.
Hitze. Schwitzen.
Kalte Anwendungen.


[Üble Laune. Wütende Reizbarkeit, schnippisch und Unerträglichkeit von Schmerzen. Wie verrückt von Schmerz. Übertreibt ihre Schmerzen. Unversöhnliche Verdrießlichkeit.] ÜBEREMPFINDLICH. Wirft sich herum, schreit auf oder läuft hin und her (Ars.); verlangt augenblickliche Erleichterung. Außer sich oder erschöpft durch Schmerzen. Neuralgische oder gichtig-rheumatische Personen. Anfallsweise gereizt und ruhelos; DURCH KOLIK; trockenen, kitzelnden Husten, usw. Krämpfe, mit galligem Erbrechen; der Muskeln. Taubheitsgefühl, beim Erwachsenen; nach Schmerzen; Hände, beim Ergreifen von Dingen. Sich wiederholende Spasmen; des Gesichts, der Arme, Beine usw.

GARSTIG, ÄRGERLICH UND UNARTIG. STREITSÜCHTIG; verärgert bei jeder Kleinigkeit. Kurz angebunden. Abneigung, angesprochen oder berührt zu werden. WÜNSCHT, GETRAGEN ZU WERDEN oder weist ab, was ihm angeboten wird. Lässt Worte aus. Empfindlich gegenüber [kaltem] Wind an den Ohren. Stechen, Ohrenschmerz; > Wärme. Schwellung, oder RÖTE EINER WANGE. Gesichtsschmerz (re.), zum Ohr. Kiefer fühlen sich an wie müde. Schlechter, saurer Atem. Bitterer Geschmack. Dicker, gelbweißer Zungenbelag. Aufstoßen wie faule Eier. Aufgetriebene Gedärme. [Kolik zieht aufwärts; < Zorn (Coloc.).] Schneiden oder Blähungskolik; < nachts. STÜHLE, heiß, SAUER, GRASGRÜN, SCHLEIMIG, WIE GEHACKT, gelbgrün, ODER UNVERDAUT; riechen wie faule Eier. Falsche Wehen; erstrecken sich nach oben; die Innenseiten der Oberschenkel hinab. Krämpfe beim Stillen. Dunkle, klumpige Menses oder Lochien. Asthma, < trockenes Wetter. Gelbsucht. Trockene Handflächen. Schläfrig, verstört bei Schmerzen, Auffahren, usw. Fröstelig, jedoch leicht überhitzt, erkältet sich daher. Kälte eines Körperteiles, mit Hitze eines anderen; < während Entblößen. Abwechselnd Frost und Hitze. Heiß und durstig oder heißer Scheiß, während der Schmerzen. Heißer Schnupfen; heiße Stühle. Fiebrig, durch unterdrückte Absonderungen. Kopfschweiß. [Schlaflosigkeit durch Missbrauch von Narkotika.]

Ergänzend: MAGNESIUM CARBONICUM, SANICULA AQUA

Verwandt: NUX VOMICA, STAPHISAGRIA

Antidote: COMOCLADIA DENTATA, IGNATIA AMARA, NUX VOMICA, PULSATILLA PRATENSIS

Leitsymptome:

  • Das Kind hat Schmerzen beim Zahnen oder Zahnschmerzen
  • Der Patient hat grünlichen Durchfall, der nach fauligen Eiern riecht
  • Der Patient hat stechende Ohrenschmerzen, Hitze und Schwellung machen ihn verrückt
  • Der Patient hat krampfartige Magen- und Bauchschmerzen, die sich bei Wärme bessern
  • Der Patient hat eine rote Backe, eine blasse Backe
  • Der Patient schwitzt am Kopf
  • Der Patient hat unerträgliche, plötzliche Schmerzen
  • Der Patient ist überempfindlich durch zu viel Kaffee oder durch andere Aufputschmittel
  • Die Patienten klagen über krampfartige Magenbeschwerden, dazu ein Druckempfinden, als läge ein Stein auf dem Magen
  • Der Patient klagt über Magenschmerzen und Beschwerden im Gallebereich, verursacht durch heftigen Ärger
  • Der Patient klagt über Magenbeschwerden durch große Aufgeregtheit und nervliche Überempfindlichkeit
  • Der Patient klagt über Blähungskoliken

Modalitäten:

Verschlimmerung:

  • Aufregung
  • Kaffee
  • Berührung
  • Ärger
  • Hitze, nachts.

Nachts verschlimmern sich die Beschwerden. Auch durch Ärger, Zorn, Aufregung können sich die Beschwerden verschlechtern. Meist sind die Beschwerden morgens um 9 Uhr und abends zwischen 21 bis 24 Uhr am schlimmsten.

Besserung:

Durch getragen werden (bei Kindern) und bei Bewegung verbessern sich die Beschwerden.

Geistes- und Gemütssymptome:

Weinerliche Unruhe; das Kind verlangt dies und jenes, und wenn man´s ihm gibt, so will es dasselbe nicht. Jämmerliches Heulen des Kindes, weil man ihm das Verlangte abschlug. Das Kind kann nur durch Umhertragen und ständiges Liebkosen beruhigt werden. Ungeduldig. Er kann es nicht ausstehen, wenn man ihn anredet, ihn im Reden unterbricht (vorzüglich nach dem Aufstehen vom Schlaf).

Extreme Empfindlichkeit für jeden Schmerz; jammert immer. Boshaft, zum Zank aufgelegt. Beschwerden durch Ärger und Verdruß.

Geistige Ruhe kontrainduziert Chamomilla.

Charakteristische Symptome: (Schema Kopf zu Fuß)

Kopf:

Klopfender Kopfschmerz in der einen Gehirnhälfte. Neigt dazu, den Kopf zurückzubeugen. Heißer, klebriger Schweiß auf Stirn und Kopfhaut.

Augen:

Brennen der Lider. Gelbe Sklera. Krampfhaftes Schließen der Augenlider.

Ohren:

Ohrenklingen. Ohrenweh mit Schmerzhaftigkeit; Schwellung und Hitze machen den Patienten verrückt.

Ohrschmerzen ohne Absonderung Folgen von Ärger, Tadel, Zahnen.

Nase:

Empfindlich gegen alle Gerüche. Schnupfen, kann dabei nicht schlafen.

Gesicht:

Eine Wange rot und heiß; die andere blaß und kalt. Zucken von Zunge und Gesichtsmuskeln.

Mund:

Zahnschmerzen < nach warmen Getränken, Kaffee, in der Nacht. (Unerträgliche Schmerzen) treiben zur Verzweiflung. Zahnungsbeschwerden von Kindern. CALCIUM PHOSPHORICUM

Im Kiefer, Stiche bis in s Ohr; (hat beim Öffnen der Kiefer einen krampfartigen Schmerz in den Kaumuskeln) bis in die Zähne (hinein). Zahnweh, wenn irgendetwas Warmes eingenommen wird, nach Kaffee, während der Schwangerschaft. Nächtlicher Speichelfluß.

Hals:

Die Parotis und Unterkieferdrüsen sind geschwollen. Einschnürung und Schmerz wie von einem Pflock.

Magen:

Fauliges Aufstoßen. Übelkeit nach Kaffee. Schwitzt nach Essen oder Trinken. Abneigung gegen warme Getränke. Gelbe Zunge; bitterer Geschmack. Galliges Erbrechen. Saures Aufstoßen; die Speisen schwulken heraus. Bitteres, galliges Erbrechen. Magendrücken, als ob ein Stein herabdrücke. BRYONIA ALBA, ABIES NIGRA

Abdomen:

Aufgetrieben. Kolik in der Nabelgegend und Schmerz im Kreuz. Blähungskolik, nach Ärger, mit roten Wangen und heißem Schweiß. Gallenkolik. Akute Duodentitis.KALIUM BICHROMICUM (chronisch).

Stuhl und Anus:

Heiße, grüne, wäßrige, stinkende und schleimige Stühle, mit Kolik. Gehackter weißer und gelber Schleim, wie gehackte Eier und Spinat. Wundheit des Anus. Durchfall während der Zahnung. Hämorrhoiden, mit schmerzhaften Fissuren.

Harnorgane:

Männliche Genitalien:

Weibliche Genitalien:

Uterusblutung. Reichliche Absonderung klumpigem, dunklem Blut, mit wehenartigen Schmerzen.

Krampfartige Wehen; die nach oben drücken. GELSEMIUM

Die Patientin erträgt keinen Schmerz.CAULOPHYLLUM, CAUSTICUM, GELSEMIUM, HYOSCAMUS NIGER, PULSATILLA

Die Brustwarzen sind entzündet; berührungsempfindlich. Bei Neugeborenen sind die Brüste empfindlich. Gelbe scharfe Leukorrhoe. ARSENICUM ALBUM, SEPIA, SULFUR

Atemwege:

Heiserkeit, Räuspern, Wundheit des Kehlkopfes. Trockener kitzelnder Reizhusten; erstickende Beklemmung der Brust, mit bitterem Auswurf tagsüber. Schleimrasseln in der Brust bei Kindern.

Herz und Puls:

Äußerer Hals und Rücken:

Unerträgliche Schmerzen in Lenden und Hüften. Lumbago.

Steifigkeit der Halsmuskeln

Extremitäten:

Gelenkentzündung Unerträgliche Schmerzen. Äusserst schmerzempfindlich. Wacht nachts auf. Gereizt, launisch, jammert.

Heftige rheumatische Schmerzen treiben ihn nachts aus dem Bett; er ist gezwungen umherzugehen. Brennen der Sohlen nachts.SULPHUR

Obere Extremitäten:

Untere Extremitäten:

Die Sprunggelenke geben nachmittags nach. Nächtliche, lähmige Kraftlosigkeit der Füße; (sie haben keine Macht), er kann nicht auftreten (und wenn er aufsteht, so sinkt er zu Boden).

Haut:

Schlaf:

Schläfrigkeit mit Stöhnen; Wimmern und Weinen im Schlaf; ängstliche und schreckliche Träume, mit halbgeöffnete Augen. Wacht gegen 03.00 Uhr auf.

Fieber:

Besondere Hinweise:

Verwandte Mittel:

BELLADONNA: Chamomilla folgt Belladonna bei Kinderkrankheiten und Opiumabusus.

Antidote:

CAMPHORA, NUX VOMICA, PULSATILLA

Komplementärmittel:


AMILLE IN HOMÖOPATHIE UND PFLANZENHEILKUNDE

Vortrag von Arne Krüger Stellv. Schulleiter der Samuel-Hahnemann-Schule Berlin www.samuelhahnemannschule.de

auf dem Heilpraktikerkongress Karlsruhe / Juni 2005 modifiziert veröffentlich in der Berliner Homöopathie

Chamomilla / echte Kamille / Matricaria Chamomilla

Chamomilla, die Kamille hat mich gereizt, weil es trotz intensiver phytotherapeutischer und pharmakologischer Forschung nicht gelungen ist, die Inhaltsstoffe zu finden und einzeln zu verwenden, die die gesamte Pflanze als Heilmittel verdrängen. Da sich bei Chamomilla also die ganze Pflanze gegenüber den isolierten Einzelstoffen durchgesetzt hat, hat es mich gereizt diese hartnäckige Pflanze mit den Schülerinnen und Schülern der Samuel-Hahnemann-Schule im Rahmen einer Blindprüfung zu testen.

BOTANIK

Die Kamillenpflanzen sind, mehrere, sehr ähnliche Arten aus der Familie der Korbblütler. Gemeinsam sind ihnen die fein zerteilten Blätter sowie der Aufbau der Blütenkörbchen aus einem Kranz weißer Strahlen- und einer oft kegelförmigen Mitte aus goldgelben Röhrenblüten. Außerdem ist der typische Kamillengeruch kennzeichnend, der jedoch bei den einzelnen Arten unterschiedlich intensiv ausgeprägt ist. Neben der Echten Kamille zählen als weitere Arten die Römische Kamille und die Färber-Hundskamille oder Färberkamille zu dieser Gruppe. Die Blütenköpfe der beiden erstgenannten Arten verwendet man frisch oder getrocknet zur Herstellung von Kamillentee, der wegen seiner Heilwirkung geschätzt wird. Zudem kann aus den Blüten das so genannte Kamillenöl extrahiert werden, das u. a. Bestandteil von Parfüms, Medikamenten, Haarspülungen ist. Die Blüten der Färberkamille liefern einen gelben Farbstoff. Eine weitere, nach Kamille duftende Art ist die Strahlenlose Kamille, der die weißen Strahlenblüten fehlen. Die Kamillenpflanzen gehören alle zur Familie Compositae ( Asteraceae ), jedoch zu verschiedenen Gattungen. Die Echte Kamille heißt botanisch Chamomilla recutita (oder Matricaria chamomilla), die Römische Kamille Chamaemelum nobile, und die Färber-Hundskamille oder Färberkamille Anthemis tinctoria, die Strahlenlose Kamille Chamomilla suaveolens (oder Matricaria suaveolens). Die als homöopathisches Arzneimittel verwendete Kamille ist die echte Kamille ( Matricaria chamomillae ). Es handelt sich bei den Kamillepflanzen um einjährige Kräuter mit mehrfach fiederteiligen, wechselständigen Laubblättern und mit ästigem Stengel. Die Blütenköpfe sind einzeln und gestielt. Die Hülle ist halbkugelig und die Hüllblätter sind wenigreihig und häutig berandet. Der Blütenboden ist kegelig, hohl und ohne Spreublätter. Die Röhrenblüten sind zwittrig, röhrig, 4- oder 5-zähnig und von der Farbe her gelb bis grünlichgelb. Die Kamille ist fast in ganz Europa verbreitet, nördlich bis Skandinavien und Nordasien. Auch in Australien, Neuseeland, Südamerika und im Westen Nordamerikas kann man die Kamille finden. Der Kamillen-Weltmarkt wird auf jährlich ca. 4500 Tonnen geschätzt. Der deutsche Kamillenbedarf in Höhe von ca. 3000 Tonnen wird ausschließlich durch Einfuhren aus verschiedenen Anbauländern gedeckt. Argentinien beherrscht mit ca. 8000 ha Anbaufläche und einer Jahresproduktion von 2500 Tonnen Droge den Weltmarkt. In Ägypten wird die Kamille überwiegend auf der Stufe einer Wildpflanze angebaut. Fortschrittlicher Kamillenanbau wird dagegen in Spanien, Argentinien und in einigen osteuropäischen Ländern praktiziert.

Der lateinische Name Matricaria basiert auf "mater", dem lateinischen Wort für Mutter, bzw. Gebärmutter, da die Krankheit früher oft bei Wochenbettbeschwerden eingesetzt wurde. Synonymnamen der echten Kamille sind auch kleine Kamille, Deutsche Kamille, Feldkamille, Hermel, Kamille, Kleine Kamille, Mutterkraut, Mägdeblume (deutsch), Chamomile flowers, Common chamomile, German chamomile, Hungarian chamomile, Small chamomile, True chamomile, Wild chamomile, Pin heads (engl.), Fleur de camomile, Camomille (Chamomille), Camomille allemande, Camomille commune, Chamomille d'Allemagne, Matricaire, Matricaire camomille (franz.), Camomilla comune, Capomilla (ital.), Camomilla, Manzanilla, Manzanilla alemana, Manzanilla común, Manzanilla de Aragón, Manzanilla dulce, Manzanilla ordinaria (span.), Camomila, Camomilla dos Alemães, Camomilla vulgar, Mançanilha, Margaça das boticas (port.), Kamille (dän.), Sötblomster (schwed.), Rumianek (poln.), Ramaszka (russ.), hermanek pravy (tschech.), Szekfüvirag (ung.).

In Großbritannien, Frankreich und Belgien wird statt der echten Kamille oftmals die römische Kamille (Chamaemelum nobile L.) mit den Synonymnamen große Kamille, Hundskamille, English chamomile, Sweet chamomile, verwendet. Die Anwendungsgebiete von echter und römischer Kamille in der Pflanzenheilkunde sind allerdings identisch.

INHALTSSTOFFE

Die Kamillenblüten enthalten 0,3 - 1,5 % ätherische Öle, u.a. Bisabolol, Bisabololoxiden, Bisabolonoxid, Chamamazulen ( Produkt des Matracin ), Chamaviolon ( karmesinrot und wohlriechend ), Spathulenol und verschiedene Ether. Es finden sich ferner Sesquiterpenlactone (Mataracin, Matricarin), Flavonoide (Apigenin, Chryseriol, Lutein, Patuletin, Rutin, Hyperosid, Cosmosiin), Cumarine, Anissäure, Kaffeesäure, Vanillinsäure und Schleim. Die Ölgehalte variieren im Laufe der Pflanzenentwicklung. Während der Blütenentwicklung wird im allgemeinen ein Gehaltsanstieg beobachtet. Der Maximalgehalt von 0,3 bis 1,5% wird vor dem vollen Aufblühen erreicht. Mit dem Abblühen geht der Ölgehalt deutlich zurück. Der Gehalt an Matricin und Bisaboloiden folgt diesem Gang. Die Wurzeln enthalten nur geringe Mengen an ätherischem Öl.

Kamillenöl wird aus frischen oder getrockneten Kamillenblüten mit Stengeln durch Wasserdampfdestillation mittels diskontinuierlicher Verfahren in mobilen oder stationären Destillationsbehältern oder nach einem kontinuierlichen Verfahren gewonnen. Die Zusammensetzung des Kamillenöls wird von der Art des Destillationsguts und vom Destillationsverfahren beeinflusst. Kamillenöle aus frischen und getrockneten Pflanzenteilen weisen nur geringe Unterschiede im Wirkstoffgehalt auf. Bei Verwendung von stengelhaltiger Blütenware kann die Ölausbeute im Vergleich zu reiner Blütenware verbessert werden. Die Ölausbeuten betragen ca. 0,2 bis 0,3%, bezogen auf das Trockengewicht der eingesetzten Frischware. Kamillenöl enthält die wasserdampfflüchtigen lipophilen Inhaltsstoffe der Kamillenblüten.

ARZNEIZUBEREITUNG

Für die homöopathische Arzneizubereitung werden die frischen Pflanzen zur Zeit der Blüte gesammelt. Durch Versetzung mit kaltem Wasser wird dann ein Preßsaft gewonnen.

Für die phytotherapeutische Arzneizubereitung werden die Kamillenblüten (Matricariae flos) von Matricaria recutita L. nach dem DAB 1996 verwendet. Die Blütenköpfe mit ihren gelben Röhrenblüten sind von einem Kranz weißer Zungenblüten umgeben. Der spitz-kegelige Blütenstandsboden ist hohl und trägt keine Spreublätter. Die Kamillenblüten riechen charakteristisch und kräftig aromatisch. Der Geschmack ist etwas bitter.

PHARMAKOLOGIE

Die pharmakologische Wirkung der Kamille kann als antiphlogistisch, antioxidativ, spasmolytisch, wundheilungsfördernd, desodorierend, antibakteriell, Bakterientoxinhemmend, Stoffwechselsanregend, ulcusheilende, fungizid und immunstimulierend definiert werden.

Die antiphlogistische Wirkung basiert auf Bisabolol und Chamazulen welche die Cyclooxigenase und Lipoxygenase im Synthesecyklus der Arachidonsäure und Prostaglandine hemmen. Dadurch wird ähnlich der Salicylsäure die Entzündungsreaktion des Körpers gehemmt.

Die spasmolytische Wirkung entsteht durch die Hemmung der Calciummobilisation und des Calciumeinstromes in die Zellen der glatten Muskulatur des Magen-Darm-Traktes. Die ulcusheilende Wirkung kommt durch die Hemmung der proteolytischen Aktivität von Pepsin und die Hemmung der Pepsinproduktion zustande. Die Immunstimulation erfolgt durch die Schleimstoffe.

Man kann eine wundheilungsfördernde, und desodorierende Wirkung beobachten. Antibakteriell wirkt die Kamille vorwiegend bakteriostatisch auf grampositive Keime wie Staphylococcus aureus und auf Streptokokken, sowie hemmend auf Bakterientoxine. Auch die Anregung des Hauptstoffwechsels ist zu beobachten, genauso wie eine schwache fungizide Wirkung auf Candida albicans und Dermatophyten. Interessant bei diesen Wirkungen ist, dass keine chemische Leitsubstanz zu finden ist, der man diese pharmakologischen Wirkungen zuordnen kann, es muss hierbei schon die ganze Pflanze sein.

Nebenwirkungen

Bei der phytotherapeutischen Anwendung sind nach der Monographie der Koimmission E keine Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und Kontraindikationen bekannt. In seltenen Fällen sind Kontakallergien gegen die Kamille bei äusserlicher Anwendung zu beobachten.

TOXIKOLOGIE

Zu starker Kamillentee in großen Mengen kann bei Kindern mit Bauchschmerzen erhebliche Koliken auslösen. Daher sollte der Kamillentee nicht zu stark gemacht werden.

MYTHOLOGIE

Ein verbreiteter Mythos der Kamille bestand darin, dass die Kamille besonders heilkräftig sein sollte, wenn an Johanni gesammelt wurde. Diesen Glauben findet man aber auch bei Holunder, Johanniskraut und Kümmel. Dieser Mythos stammt daher, dass man glaubte, dass in die Kräuter welche man an Johanni sammelt, keine Würmer hineinkommen, die Hexen nach Johanni auf die Kräuter nässen oder an diesem Tag der böse Krebs über die Felder fliegt. In Siebenbürgen glaubte man, dass sich an Johanni die echte Kamille in die Hundskamille verwandelt.

Die Kamille wurde als antidämonisches Mittel verwendet, insbesondere um Erntedämonen abzuhalten. Auch schützte die Kamille, wenn man sie in der hand trug dagegen, verhext zu werden. Wenn man die Kamille in Bündeln unter der Decke aufhängt, bewegen sich diese Bündel sobald eine Hexe in den Raum kommt. Nach einer Sage sind die "Hermännchen", was als Volksname für die Kamille verwendet wurde, verwunschene Soldaten.

In Skandinavien wurde die Kamille Aufgrund ihrer gelben Blütenscheibe mit der Sonne verglichen und dem Sonnegott Baldur zugeordnet.

VOLKSHEILKUNDE

Schon GALEN und ASCLEPIUS besprechen die Anwendung von Kamillentee. DIOSKURIDES empfiehlt Kamillenbäder und Umschläge gegen Kopfschmerzen, Leber-, Nieren und Blasenleiden.

Die Kamille wird in der Volksheilkunde häufig gegen Augenkrankheiten verwendet. Nach PSEUDO-APULEIUS soll sie dazu vor Sonnenaufgang mit der Anrufung "ad albuginem oculorum te carpo, at subvenias" gepflückt werden.

PARACELSUS beschreibt die Anwendung von Kamille bei Gelbsucht, Fieber, Kopfschmerzen, Krebs und bei Geschwüren. MATTHIOLUS wendet sie bei Menstruationsstörungen, Harnsteinen, Blähungen, Magenbeschwerden, Schmerzen im Verdauungsapparat, Schmerzen der Harnwege und am Uterus, inneren Geschwülsten, Leber- und Milzverstopfung, Gelbsucht, Asthma, Lungenabszessen, Epilepsie, Koliken des Darmes und beim Kropf an. In der Volksmedizin wird die Kamille in Form des Kamillentees verwendet bei schmerzhaften, mit Krämpfen verbundenen Magen- und Darmstörungen, wie Durchfall und Blähungen, bei entzündlichen Magen- und Darmerkrankungen, wie Gastritis und Enteritis. Als Mundspülung bei Entzündungen der Mund- und Rachenhöhle. Äußerlich in Form heißer Kompressen bei schlecht heilenden Wunden, als Sitzbad bei Abszessen, Furunkeln, Hämorrhoiden und Frauenleiden. Als Kamillendampfbad zur Behandlung von Akne vulgaris, zur Inhalation bei Schnupfen und Bronchitis sowie als Zusatz zu Säuglingsbädern. Die Wirksamkeit bei den genannten Anwendungen wurde im Rahmen der Aufbereitung des wissenschaftlichen Erkenntnismaterials weitgehend bestätigt.

PHYTOTHERAPIE

Phytotherapeutisch können die Kamillenblüten an Antiphlogistikum, Spasmolytikum, Karminativum und Stomachikum angewendet werden. Bei der äußerlichen Anwendung werden die antiphlogistische, ulcusheilende, bakterizide und fungizide Wirkung genutzt. Hier sind Hauptanwendungsgebiete Entzündungen der Haut und der Schleimhäute, Katarrhe des Nasen-Rachen-Raumes, Bronchitiden, Entzündungen der Mundhöhle, Zahnfleischentzündungen, Erytheme der Haut. Auch Erkrankungen im Anal- und Genitalbereich eignen sich für Bäder und Spülungen mit Kamillenlösungen. Bei der innerlichen Anwendung sind die Hauptanwendungsbereiche Magen-Darm-Beschwerden wie Gastritis, Enteritis, Colitis, Blähungen und krampfartige Erscheinungen im Verdauungsapparat. Auch bei Menstruationsbeschwerden kann die Kamille innerlich verwendet werden.

Rezepte

Für die Zubereitung eines Kamillenblütentees wird ein gehäufter Teelöffel Kamillenblüten (ca. 3 g) mit heißem Wasser (ca. 150 ml) übergossen, zugedeckt stehen gelassen und nach 5 - 10 Minuten durch ein Teesieb filtriert. Im Rückstand sind immer noch 70 % der ätherischen Öle enthalten, diese sind nur über den alkoholischen Auszug nutzbar.

Bei Erkrankungen der Magen-Darm-Erkrankungen wird 3 - 4-mal täglich eine Tasse frisch zubereiteter Tee zwischen den Mahlzeiten getrunken. Bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhäute wird mehr mal täglich mit dem frisch zubereiteten Tee gespült oder gegurgelt.

Für die äußere Anwendung werden 3 bis 10 prozentige Aufgüsse der Kamillenblüten für Umschläge und Spülungen verwendet. Als Badezusatz werden ca. 50 g Kamillenblüten auf 10 l Wasser verwendet.

Standardisierte Kamillenpräparate sind zahlreich auf dem Arzneimittelmarkt vorhanden, z.B. Eukamilat, Kamillosan, Perkamillon u.v.a..

Zur Bereitung eines Dampfbades werden 1 bis 2 Eßlöffel ( ca. 6 g) Kamillenblüten mit heißem Wasser übergossen.

HOMÖOPATHIE

Chamomilla / Kamille von E. Gardemin

Tut dem Menschen etwas weh, Kocht er sich Kamillentee. Und auch wir benutzen drum Ihn als Analgeticum.

Jammert etwa einer kläglich: »Dieser Schmerz ist unerträglich«, Dann tut Wunder »Chamomille« Fast wie eine Morphiumpille.

Solchen Jammer kann man hören, Oft bei Frauen, die gebären, Ebenso bei Neuralgien, Und bei Zahnschmerz hört man ihn.

Ist der Kranke unausstehlich, Sagt man gleich »Kamille wähl ich«. Selbst die Kinder in der Wiegen Zeigen größtes Mißvergnügen.

Eine Wange ist oft weiß – Die andre aber rot und heiß, Ätiologisch merke man: Fängt sehr oft mit Ärger an.

SYMBOLIK

BOMHARDT ordnet in der Symbolik von Chamomilla folgende Themen zu : Mutter, Umhüllung, Krampf, Schutzlosigkeit, Wahnideen und den Sonnengott Baldur. In der Astrologie wird Chamomilla Venus-Uranus, Mars-Saturn, Mond-Mars, Krebs und Mond-Saturn zugeordnet. Als typische Chamomillafarbe wird die Farbe Gelb definiert.

Typische Redensarten von Chamomilla sind : "Bitte hilf mir, obwohl mir nichts hilft." "Ich bin nun mal so" "Ich kann nicht anders"

GEMÜT

Die Gemütsverfassung von Chamomilla ist durch große Reizbarkeit und Ungeduld, Jähzorn und die Neigung zu Zornausbrüchen gekennzeichnet. Man findet ein launisches und schnippisches Wesen. Nach GAWLIK ist der zu Chamomilla passende Wesenszug "der Selbstgefällige".

HAHNEMANN selbst charakterisiert Chamilla in der Reinen Arzneimittellehre wie folgt: "Überhaupt haben die Chamille-Schmerzen das Eigne, dass sie in der Nacht am wüthendsten sind, und dann oft bis zu einem Grad von Verzweiflung treiben, nicht selten mit einem unablässigen Durste, Hitze und Röthe der einen Backen; auch wohl heißem Kopfschweiße selbst in den Haaren. Die Schmerzen von Chamille deuchten gewöhnlich unerträglich und nicht auszuhalten."

Chamomilla ist empfindlich, reizbar, durstig, heiß und taub. Unerträgliche Schmerzen mit Taubheit. Nach Boericke wären eine milde, sanfte Disposition sowie Stuhlverstopfung kontraindizierend für Chamomilla.

Besonders auffällig sind für Chamomillamenschen Überempfindlichkeiten durch Kaffeemissbrauch und Narkotikamissbrauch. Die Menschen können sich während ihrer Wutanfälle an den eigenen Haaren und Ohren reißen. Die Patienten weinen sehr laut, sie schreien sich förmlich die Lunge aus dem Leib. Im Umgang mit Chamomillamenschen in dieser Phase hat man dass Bedürfnis den Raum zu verlassen bzw. die Kinder aus dem Raum zu weisen. JUS beschreibt sogar dass Bedürfnis, den schreienden Chamomillamenschen aus dem Fenster zu werfen.

DAS CHAMOMILLA-KIND

Der Chamomilla-Typus bei Kindern ist weniger an äußeren Merkmalen geprägt als vielmehr durch sein auffälliges Verhalten. Das Chamomilla-Kind hält seine Eltern auf Trab. Es ist irritiert, ruhelos, garstig, böse und jammervoll. Annäherungsversuche und die Kontaktaufnahme führen zu einem schnippischen Schnauben oder zu einem Wutausbruch. Wenn man mit Spielzeug oder Geschenken das Kind von seinem Kummer ablenken will, wird das Geschenk eher verächtlich weggeworfen. Die Kinder fragen nicht, ob sie etwas haben können, sie fordern es einfach. Man findet Übellaunigkeit, Ruhelosigkeit und Koliken. Die Kinder sind jämmerlich und unruhig. Sie gebärden sich ungebärdig und widerwärtig, wissen nicht was sie wollen.

Die Kinder weinen jämmerlich, wollen nicht auftreten, nicht gehen, nicht getragen werden sondern nur liegen. Wenn sie sich hinlegen können sie der ohnmachtsähnlichen Müdigkeit und Schwäche nachgeben. Das einzige was tröstet ist das tragen auf dem Arm, auch wenn sich die Kinder anfangs dagegen sperren. Nur auf dem Arm kommen sie zur Ruhe.

Die Kinder wollen nicht, dass man sie ansieht, anspricht oder sich ihnen nähert. Wenn die Kinder sich ärgern, kann es zur Wut und bis zu Krämpfen kommen.

Die Chamomilla-Kinder sind sehr schmerzempfindlich und leiden zum einen besonders unter dem Zahnwechsel und zum anderen besonders unter Blähungen und Koliken. Zahnungsbeschwerden und Koliken sind zum einen ein konstitutioneller Hinweis, zum anderen aber eine besonders bewährte Indikation bei Zahnungsbeschwerden und Säuglingskoliken.

STIMMUNG

In der Arzneimittelprüfung zeigten sich Unruhe, Unzufriedenheit, aggressives Verhalten bei schnellen Stimmungswechseln von sehr heiter bis Unsicherheit und Frust. Das Konzentrationsvermögen war herabgesetzt. Es kam zu Gefühls- und Tränenausbrüche vor allem morgens.

Eine Prüferin fühlt sich wirr, irgendwie durcheinander, fährt in falscher Straßenbahn, steigt an falscher Haltestelle auf unbekannter Strecke aus, vergisst Schulsachen und Termine.

Es zeigen sich Antriebsarmut und Abends frühe Müdigkeit. Es zeigte sich aber auch eine versöhnliche Stimmungslage, zärtlichere Stimmung, die ganze Prüfung lang. Ausgeglichene Stimmung und Zittrigkeit und innere Unruhe.

Beim Aufstehen Gefühl, fast gelähmt zu sein. Eine Prüferin fühlt sich grüblerisch. Trotzdem Energie, unangenehme Dinge zu erledigen.

Insgesamt zeigte sich viel Niedergeschlagenheit, Lustlosigkeit und Müdigkeit.

SCHLAF:

Chamomilla ist gekennzeichnet durch Schläfrigkeit, ohne schlafen zu können. Die Kinder sind auf dem Arm der Eltern schläfrig, finden im Bett dann aber keinen Schlaf. Im Schlaf zeigen sich oft weinen, stöhnen und jammern. Der Schlaf ist sehr unruhig, es kommt im Schlaf zum weinen, schreien und husten, besonders bei Kindern. Auch Nachtschweiße sind zu finden.

In der Prüfung war der Schlaf unruhig, unausgeschlafenes Gefühl am nächsten Morgen. Kurzes Schlafbedürfnis, schlechter Schlaf. Nach Einnahme um 7.00 Uhr um ca. 9.00 Uhr bleierne Müdigkeit. Eine Prüferin musste sich um 10.00 Uhr hinlegen, schläft vier Stunden fest. Die Müdigkeit bleibt und der Schlaf ist unruhig. Beim Liegen Gefühl von „alles dreht sich.“

TRÄUME

In der Literatur sind Träume von Unfällen, Tieren, Ärger, Gewalt beschrieben. In BOMHARDTS Symbolischer Materia Medica werden Träume beschrieben, bei dehnen in einen Abgrund gefallen wird, historische Träume, von Anstrengung, davon reden zuhalten, von Tieren und Unfällen.

In der Prüfung traten viele Träume auf, des öfteren von Schlangen, mit viel Farbintensität,

Träume vom Schulunterricht in einer provisorisch zusammen gezimmerten Baracke im Urwald. Die Prüferin ist wieder Kind, niemand hört dem Lehrer im Biologieunterricht zu. Ein Lehrer erklärt was über Schlangen. Sein Bett steht im Klassenraum. Da ihm keiner zuhört, geht er schlafen. Als er die Decke zurückschlägt, kriechen darunter zwei große Schlangen hervor und schlängeln sich durch den Raum. Die Kinder streicheln sie und haben keine Angst. Der Lehrer freut sich, meint, die Kinder hätten doch was vom Unterricht mitbekommen.

Ein Prüfer befindet sich in der Schule. Er tanzt mit einer Frau in mittleren Jahren. Als er ihr ein Küsschen auf die Wange geben will, wendet sie sich ab und führt ihn in den Nebenraum, in dem ein Mann liegt. Er ist offenbar schwer krank, da er an Schläuchen hängt. Die Frau sagt: „Das ist mein Mann, er hatte eine schwere Operation.“ Prüfer nimmt einen riesigen Behälter voll Urin und leert ihn draußen aus. In den anderen Zimmer liegt überall Erde herum, da gerade Pflanzen umgetopft werden. Plötzlich steht er nackt auf einem kleinen Marktplatz, der von schroffen Felswänden eingerahmt ist, über die er klettert. Er trifft Touristen, Männer und Frauen und ein Mädchen mit bloßem Oberkörper, bekleidet mit einer Kniebundhose aus Leder. Er entschuldigt sich bei den Leuten für seinen Aufzug und ein Mann sagt: „Ach das macht nichts, das haben wir schon öfter erlebt.“

Es gab einen Traum, in welchem dem Prüfer aus den vorderen Schneidezähnen mehrere dicke Haare wuchsen, die dann abbrachen.

Es fanden sich Träume von Gnomen aus der Erde, die Mantren sangen: „Sinkel Binkel“. Eine Prüferin sang mit und fühlte sich gut.

KOPF

Im Arzneimittelbild finden sich Kopfschmerzen, die meist neuralgisch- oder migräneartig sind. Die Kopfschmerzen werden durch Ärger, geistige Anstrengung, starke Gerüche, Musik, die Zahnung und während der Menstruation ausgelöst.

Man findet drückende und stechende Kopfschmerzen. Die Kopfschmerzen ähneln zum Teil elektrischen Schlägen und sie werden schlimmer durch geistige Anstrengung und Daran denken. Man findet auch heiße Schweiße und Blutwallungen zum Kopf hin. Das Gesicht ist gerötet und heiß, besonders charakteristisch ist es, wenn die eine Wange rot und die andere Wange blass ist. Auch rote Pünktchen auf der Wange sind zu beobachten.

In der Prüfung fanden sind geschwollene Lymphknoten und ein leichtes Halsschmerzgefühl. Man fand Kopfschmerzen am oberen, hinteren Kopf und leichte Schwindel. Man findet Kopfschmerz vom Nacken ausgehend über den Hinterkopf zur Stirn, als wäre da ein ca. 7 cm breites Band. Man findet starke Schmerzen in der ganzen Gesichtshälfte. Es fand sich ein heißer Kopf wie bei Fieber und Schwindel beim Drehen des Kopfes.

HALS

Im Arzneimittelbild finden sich Halsentzündungen und gerötete Mandeln.

In der Prüfung zeigten sich mehrfach Halsschmerzen und Rachenschmerzen, das Gefühl von einem „Frosch im Hals.“ Auch ein merklicher Druck auf die Schilddrüse wurde beobachtet. Im Kehlkopf zeigte sich Druck wie ein Klumpen, der durch Singen besser wurde. Auch ein vermehrter Schleim auf den Stimmbändern war zu beobachten.

AUGEN

Man kann heftige Stiche in den Augen beobachten, ein Gefühl als ob Feuer und Hitze aus dem kämen kann auftreten. Die Augen sind entzündet und morgens zusammengeklebt. Auch verengte Pupillen können auftreten. Besonders typisch sind Bindehautentzündungen bei Kleinkindern.

In der Prüfung zeigten sich leicht gerötete Augen, das Gefühl von Fremdkörpern im Auge, morgens verklebte Augen, rot, mit kleinen Äderchen und ein Druckgefühl unter dem linken Auge.

OHREN

Man findet Stiche im Gehörgang und in den Ohren. Es treten einzelne große Stiche in den Ohren auf, besonders beim Bücken, bei Übellaunigkeit und wenn man sich über Kleinigkeiten ärgert. Chamomilla kann keine Musik ertragen.

In der Arzneimittelprüfung zeigten sich Ohrenschmerzen im linken Ohr. Das Gehör war etwas herabgesetzt, die Ohren waren ein paar Tage wie in Watte gehüllt. Auch ein leichter Dauerdruck wurde beobachtet, der ein häufiges Schlucken zum Druckausgleich notwendig machte.

NASE

Das Arzneimittelbild von Chamomilla zeigt viele Erkältungen, Nasenausfluss und eine große Geruchsempfindlichkeit.

In der Prüfung zeigten sich Schnupfengefühl, die Nasenschleimhäute waren geschwollen, aber kein Nasenlaufen. Die Nasenatmung ist beeinträchtigt und Nasenbluten tritt beim Schnauben auf. Auch eine laufende Nase und wässriger Fließschnupfen konnten beobachtet werden.

ATMUNGSAPPARAT

Chamomilla hat einen überempfindlichen Geruchssinn, man findet auch Schnupfen, krampfartigen Husten, Husten der nachts schlimmer wird. Der nächtliche Husten krampfartig, ähnlich einem Keuchhusten. Auch ein Reizhusten kann beobachtet werden.

In der Prüfung zeigt sich Kurzatmigkeit, abends mit Herzrasen. Es zeigte sich auch ein merkliches Drücken in den Bronchien. Man fand einen trockenen Husen, vor allem beim Lachen. Nach der Einnahme von C 200 zeigte sich ein plötzlich auftretender Reizhusten. Auch ein Räusperzwang konnte beobachtet werden.

ABDOMEN

Das Abdomen ist im Arzneimittelbild von Chamomilla häufig gebläht. Es finden sich Blähungskoliken und schneidende und stechende Schmerzen.

In der Prüfung zeigten sich Am zweiten Tag viele Bauchschmerzen, zu sehr starken Unterleibsschmerzen, das Gefühl von Blinddarmreizungen. Es fanden sich stechende Schmerzen, intervallhaft stärker und schwächer. Es kam zu Unterleibsschmerzen, als ob Menstruation entsteht. Auch ein aufgeblähter Bauch ist zu finden. Ein Druckgefühl im oberen Abdomen nach dem Schlaf tagsüber ist zu beobachten. Liegen verschlimmerte die Bauchschmerzen und eine Besserung durch Rumlaufen war zu beobachten.

MUND / GESCHMACK:

Im Arzneimittelbild zeigen sich ein stinkender Mundgeruch, eine belegte Zunge und reichlicher nächtlicher Speichelfluss.

In der Prüfung fanden sich belegten Zunge, weiß belegt in der Mitte mit starke Riefen links, und rechts eher pelzig weiß. Ganz hinten an der Zunge erbsengroße, rot-weiße Pocken. Starke Zahnfleischschwellung bei Kronen und Zahnfleischbluten waren zu beobachten.

MAGEN

Im Arzneimittelbild von Chamomilla finden sich wenig und auch viel Appetit, einen großen, unstillbaren Durst und Gastritissymptome. Der Magen ist empfindlich auf Kaffe, Schlafmittel, Narkosen und besonders bei Ärger. Man findet ein Steingefühl im Magen und ein Aufstossen wie von faulen Eiern.

In der Prüfung zeigten sich eine starke Übelkeit, aber kein Erbrechen. Es war eine Unverträglichkeit von würzigen Speisen zu finden.

DARM

Im Fall von Koliken finden sich schneidende Bauchschmerzen. Vor lauter Gasansammlungen krümmen sich die Kinder zusammen. Der Kot ist gras- oder gelbgrün, schleimig, oftmals unverdaut und kann auch aussehen wie Rührei. Der Kot riecht nach verdorbenen Eiern und ist wund machend, wodurch der Po oft feuerrot ist.

Im gesamten Arzneimittelbild von Chamomilla finden sich viele Durchfälle und stinkende und faulige Stühle. Auch eine Verstopfung kann beobachtet werden.

In der Prüfung zeigte sich sehr harter Stuhlgang und auch leichter Durchfall mit weichem Stuhlgang. Es zeigten sich Blähungen und Rumoren im Darm, Übelkeit und dass Gefühl von Magen-Darm-Verstimmung. Ein Die Prüfer hatte die ganze Prüfung über dünnen Stuhlgang. Ein anderer Prüfer hatte durchgängig breiigen, hellbraunen Stuhlgang.

HARNWEGE

Zum Arzneimittelbild von Chamomilla gehören Juckreiz und Brennen in der Harnröhre beim Urinabsatz. Die Kinder weinen oft beim Harnabsatz.

In der Prüfung zeigte sich Abends ein vermehrter Harndrang. Auch eine eingeschränkte Nierentätigkeit konnte mehrfach beobachtet werden.

GESCHLECHTSORGANE

Chamomilla zeigt eine sehr intensive Wirkung im Bereich der weiblichen Sexualität. Die Menstruation kann zu früh, zu stark und langandauernd sein. Die Menstruation selbst ist oftmals sehr schmerzhaft. Die Patientinnen sind mitunter wie wahnsinnig vor Schmerzen. Das Menstruationsblut ist klumpig und fast schwarz. Prämenstruell zeigt sich heftige Streitsüchtigkeit sowie Spannungen in der Brust. In der Schwangerschaft zeigen sich Hysterie und viel Ärger. Durch Ärger und Streit kann es auch zum drohenden Abort kommen. Die Entbindung wird sehr schmerzvoll empfunden. Die Patientinnen haben mitunter zu schwache Wehen, die aber als sehr heftig empfunden werden. Unter der Entbindung wird viel geschimpft, die Helfer werden wütend weggeschickt und dann sogleich wieder herbei gerufen. Im Wochenbett zeigt sich dann große Erschöpfung und eine ausgeprägte Schläfrigkeit.

In der Prüfung zeigte sich, dass die Menses nach erster Einnahme stark zurückgegangen ist. Die Libido war in einem Fall vier Tage schwächer und in anderen Fällen generell stärker.

BEWEGUNGSAPPARAT

Im Arzneimittelbild von Chamomilla zeigen sich ein steifer und verkrampfter Rücken, Rückenschmerzen beim Bücken, Neuralgien und Taubheit in den Extremitäten. Bei Sitzen ist das Gesäß wie eingeschlafen. Auch Zuckungen in den Extremitäten und viele Krämpfe und Zuckungen sind zu beobachten.

In der Prüfung zeigten sich viele schmerzhafte und brennende Symptome des Bewegungsapparates. Die Hände und Füße schwellen an, bei allgemein aufgeschwemmtem Gefühl. Es fand sich ein Jucken am rechten Knöchel, erst außen, dann innen, am nächsten Tag alles links. Das rechte Knie schmerzt nach Tanzen. Es zeigte ein Kältegefühl an der rechten Daumenspitze, ein Gefühl, als würde sich die Daumenspitze bei sonst warmen Händen ständig an ein Stück Eis drücken.

HAUT

Das Arzneimittelbild ist durch eine raue und trockene Haut, besonders an den Händen und Fußsohlen gekennzeichnet. Es finden sich starke Ausschläge im Windelbereich, eine allgemein empfindliche Haut, ein starker Juckreiz beim Schwitzen, eine langsame Wundheilung, eine gelbliche Haut und ein intensiver Juckreiz.

In der Prüfung zeigten sich leichte Ekzeme an den Nasenflügeln und verstärkte Pickelzunahme im Gesicht. Auch ein Kopfhautjucken und Jucken am Hals konnte beobachtet werden.

HERZ / KREISLAUF

In den Arzneimittellehren ist über die Herz-Kreislauf-Symptome von Chamomilla wenig beschrieben.

In der Prüfung zeigten sich aber dennoch eine Reihe von Symptomen. Es konnte Abends Herzrasen im Bett beobachtet werden und Schwindel nach der Einnahme. Unter der C 30 zeigte sich eine halbe Stunde lang starke Kreislaufprobleme mit Schwindel, Schweißausbrüchen und weichen Knien. Auch Zittrigkeit und innere Unruhe waren deutlich im Brust- und Herzbereich zu spüren, wie ein leichtes Beben. Auch Herzschmerzen waren zu beobachten.

NERVEN / GEHIRN

Im Nervensystem zeigen sich bei Chamomilla große Reizbarkeit und Unruhe. Auch die große Schmerzempfindlichkeit sind für Chamomilla typisch.

In der Prüfung zeigte sich das Gedächtnis schwach und unkonzentriert. Es fand sich eine reizbare Stimmung und ungezügelte Antworten. Wortfindungsstörungen beim Sprechen und Probleme, Zahlen richtig auszusprechen waren zu beobachten.

MODALITÄTEN

Ätiologie

Zu den auslösenden Faktoren für eine Chamomillakrankheit führen Kälte, Wind, Zahnung, Zorn, größere Gemütsbewegungen, Kaffee, Aufputschmittel, Schlafmittel nervliche Überanstrengung und Geburten.

VORLIEBEN NAHRUNGSMITTEL

Man findet eine Vorliebe für kalte Getränke, saure Nahrungsmittel, Sauerkraut, Brot und Kaffee.

In der Prüfung fanden sich ein Verlangen nach Schokolade, Übermengen an Brot, Nüsse. Ein Verlangen nach Süßigkeiten, würzigen Fleischgerichte vom Schwein, Reis, Nudeln, Huhn und Pute konnte auch in der Arzneimittel beobachtet werden. Auch eine vermehrte Lust auf Obstsalat ist aufgetreten.

ABNEIGUNG NAHRUNGSMITTEL

Abneigungen gegen Bier, Fleisch, heiße Getränke, Kaffee und gegen Suppen kann beobachtet werden.

In der Prüfung zeigten sich Abneigung gegen Kuchen und Kaffee. Unter der C 200 zeigte eine Prüferin Abneigung gegen alles außer Bananen.

SONSTIGE VORLIEBEN

Rotwein, Pfeife rauchen.

SONSTIGE ABNEIGUNGEN

Eine Prüferin raucht, hatte aber trotzdem das Gefühl: „Die Zigaretten gehören nicht zu mir“. Es traten in der Prüfung auch Abneigungen gegen eintönige Arbeiten, Denken, Lernen, und sich zu konzentrieren auf.

Verbesserung

Bei Kopfschmerzen bessert das Zurückbeugen des Kopfes. Koliken können besser werden durch warme und feuchte Anwendungen und durch Herumtragen. Eine Verbesserung kann auch durch Fasten oder durch saure Nahrungsmittel auftreten. Eine Besserung findet man auch nach Mitternacht, durch geschaukelt werden, bei Bewegung, bei Ablenkung, wenn man etwas Kaltes im Mund hat, beim Schwitzen und nach dem Abgang der Winde bei Koliken.

Verschlimmerung

Eine Verschlimmerung kann durch kalten Wind, abends und nachts, Störungen bei Ärger, durch Bettwärme und ein zu warmes Zimmer, liegen im Bett sowie warme Anwendungen bewirkt werden. Zahnschmerzen verschlimmern sich durch Wärme und durch Kaffee. Ebenfalls eine Verschlimmerung findet man beim Aufwachen, durch Sonne, durch Widerspruch und auch durch Trost, beim weinen, nach dem Essen, durch Musik und Lärm, während des Zahnwechsels, vor und nach der Menstruation, während der Schwangerschaft, im Wochenbett, beim Stillen sowie vor und nach dem Urinabgang, Stuhlgang und bei Flatulenzen.

Vergleichsmittel Vergleichsmittel sind Belladonna, Borax, Calcium carbonicum, Caulophyllum, China, Coffea, Colocynthes, Ferrum, Gelsemium, Hepar sulfuris, Ignatia, Magnesium carbonicum, Magnesium phosphoricum, Nux vomica, Platinum, Pulsatilla, Sepia, Stramonium und Sulfur.

Antidote Als Antidote sind Aconitum, Alumina, Borax, Camphora, China, Cocculus, Coffea, Colocynthes, Conium, Ignatia, Nux vomica, Pulsatilla und Valeriana beschrieben. Chamomilla selbst ist ein Antidot für Opiate, Schlafmittel und Kaffee.

CHAMOMILLA IN DER TIERHOMÖOPATHIE

Im Bereich der homöopathischen Anwendung beim Tier zeigt sich bei Chamomilla eine Hauptwirkungsrichtung bei Nervensystem, periphere Nerven, Bronchien, Magen und Uterus. Man findet feinnervige, empfindliche und sehr wehleidige Tiere. Es zeigt sich eine spastische Bereitschaft aller Organe. Chamomilla ist beim Tier in erster Linie ein weibliches Mittel und ein Jungtiermittel.

Bei Chamomillatieren stehen die Schmerzen oft in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Leiden. Unduldsamkeit gegen Schmerzen. Auch eine Benommenheit bei Schmerzen ist zu finden. In ungewohnten Situationen sind die Tiere ängstlich und unterwürfig. Das Chamomillatier fordert Zuwendung, will immer noch mehr gestreichelt werden. Es verlangt alle Aufmerksamkeit für sich, versucht sich ständig in den Vordergrund zu drängen. Auch eine quengelnde Ruhelosigkeit ist zu finden. Gelingt ihm das nicht, kann er sogar aggressiv werden.

Bei Chamomillatieren stehen oftmals Symptome des Verdauungsapparates im Vordergrund. Die Zunge ist gerötet mit Bläschen. Der Bauch wie eine Trommel aufgetrieben. Blähungen gehen in kleinen Mengen ab, ohne zu erleichtern. Man findet auch heftige, schmerzhafte Koliken. Besonders Pferde werfen sich rücksichtslos vor Schmerz hin, springen wieder auf und schlagen gegen die Box. Pferde haben einen großen Bewegungsdrang, der die Symptome bessern würde. Bei den Chamomillakoliken zeigt sich die hochgradige Schmerzempfindlichkeit. Koliken treten mit Blähungen, in der Nacht, und Besserung durch lokale Wärmeanwendung auf.

Auch die Geschlechtsorgane haben eine besondere Beziehung zu Chamomilla. Mn findet kolikartige Schmerzen in der Gebärmutter mit Abgang von dunklem Blut. Es zeigen sich Drängen und Pressen der Gebärmutter wie bei Geburtswehen.

Am Euter zeigt sich ein Milchrückgang nach Abortus. Auch ein verhärtetes, schmerzhaftes Euter und das Hochziehen der Milch passen zu Chamomilla. Obwohl die Milch aus dem Euter tropft, wird sie, will man melken, sofort hochgezogen. Die Tiere sind aber auch ungeduldig und können die Milch nicht behalten, weil sie das Melken nicht erwarten können.

Das Hauptwirkungsgebiet von Chamomilla liegt im vegetativen, sensorischen und sensiblen Nervensystem, welches eine ausgesprochene Reizbarkeit und Schmerzhaftigkeit aufweist, die sich in Form von neuralgischen Zuständen äußert. Es besteht eine Bereitschaft zu Spasmen, die sich auf fast alle Organe erstreckt. Chamomilla entfaltet bei Entzündungszuständen der Nerven, aber auch der Schleimhäute, seine beruhigende und schmerzstillende Wirkung. Über das vegetative Nervensystem wird die Tonusspannung der glatten Muskulatur reguliert.

Auf Chamomilla sprechen besonders hypersensible sympathikotone Tiere gut an. Es handelt sich meist um jüngere Tiere, die häufig reizbar und launisch sind was besonders für Pferd und Hund gilt.

Der Chamomillahund will immer im Vordergrund stehen und alle Aufmerksamkeit für sich haben. Wenn dies nicht gelingt, wird er böse, knurrt und kann sogar beißen. Das Tier tut stets Dinge, von denen es genau weiß, dass es sie nicht tun darf. Versucht sich aufzuspielen, wenn es nur die geringste Chance dazu sieht. In ungewohnten Situationen kann es trotzdem ängstlich und unterwürfig reagieren. Trotz seiner Reizbarkeit will das Tier immer mehr und immer häufiger gestreichelt werden; es fordert Zuwendung. Zu vergleichen mit einem verwöhnten, unzufriedenen, reizbaren Kind, das immer mehr verlangt.

QUELLEN

C.M. Boger: Synoptik Key; Similimum-Verlag; ISBN 3-930256-30-4