COFFEA CRUDA

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SCHLÜSSELSYMPTOME nach BOGER

REGION

NERVEN; [Herz].

KREISLAUF.

Sexualorgane.

Frauen.


SCHLECHTER

GERÄUSCHE. Berührung.
Gerüche.
Luft (Frische. Kalte. Windige).

  • Gemüt
    • Gefühlsregungen.
    • Anstrengung.

Überessen. Alkohol. Nacht.


BESSER

Liegen. [Schlaf. Wärme.]


[Gefühlserregungen verursachen ernste Symptome.] ERREGBAR UND ÜBERAKTIV. ÜBEREMPFINDLICH; gegenüber Geräusch, es kann sogar schmerzhaft sein (Ther.); gegenüber Schmerz, Freude, usw.
[Erregbar und schlaflos. Nimmt Mitgefühl übel.] Jagende Ideen. Weint, jammert und wirft sich umher. Mal fröhlich, mal schwermütig. Fällt leicht in Ohnmacht. Gehirn scheint wie zerissen, zerschmettert oder zerquetscht. Heftiger Kopfschmerz. Glänzende Augen. Scharfer Gehörsam; hört weit entfernte Töne. Gesichtsschmerz (re.). Zahnschmerz; > Eiswasser, < wenn es im Mund warm wird; Schmerzen zu den Fingerspitzen; während Menses. Magen fühlt sich überladen an. Heiße, juckende Genitalien. Nachwehen. Husten unaufhörlich; bei Masern. Nervöses Herzklopfen; < Sonnenhitze. Zitternde Hände. Schmerzhaft empfindliche Haut. [Jucken - kratzt, bis es blutet.] NERVÖSE SCHLAFLOSIGKEIT; [durch Ideenandrang;] durch geistige Aktivität; erwacht davon oder hört jedes Geräusch; [nach angenehmer Erregung].

Ergänzend: ACONITUM NAPELLUS

Verwandt: COCA, IGNATIA AMARA

Antidot: CHAMOMILLA, IGNATIA AMARA, NUX VOMICA

Allgemein

Nach der Arzneimittelprüfung an der Samuel-Hahnemann-Schule sind die Hauptthemen von Coffea Arbeit und Überarbeitung, Erschöpfung, Gereiztheit und Ungeduld. Auch Themen wie Genuss und Genusssucht spielen bei Coffea eine Rolle. Einer der Prüfer hat sich unter dem Einfluss der Prüfung ein Handbuch für Genießer zum Thema Kaffee gekauft. In diesem Buch wird ausführlich die Welt des Kaffees mit Geschichte, Anbau, Röstung, Zubereitung etc. beschrieben. Der gleiche Prüfer hat sich in der Prüfung auch ein neues und schweres Motorrad gekauft. Besonders viel dem Prüfer die Tatsache auf, dass es ihm gelungen ist, seine Frau die gegen den Kauf war, durch geschicktes Argumentieren vom Kauf des Motorrads zu überzeugen. Auch sein erstes Handy wurde im Prüfungszeitraum gekauft. Nach BOMHARDT sind Themen von Coffea Abhängigkeit, besonders erniedrigte Abhängigkeit, große Lebendigkeit sowie Übererregung durch Freude oder Vorfreude. LUTZE vergleicht die Toxikologie von Coffea mit den strychninhaltigen Arzneimittelen Nux vomica und Ignatia.

KAFFE ALS GENUSSMITTEL UND HOMÖOPATHISCHE DIÄTETIK

Der Genuss von Kaffee hat in Hahnemann einen strengen Kritiker gehabt, zumindest wenn es um den Kaffeegenuss während der homöopathischen Behandlung gegangen ist. Anders als Hahnemann betont REICHENBACH schon 1858, dass bezüglich Genußmitteln wie beim Kaffee individuell vorzugehen ist. Wer an Kaffee gewöhnt ist, darf diesen auch während der homöopathischen Behandlung weiter trinken, wenn keine spezifische Beziehung zwischen Krankheit und Kaffee besteht. Wenn aber die Krankheitssymptome des Patienten den Prüfungssymptomen von Kaffee ähnlich sind, dann muss ein Kaffeeverzicht gefordert werden.

Es ist auffällig, dass Homöopathen oftmals die Genussmittel, die sie selbst nicht mögen, mit einem strengen Verzicht belegen, Genussmittel, die sie selbst aber schätzen ( z.B. Kaffee, Tee, Tabak, Alkohol etc. ), sehr viel toleranter behandeln. Kaffee zählt nach OSSEGE zu den vermeidbaren Störfaktoren der stofflichen Ebene zusammen mit Tabak, schwarzem Tee, ätherischen Ölen, Wein, Weinprodukten, Alkohol, Haschisch oder schulmedizinischen Medikamenten. Die Abneigung gegen den Kaffee wird ja nicht nur von Hahnemann und vielen Homöopathen geteilt, sondern auch von vielen Autoren innerhalb der Naturheilkunde ( z.B. Bruker ).

Da bei der Arzneimittelprüfung bei mehreren Prüfern alte Erkrankungen wieder auftraten, die durch homöopathische Behandlung bereits verschwunden waren, stellt sich die Frage, ob Coffea tosta nicht auch in der Prüfung ein starkes Antidot ist. Durch die Antidotierung der homöopathischen Heilwirkung konnte es so zum Auftreten der alten Symptome kommen. Dies unterstreicht die Gefahr, die durch Kaffee für eine homöopathische Behandlung entsteht. Ich selbst habe in den Zeiten der Prüfung einen alten Heuschnupfen wieder bekommen, mit schweren Symptomen, Wasser in der Lunge und einer heftigen Orthopnoe ( erfolgreiche Atmung nur im Sitzen und nicht im Liegen möglich ). Dieser Heuschnupfen war durch homöopathische Behandlung vor vielen Jahren verschwunden und ist auch nach dem Abklingen der Prüfungssymtome wieder vollkommen verschwunden .

PHARMAKOLOGISCHE WIRKUNG

Die Methylxanthine wirken hemmend auf Adenosin an den Andenosinrezeptoren und hemmen auch die Phophodiesterase an der Zellmembran, wodurch es in den Zellen zu einem Anstieg von cAMP ( cyclisches Adenosin-Mono-Phosphat / intrazellulärer Botenstoff ) kommt. Auch eine Mobilisation von intrazellulärem Calcium, insbesondere in der Herz- und Skelettmuskulatur kann beobachtet werden.

Zentrale Wirkungen

Coffea wirkt durch das Coffein ähnlich Chamomilla stark auf das Nervensystem. Coffein führt im Gehirn zu einer mäßigen Vasokonstriktion und damit zu einer verminderten Hirndurchblutung. Dadurch ist die positive Wirkung des Coffeins bei einem Teil der Migränepatienten zu erklären. Coffein bewirkt im Gehirn die Steigerung von Merkfähigkeit und Kombinationsvermögen. Es kann auch zu einer paradoxen Wirkung kommen, wodurch es durch das Coffein zur Auslösung von Müdigkeit kommt. Dies ist besonders bei Menschen mit Arteriosklerose zu beobachten. Durch die verbesserte Hirndurchblutung kann es bei alten Menschen somit zur Erleichterung des Einschlafens kommen.

Die Erregung der Großhirnrinde führt zur allgemeinen Steigerung der psychischen und motorischen Funktionen. Bei sehr hohen, toxischen Dosen kann es auch zu Krämpfen kommen. Die Coffeinwirkung auf das Gehirn kann schon bei 0,15 - 0,2 g Coffein ( 1-2 Tassen Kaffee, 2-4 Tassen Tee, 1-1,5 Liter Coca-Cola ) eine Steigerung von Antrieb, Stimmung, psychischem Tempo und Willkürmotorik zeigen . Hierbei werden besonders gut erlernte Fähigkeiten stimuliert. Man findet auch eine Verkürzung von Reaktionszeiten und eine Erleichterung von Lernprozessen. Die Schlafdauer wird durch Coffein verkürzt und die Schlafqualität verschlechtert sich. Besonders der Anteil der Tiefschlafphasen wird durch Coffein vermindert. Die Intensität der Coffeinwirkung hängt von der Ausgangssituation ab. Besonders bei Ermüdung und Schläfrigkeit ist die Intensität der Wirkung besonders stark. Bei längerer Anwendung kann es zur Toleranzentwicklung kommen. Die Wirkung des Coffeins auf den Schlaf ist sicher der Bereich, in dem auch die größte individuelle Spanne der Coffeinwirkung zu beobachten ist. Die Wirkungsweise des Coffeins ist gewissermaßen eine Psychostimulation. Man kann aber auch vegetative Wirkungen finden. Die Empfindlichkeit des Atmungszentrums in der Medulla oblongata für Kohlendioxid wird gesteigert, was eine Stimulation des Atmungszentrums bewirkt. Diese atemstimulierende Wirkung wird gerade bei Kindern auch therapeutisch genutzt, z.B. zur Prophylaxe des plötzlichen Kindstodes bei gefährdeten Kindern. Das Coffein besitzt keine direkte analgetische ( schmerzlindernde ) Wirkung, man kann aber eine Wirkungsverstärkung bei der Kombination mit einigen anderen Medikamenten beobachten. In einer neueren Studie von amerikanischen Wissenschaftlern scheint eine kombinierte Wirkung von Coffein und Alkohol hilfreich bei Schlaganfällen sein und die Schlaganfallfolgen deutlich vermindern. Worauf diese Wirkungskombination beruht, ist allerdings noch unbekannt.

Periphere Wirkungen

Am Herzen kommt es durch eine direkte cardiale Wirkung zur Tachycardie ( positive chronotrop ), zur Zunahme der Kontraktionskraft ( positiv inotrop ) und zu einem vermehrten Sauerstoffverbrauch. An den Blutgefäßen kommt es durch Methylxanthine zu einer Dilatation der Arteriolen, wobei die Cerebralgefäße kontrahiert werden. Beim Coffein kommt es durch die zentrale Erregung aber trotzdem zur Blutdrucksteigerung. Am Atmungsapparat führt Coffein durch die Relaxation der glatten Muskulatur zur Bronchodilatation. Die Niere wird besser durchblutet, da die Nierenarterien erweitert werden und zugleich durch die Herzleistung steigt. Dies führt zu einer erhöhten glomerulären Filtration und somit zu einer gesteigerten Diurese. Es kommt durch Coffein zur Zunahme der Magensaftsekretion ( Salzsäure und Enzyme ). Dieser Effekt erklärt die verdauungsfördernde Wirkung von Kaffee. Bei Kaffeegenuss wird die Magenwirkung noch durch die Röstprodukte verstärkt. Nach Siegenthaler gibt es durch Methylxanthine wie Coffein und Theophyllin auch eine lipolytische Stoffwechselwirkung, dies bedeutet, dass in den Fettzellen der Fettabbau stimuliert wird. Auch die Glykogenolyse wird durch Coffein stimuliert. Nach Aufnahme von 2 - 3 Tassen Kaffee kommt es zu einem mehrstündigen Anstieg des Energieumsatzes um 5 - 15 %. Durch den gesteigerten Energieumsatz kann es auch zu einer Temperaturerhöhung des Organismus kommen. Coffein hat eine negative Wirkung auf die Plazenta, bzw. die Entwicklung des Kindes. Bei einem Konsum von über 7 Tassen Kaffe am Tag besteht die erhöhte Gefahr von Tot-, Früh- und Mangelgeburten, sowie Spontanaborten. Bei kleinen Kaffeemengen konnte keine teratogene Wirkung und keine Beeinträchtigung der Schwangerschaft beobachtet werden. Coffein geht über die Milchdrüse in die Milch über. Obwohl die Coffeinmengen dabei nicht direkt für den Säugling schädlich sind, kann es aber zu einer erhöhten Reizbarkeit, bzw. zu Schlafstörungen kommen.

VERGIFTUNG BEIM MENSCHEN

Lutze vergleicht die Toxikologie des Coffeins mit der des Strychnins. Bei der akuten Coffeinvergiftung kommt es zu rauschartigen Zuständen schrecklicher Ängstlichkeit, überspannten Assoziationen, Tremor, Erhöhung der spinalen Reflexe. Die akute Vergiftung wird mit Diazepam ( Valium ), Barbituraten und Bettruhe in einem ruhigen und dunklen Raum behandelt. Es kann zu Erregungen, Muskelzittern, Herklopfen und Pulsunregelmäßigkeiten kommen. Auch zentrale Krampfanfälle und ein Koma können entstehen. Todesfälle durch Coffein werden durch zentrale oder kardiovaskuläre Wirkungen bedingt. Die Dosis letalis beträgt beim Menschen 5 - 30 Gramm. Bei einem Durchschnittsgehalt von 80 mg/ Tasse Kaffe müßte man dafür mindestens 60 Tassen Kaffee trinken. Bei der chronischen Coffeinvergiftung durch übermäßigen Kaffeegenuß kann es zu paranoid-psychotischem Verhalten und Wahnideen kommen. Bei den Wahnideen kommt es zum Bezug auf die Umwelt, z.B. Nachbarn, Kinder, Hunde u.s.w..

MODALITÄTEN

CAUSA / ÄTIOLOGIE

Coffea ist angebracht bei den Folgen von Koffein-, Tee- und Alkoholmissbrauch, Folgen von freudigen Überraschungen, Folgen von anregenden Gesprächen, geistiger Liebe, Streit, Lärm, unglücklicher Liebe, übermäßiger Freude, Furcht, Heftigkeit, durch übermäßiges Lachen, enttäuschte oder unglückliche Liebe und angenehme Überraschungen. BOMHARDT beschreibt auch noch die Folge von Gasvergiftung, Missbrauch von Jod, Missbrauch allopathischer Medikamente, Nachschwärmerei, Verachtung, Schock und Zorn.

VORLIEBEN

Ein Verlangen nach Aktivität bzw. kreativer Aktivität. Auch das Verlangen nach Tabak, bzw. zu rauchen tritt auf.

ABNEIGUNGEN

Man findet eine Abneigung gegen Getränke, Kaffee, Speisen. Auch eine Abneigung gegen das Rauchen der gewohnten Zigarre ist zu beobachten. Eine Unverträglichkeit besteht für Wein und Weihrauch. BOMHARDT beschreibt auch Abneigungen gegen Abhängigkeit, Berührung, sich bei Fieber zu entblößen, getragen zu werden und die Abneigung zu sprechen.

VERSCHLIMMERUNG

Eine Verschlimmerung kann bei Coffea durch Berührung, Bewegung, von frischer Luft, Wärme, durch das Beugen nach vorne, durch Eile, durch Erwartung freudiger Ereignisse, Müdigkeit, Musik, Nachrichten, Narkotika, starke Gerüche, Lärm, im Freien und nachts erfolgen. BOMHARDT beschreibt auch noch eine Verschlechterung vor Mitternacht, durch Schlafmittel, Entbindung, durch das Hinsetzen, Überessen, kalten Wind, heiß Baden, Eile, das Klimakterium, die Menopause, durch Mitleid und durch Kleiderdruck.

BESSERUNG

Die Coffea-Zahnschmerzen bessern sich durch Spülung mit kaltem Wasser, durch Kälte und Urinabgang, Auch das Zusammenbeißen der Zähne bessert. Eine Besserung findet sich durch Wärme, durch Hinlegen, beim Halten von Eis im Mund, durch Licht und das lockern der Kleidung.

HOMÖOPATHISCHE ANWENDUNG BEIM MENSCHEN

In der Homöopathie wird Coffea ( meist organotrop ) als Frauen- und Kindermittel, bei unerträglichen Schmerzen, bei Schlaflosigkeit, Migräne, Neuralgien, Polyurie, Zahnbeschwerden, Krämpfen der Kinder beim Zahnen, Dysmenorrhoe, drohendem Abort und blutenden Hämorrhoiden verwendet. Auch bei Trigeminusneuralgien, besonders bei nächtlichem Beginn und nächtlicher Verschlimmerung wird Coffea verwandt, ebenso bei Kopfschmerzen, Schlafstörungen bei Kindern, besonders wenn diese sehr reizbar sind, nächtlicher Unruhe alter Menschen und nervösen Herzbeschwerden.


KONSTITUTIONSBILD

Nach FRIEDRICH gehören zum Wesen von Coffea Nervosität, Unkonzentriertheit und Reizbarkeit. Diese Symptome verschwinden kurzfristig, wenn der Sucht nach Kaffee immer wieder nachgegeben wird. Das überforderte Nervensystem antwortet jedoch allmählich mit Unbehagen, Schwäche, Erschlaffung und Erschöpfung. Der uneinsichtige Mensch reagiert auf diese Symptome abermals mit einem Verlangen nach Kaffee, um all die Müdigkeit und Lahmheit schnellstens zu vertreiben. Somit führt Kaffee als begehrtes und angesehenes Gesellschaftsgetränk, als täglicher Durstlöscher und Muntermacher zu einem Circulus vitiosus, zu einem Teufelskreis, aus dem nur mit größter Anstrengung wieder herauszukommen ist. SHORE vergleicht Coffea mit Sulfur. Dabei fällt auf, das Coffea zwar geistig dem Sulfur ähnelt, doch anders als das phantasivolle Sulfur ist Coffea sehr viel stärker an der Materie interessiert. Der Geist von Coffea ist nicht so tiefschürfend wie der von Sulfur, die Gedankengänge sind relativ simpel. Die rastlose Gedankentätigkeit kann bei Coffea auch das Gefühl schaffen, zu zerspringen.

Der Coffea-Typ ist sehr temperamentvoll, fröhlich und ausgelassen. Seine Lebhaftigkeit und Munterkeit können auch für andere einen sehr erfrischenden und aufmunternden Effekt haben, das heißt im Positiven wirkt er persönlich auf andere so belebend wie eine gute Tasse heißer Kaffee. Der Coffea-Typ bringt eine angenehme Beschwingtheit und Beweglichkeit mit sich, und auch die Arbeit geht ihm flott von der Hand. Körperliche Tätigkeiten schafft er mit Frische und Fröhlichkeit, auch zaudert er nicht lange, sondern erledigt alle Handlungen flink und behende. Obwohl er stark beeindruckbar ist, nimmt er dennoch alles heiter und gelassen hin. Seine Sinne sind geschärft, und er verfügt über eine sehr gute Auffassungsfähigkeit. Außerdem hat er ein erstaunliches Erinnerungsvermögen und eine überaus lebhafte Phantasie.

Das Nervensystem des Coffea-Patienten befindet sich in Hochspannung und in einer Erwartung der bevorstehenden Aktivitäten. Bei Überforderung können die überstürzenden Gedanken und der Ideenreichtum nicht versiegen, und so kann sich der Patient davon nicht loslösen, um den nötigen Schlaf zu finden. Die Sinneswahrnehmungen des Patienten sind stark sensibilisiert. Er befindet sich in einem Zustand erhöhter Empfindlichkeit sämtlicher Sinne. Sein Sehvermögen ist so gesteigert, dass er selbst die winzigsten Zeichen lesen kann. Er nimmt Geräusche wahr, die andere nicht hören können, und ist sehr sensibel gegen Gerüche. Außerdem verfügt der Patient über einen geschärften Tastsinn und ist hochempfindlich gegen Berührungen. Die übergroße Empfindlichkeit der Sinnesorgane ist so groß, dass Sinneswarnehmungen auch sehr unangenehm sein können. Auch werden z.B. Schmerzen durch Geräusche verschlimmert. Nach KENT ist kein Mittel der Materia Medica von so extremer Empfindlichkeit im Bereich des Gehörs.

Coffea-Kinder sind nervös und lebhaft, haben glänzende Augen und ein rotes Gesicht. Sie können nicht schlafen und sind ruhelos. Zahnungsprobleme, Schreien und Schlaflosigkeit der Säuglinge sind bei Coffea-Kindern zu finden. Kinder können es manchmal nicht ertragen, herumgetragen zu werden. Das Kind weint und lacht leicht, während des Weinens lacht es plötzlich ganz herzlich und weint schließlich weiter.

ALLEN ordnet Coffe cruda den antipsorischen Mitteln zu, besonders passend für sanguinische Frauen mit großer nervlicher Erregbarkeit, übergroßer Empfindlichkeit und wollüstigem Jucken der Geschlechtsorgane. Die homöopathische Konstitution von Coffea wird auch von E. & P. Friedrich in einer schönen Geschichte beschrieben.


GEMÜTSSYMPTOME

Nach SEIDENEDER ist das Gemüt bei Coffea-Menschen eine erhöhte intellektuelle Aktivität und verstärkte Wahrnehmung von Geräuschen und Bewegungen zu beobachten. Die Patienten sind voll ängstlicher Erwartung, dass Schreckliches geschehen werde. Eine große Erregung ist zu beobachten und eine große Empfindlichkeit gegen emotionale Einflüsse. Man kann auch phantastische Ideen finden und eine angeregte und überschwengliche Einbildung. Psychisch werden alle Symptome noch verstärkt. GALLAVARDIN beschreibt Zittern so stark, dass der Patient beim Schreiben die Feder nicht führen kann. Nach SEIDENEDER finden sich viele Ängste, abwechselnd mit Freude und Überschwang. Ängste mit Aufschrecken und Angst durch Blähungen, während Fieber oder durch freudige Ereignisse. Auch die Angst während der Geburt zu sterben ist zu finden. In der Arzneimittelprüfung stellten sich bei vielen Prüfern eine außerordentliche Gereiztheit und auch eine große Müdigkeit und Erschöpftheit ein. Mehrfach wurde auch eine gute Konzentration und das Gefühl von Zentriertsein beobachtet. Auch Konzentrationsstörungen und das Gefühl, alles ist zu viel sind aufgetaucht. Ein Prüfer beschrieb dies mit den Worten : lasst mich bloß in Ruhe und gleich daneben die Angst davor, in Ruhe gelassen zu werden. Ein Prüfer berichtete, dass ein typisches Symptom seiner Nervosität, dass „Knabbern“ an den Fingernägeln, im Rahmen der Arzneimittelprüfung verschwunden ist.


SCHLAF

Die Patienten können nicht einschlafen und liegen schlaflos im Bett. Die Schlaflosigkeit ist die Folge des stetigen Gedankenzustromes, einer freudigen Überraschung, anregender Gespräche, von Kaffeegenuss. Auch eine Schlaflosigkeit durch plötzliche Gemütsbewegungen, freudige Überraschungen, erregende oder schlechte Nachrichten ist zu beobachten. Schlafstörungen findet man auch bei reizbaren Kindern ebenso wie Unruhe bei alten Menschen. Einer Kollegin hat Coffea auch sehr gut geholfen bei Schlaflosigkeit, da sie nie vor 4 Uhr morgens einschlafen konnte. In der Arzneimittelprüfung zeigten sich nur vereinzelt auffällige Schlafstörungen, dagegen berichteten mehrere Prüfer, dass sie gut und lang während der Arzneimittelprüfung schlafen konnten. Auch zum Verschlafen ist es gekommen, was sonst eher nicht vorkam.


TRÄUME

Nach BOMHARDT sind die Träume von Coffea angenehm, zeigen geistige Anstrengung, sind hartnäckig und phantastisch. Man findet Träume vom Tod, vom Tod eines Freundes. Auch Träume von schönen Landschaften können auftreten. Die Träume in der Arzneimittelprüfung waren sehr unterschiedlich. Einige Prüfer berichteten über außergewöhnlich viele Träume, anderen Prüfern viel auf, dass sie eine außergewöhnlich schlechte Traumerinnerung haben, was sonst nicht so war. Ein Prüfer beschrieb einen Traum, bei dem er in einer engen Gasse zwischen zwei Mauern stand. Es war ihm viel zu eng und plötzlich bewegten sich die Mauern aufeinander zu. Er wurde zwischen die Mauern gequetscht und hat vor lauter Schreck auch keine Luft mehr bekommen. In diesem Moment ist er mit einem riesigen Schreck aufgewacht.


ORGANBEFUNDE

KOPF

Das Arzneimittelbild ist bei Coffea tosta und Coffea cruda durch heftige Kopfschmerzen gekennzeichnet. Man findet Kopfschmerzen, wie von einem in den Kopf getriebenen Nagel oder anderen Fremdkörpern im Kopf. Es zeigen sich Kopfschmerzen mit äußert empfindlichen Sinnen, die Schmerzen sind unerträglich, es zeigen sich eine große Reizbarkeit, Jammern und Klagen. Auch Kopfschmerzen mit Schlaflosigkeit, Herzklopfen und Ruhelosigkeit sind zu finden. Als spezifisches Symptom von Coffea tosta zeigen sich periodische Kopfschmerzen hysterischer Frauen, sowie Migräne. Auch Kopfschmerzen beim Auftreten, beim Bewegen der Lider, durch Geräusche von Schritten, durch Musik, von übermäßiger Freude, nach Überessen und nach Widerspruch sind zu finden.

Neben Kopfschmerzen findet sich bei Coffea tosta Schwindel. Man findet Schwindel mit einem wirbelndem Gefühl im Kopf, der ein allgemeines Ohnmachtsgefühl verursacht. Der Schwindel wird schlimmer beim Denken, so dass die Patienten das Nachdenken verbannen müssen, um den Schwindel zu bekämpfen. Der Schwindel kann auch mit Brennen im Magen verknüpft sein. Die Patienten beschreiben das Gefühl, als bewege sich alles im Kopf langsam im Kreis herum, mal in die eine, mal in die andere Richtung. Auch ein Tinnitus ( Ohrgeräusche ) kann den Schwindel begleiten. Das Gesicht ist bei Coffea tosta blaß, aufgedunsen und ödematös. Bei Coffea cruda wird auch eine hitzige Röte beobachtet, die fast einen Schlaganfall befürchten lässt. Besonders bei Erregung werden Coffea-Patienten rot.

In der Arzneimittelprüfung zeigten 9 von 12 Prüfern Kopfschmerzen. Die Kopfschmerzen waren zum Teil dumpfe und zum Teil bohrende Schmerzen. Migräne, die von links nach rechts zog, war zu beobachten. Auch Kopfschmerzen, die vom Schädeldach mit starkem Druck in den Nacken ziehen, sowie Stirnkopfschmerzen. Ein Prüfer beschrieb den Kopfschmerz mit dem Gefühl, als wenn man einen schweren Deckel auf dem Kopf hätte. Kopfschmerzen, Verschlimmerung durch Druck..


NASE

Der Geruchssinn ist bei Coffea tosta genau wie bei Coffea cruda deutlich verschärft. Auch in der Arzneimittelprüfung wurde von 3 Prüfern die extrem vermehrte Geruchs-Sensibilität beobachtet. Neben der allgemein verstärkten Geruchswarnehmung wurden besonders bestimmte Gerüche verstärkt wargenommen, z.B. der spezifische Geruch von Seide oder eine frisch gemauerte Wand. Neben dem geschärften Geruchssinn finden sich auch Nasenbluten mit Schwere des Kopfes, Nasenbluten mit übler Laune und Nasenbluten während des Stuhldranges.


HUSTEN

Bei Coffea tosta zeigt sich ein trockener, krampfhafter Husten mit morgendlicher Trockenheit und Heiserkeit. Bei der Arzneimittelprüfung zeigte 1 Prüfer solch einen trockenen Reizhusten mit leichtem Ausfluß, ähnlich eines Raucherhustens.


BRUST

Coffea tosta hat im Arzneimittelbild Beklemmungen in der Brust, eine Verringerung der ausgeatmeten Kohlensäuremenge und Asthma mit Brustbeklemmungen. Auch ein heftiges Herzklopfen durch ein reizbares Herz mit Schwindel und Ohnmacht kann beobachtet werden.

In der Arzneimittelprüfung zeigten 3 Prüfer Beklemmungen beim Atmen im Brustbereich. Bei einer Prüferin traten die Beklemmungen mit zähem Schleim in den Atemwegen als Unverträglichkeit auf Kuhmilch auf. Diese Reaktion tauchte sofort nach dem Trinken der Milch auf und verschwand dann nach ein paar Stunden wieder. Diese Reaktion ist der Prüferin aus den Zeiten einer starken Neurodermitis bekannt.


HERZ UND KREISLAUF

Das Arzneimittelbild von Coffea ist durch Tachycardien, heftiges unregelmäßiges Herzklopfen, Kreislaufschwäche, nervöses Herzklopfen mit häufigem Wasserlassen, einem kräftigen und schnellen Herzschlag und Herzklopfen mit extremer Nervosität gekennzeichnet. Hier entspricht das homöopathische Arzneimittelbild quasi der Pharmakologie des Nikotins. Die Pulsfrequenz ist gesteigert, doch ist der Puls nicht sehr kräftig, eher klein, schwach oder intermittierend. Auch Synkopen ( Ohnmachten ) durch die Herzschwäche können auftreten. Eine Dilatation und Verfettung des Herzens wird beschrieben, besonders bei Schlaflosigkeit durch Alkoholmißbrauch. Nach LILIENTHAL ist Coffea für die Herzinnervation, was Cactus für den Herzmuskel ist. Die Herzbeschwerden und das Herzklopfen treten als Folge von großer Freude, nach Ärger, Schreck, Zorn, zuviel Kaffee, Alkohol und Nikotin auf. Die Herzsensationen finden sich bei Menschen mit niedriger Reizschwelle gegen Schmerzen, Geräusche, Gerüche.

In der Arzneimittelprüfung zeigten sich bei mehreren Prüfern Symptome wie nach dem Konsum von zuviel Kaffee ( „oft überdreht und Gefühl, dass wenn noch eine Kleinigkeit von außen dazu kommt , der Kreislauf zusammenbricht. Oft vom Gefühl her, als hätte ich 2 Liter Kaffee getrunken.“ ). Auch Kreislaufschwankungen konnten beobachtet werden, zum Teil mit heftigen Schweißausbrüchen, so dass die Kleidung klatschnaß ist.


VERDAUUNGSAPPARAT

Der Appetit kann bei Coffea tosta gestört sein. Die Patienten haben keinen Appetit, bevor sie nicht eine Tasse Kaffee getrunken haben, sie essen auch kaum. Man findet auch hastiges Essen und Trinken verbunden mit Schluckauf und Aufstoßen. Auch ein Appetitverlusst ist zu beobachten, selbst der Gedanke an feste Speisen erregt solchen Ekel, dass die Patienten nichts anderes als Brot essen können, das sie in den Kaffee tauchen. Auch Übelkeit mit Ohnmacht ist zu finden. Auch Erbrechen ohne die geringste Anstrengung kann beobachtet werden, aber manchmal kann auch schon die geringste Anstrengung zum Erbrechen führen.

Bei Coffe cruda findet man auch Durst, mitunter heftigen Durst ohne Hitze und ohne Mundtrockenheit, auch nächtlichen Durst, mit öfterem Erwachen zum Trinken. Die Patienten essen und trinken hastig. Sie haben ein übermäßiges Hungergefühl und zeigen ein gieriges und hastiges Essen.


ZÄHNE

Zahnschmerzen sind ein häufiges Coffea-Symptom, sie bessern sich durch Eis und kaltes Wasser. Die Zahnschmerzen erinnern an neuralgische Schmerzen, eine Verschlimmerung ist besonders nachts zu finden. Auch schwierige Zahnungen passen zu Coffea sowie ein Zucken in den Zähnen. In den Zähnen finden sich Empfindungen wie Stromschläge. Bei Coffea kommt es zu Zahnschmerzen während der Mensis und in der Schwangerschaft.

In der Arzneimittelprüfung zeigten sich bei vielen Prüfern Zahnschmerzen. Es sind Zahnschmerzen an alten Herden aufgetreten und in vernarbten Gebieten. Einmal musste die Arzneimittelprüfung wegen des Auftretens einer Zahnfleischentzündung ausgesetzt werden. Die Zähne waren sehr empfindlich, auch ohne direkten Einfluss von außen. Es fanden sich ziehende Schmerzen, wie bei Karieslöchern. Auch ein Druckgefühl in den Zähnen war zu beobachten.


MUND

Bei Coffea findet sich ein seltsamer Geschmack, scharf oder süßlich. Auch eine Gingivitis ist zu finden. In der Arzneimittelprüfung fanden sich Mundtrockenheit, kleine Entzündungen der Mundhöhle und eine gräulich belegte Zunge mit einem roten Rand, Bläschen auf der Zungenspitze und ein saurer Geschmack konnte beobachtet werden.


HALS

Man findet ein Kloß- oder Pflockgefühl im Hals, das zum Schlucken zwingt. Das Zäpfchen ist zu lang und geschwollen. Halsschmerzen mit großer Schmerzhaftigkeit und Schwellung des Gaumensegels. Der Kehlkopf ist wie mit trockenem Schleim bedeckt. Auch eine Rauheit im Kehlkopf ist zu beobachten. Man findet auch Heiserkeit, morgens beim Erwachen. Auch Glottiskrämpfe können beobachtet werden. Die Patienten fahren mit kurzem Atem oder nach Luft schnappend aus dem Schlaf hoch. Sie zeigen Keuchen, kalten Schweiß und ein blaues Gesicht. In der Arzneimittelprüfung zeigte sich eine Trockenheit und eine Rauheit des Halses und ein Kloßgefühl beim Schlucken. Mehrfach waren Schmerzen im Hals zu beobachten, welche besonders links aufgetreten sind. Die Schmerzen waren stichartig.


MAGEN

Im Arzneimittelbild von Coffea zeigt sich ein Magendruck nach dem Essen, als wäre der Magen überladen worden. Man findet eine Druckempfindlichkeit gegen Kleidung in der Magenregion. Magenkrämpfe, Blähsucht. und galliges Erbrechen. Auch morgendliches Erbrechen von eiweißartigem Schleim und Schmerzen in der Magengrube sind zu beobachten. Die Magensymptome sind oft mit einer dick belegten Zunge verbunden. In der Arzneimittelprüfung fand sich bei mehreren Prüfern Übelkeit. Jede Aufregung schlug sofort auf den Magen, und ein Prüfer hatte das Gefühl von permanent brodelnder Magensäure mit Brennen im Magen ohne Aufstoßen. Auch oftmalig auftretender Magendruck und Magenschmerzen waren zu beobachten. Die Magenschmerzen wurden besser durch das Draufhalten der Hand.


DARM

Im Arzneimittelbild von Coffea zeigen sich stinkende Blähungen sowie wässrige und schmerzlose Durchfälle. Auch Durchfall beim Zahnen und bei Stillkindern ist zu beobachten. Man findet Durchfall nach Aufregung, bei Hausfrauen, die viele Sorgen und Schwierigkeiten haben, und Durchfall nach Erkältung. Auch Durchfall durch Überarbeitung und zu viele Sorgen ist zu beobachten. Es kann zur Absonderung von extrem leuchtendem, rotem Blut kommen. Auch Hämorrhoiden sind zu beobachten. In einer Arzneimittelprüfung zeigten sich einmal Schmerzen im Darm, sonst aber keine weiteren Darmsymptome. Beim Stuhlgang traten bei 3 Prüfern Durchfälle auf, die besonders morgens zu beobachten waren.


ABDOMEN

Coffea tosta kann enge Kleidung nicht ertragen und leidet unter einem ständig kneifenden Schmerz in der Iliosakalregion. Tympanische Auftreibungen des Epigastriums sind zu beobachten. Auch sind die Patienten extrem empfindlich gegen Berührung, aber weniger gegen Druck. Die Patienten haben das Gefühl, als bewege sich abwechselnd Wärme und Kälte in den Därmen umher. Auch eine extreme Empfindlichkeit der Lebergegend ist zu beobachten. Bei der Arzneimittelprüfung zeigten mehrere Prüfer eine heftige Auftreibung des Abdomens. Eine Prüferin fühlte sich wie eine aufgeblähte Kugel, wie eine aufgeblähte Drangtonne. Der Autor selbst hatte in der Arzneimittelprüfung das Gefühl zu platzen und vor lauter Aufgeblähtheit nicht mehr atmen zu können. Die Folge dieses höchst unangenehmen Zustandes haben beim Autor den Entschluss bewirkt endlich einmal abzunehmen und dies hat bis zum heutigen Tage zum Verlust von 25 Kg geführt.


HARNAPPARAT

Bei Coffea tosta findet sich ein vermehrter Harndrang, heller Harn und reichliches Urinieren. Der Harndrang tritt vor allem um Mitternacht auf. Eine Prüferin zeigte auch in der Arzneimittelprüfung den vermehrten nächtlichen Harndrang. Bei mehreren Prüferinnen kam es zu einer rötlichen und orangen Harnverfärbung.


MÄNNLICHE GESCHLECHTSORGANE

Bei Coffea tosta findet man ein heftiges Jucken der Geschlechtsorgane, so dass die Hände nicht von den Genitalien gelassen werden können. Man findet eine große Neigung zum Koitus, mit sehr erregten Genitalien. Aber auch eine Verminderung der Potenz ist zu beobachten mit ausbleibendem Samenerguß. Auch Pollutionen um 3 Uhr morgens können auftreten, verbunden mit einem wollüstigen Jucken der Genitalien. Nach den Pollutionen haben die Patienten das Gefühl von Kälte und einen kalten, klebrigen Schweiß. Zum Ende des Urinierens kommt es zu einer geringen milchigen Absonderung, vermutlich aus der Prostata, begleitet von Beißen oder Brennen an der Mündung der Urethra.


WEIBLICHE GESCHLECHTSORGANE

Die Regel ist bei Coffea tosta stark, schmerzhaft und zu lang. Das Menstruationsblut ist schwarz und klumpig. Nach ALLEN ist die Menses begleitet von starker nervlicher Erregung. Die Geschlechtsorgane zeigen eine übergroße Empfindlichkeit mit wollüstigem Jucken. Während der Menses kann es zu schweren Kolikanfällen und zu starker Schlaflosigkeit kommen. Die Patientin liegt dabei die ganze Nacht wach, ohne einen Grund dafür zu haben. Der Fluor ist bei Coffea schleimig und milchig, er wird beim Urinieren stärker. Manchmal ist er auch blutig mit starker Hyperästhesie und Empfindlichkeit der äußeren Geschlechtsorgane. Die Patientinnen haben mitunter ein krampfhaftes Gefühl tief in der Uterusregion. Es kommt zur Sinneswahrnehmung, als wolle etwas nach außen drücken und könnte nicht, da es ständig Spasmen auslöst. In der Arzneimittelprüfung kam es bei einer Prüferin zu einer nicht allzu starken Blutung, entgegen den sonstigen stärkeren Blutungen. Bei mehreren Prüferinnen entstand eine Überempfindlichkeit der Geschlechtsorgane, eine leichte Erregbarkeit und viel Lust. Es zeigte sich eine schnelle Erregbarkeit bei Berührung und das Verlangen nach heftigem, eher aggressivem Sex. Auch extrem empfindliche Brustwarzen und leichtes Ziehen in der Brust waren zu beobachten. Die Schmerzempfindlichkeit überwog beim Geschlechtsverkehr teilweise vor der Lustempfindung. Auch gab es die Abneigung gegen Berührung bzw. auch das Verlangen nach Zärtlichkeit. Als unangenehm wurden unter anderem Fahrradfahren, die Menstruationsbinden und enge Hosen empfunden.


SCHWANGERSCHAFT

In der Schwangerschaft kann es zu extrem starken Schmerzen bei drohendem Abort oder bei der Entbindung kommen. Auch allzu heftige Geburtswehen und schmerzhafte Nachwehen sind zu beobachten sowie eine klagende Geschwätzigkeit und eine extreme Todesfurcht während der Wehen und der Nachwehen. Die Patientin ist äußerst empfindlich gegen Schmerzen, schreit, hat Visionen und hört alle möglichen Geräusche. Auch Krämpfe im Wochenbett können auftreten. Unter den Wehen sind die Patientinnen sich sehr sicher, sterben zu müssen. Die Patientin fleht darum, jemand solle ihrem Leben ein Ende setzen.


HAUT

Bei Coffea tostra ist die Haut äußerst empfindlich, man findet Juckreiz und Kratzen bis zum Bluten. Auch eine Trockenheit der Haut und Ausschlag sind zu beobachten. Ausschlag und Jucken können am ganzen Körper auftreten, wobei sich das Jucken des Ausschlags mitunter in ein Brennen verwandelt. Es entstand eine starke Schweißbildung. Der Schweiß ist reichlich, kalt und klebrig. Das Schwitzen zeigt sich besonders an den Handflächen. In der Arzneimittelprüfung hatten mehrere Prüfer Hautsymptome mit Pickeln und vermehrter Schweißbildung. Bei einer Prüferin zeigten sich die Handflächen und Fußsohlen schwitzig und feucht. Nach 5 Tagen der Arzneimitteleinnahme begann ein Hautausschlag an den Handflächen und am Handrücken. Es kam zu einer roten, trockenen und schuppigen Haut. Der Juckreiz war heftig und führte zum Kratzen. Auch nachts kam es zum Aufwachen durch das Kratzen. Die Prüferin beobachtete, dass der Ausschlag an dem Tag stärker wurde, nachdem sie ihren Ärger nicht zum Ausdruck bringen konnte. Dieser Neurodermitisschub war ein Auftreten einer alten, schon weitgehend abgeheilten Neurodermitis.

FIEBER

Bei Coffea tosta zeigt sich Fieber in Kombination mit Schüttelfrost und Zähneklappern. Die Patienten haben das Gefühl, sie können gar nicht warm werden. Die Fröste steigen von den Fingern und Zehen zum Nacken und von dort zum Scheitel auf. Im Frostzustand führt die innerliche Einnahme von Cayennepfeffer zu allgemeiner Wärme, und der Patient fühlt sich furchtlos und mutig. Auch das Gefühl, als bewege sich abwechselnd Wärme und Kälte in den Därmen umher, tritt auf. Man findet eine übermäßige Hitze, dass die Patienten das Bedürfnis haben, die Kleidung von sich zu werfen, sich eine Weile in den Luftzug zu setzen. Auch Blutwallungen sind zu beobachten.

BEWEGUNGSAPPARAT

Im Arzneimittelbild von Coffea tosta findet sich ein Jucken der Gliedmaßen, Gliederschmerzen, Schweiße an den Handtellern und das Zittern der Hände beim Stillhalten einer Sache. Auch eine Ischalgie, mit anfallsweisen, zerreißenden, durchschießenden Schmerzen kann beobachtet werden. Die Schmerzen werden durch das Gehen verstärkt. Auch Wadenkrämpfe beim Anziehen des Knies und Krämpfe in den Fußsohlen treten auf. Auch Gicht mit der Tendenz zur Bildung von Gichtknoten und rheumatische Beschwerden sind zu beobachten. In der Arzneimittelprüfung waren Schwäche im Bewegungsapparat, Verspannungen im Rücken, Rückenschmerzen und Gelenkschmerzen zu beobachten. Die Schmerzen konnten in Schultern, Rücken und Hüften auftreten. Besonders in den Hüftgelenken waren die Schmerzen nach dem Geschlechtsverkehr extrem. Auch Wadenkrämpfe sind aufgetreten. Es wurde auch ein Zittern der Extremitäten beobachtet, ein Tremor als wenn man zuviel Alkohol getrunken hat.

NERVENSYSTEM UND SINNESORGANE

Im Arzneimittelbild von Coffea findet sich eine Überempfindlichkeit aller Sinne, besonders des Sehens, Hörens, des Geruchssinns und des Geschmackssinns. Auch ein Händezittern ist zu beobachten, die Patienten wissen nicht, was sie mit ihren Händen anfangen sollen. Ebenso sind Trigeminusneuralgien, besonders solche, die nächtlich beginnen und sich nächtlich verschlimmern zu beobachten. Auch Krämpfe bei Kindern, besonders bei zahnenden Kindern passen zu Coffea. Auch Krämpfe nach Überreizung, im Wochenbett, und Krämpfe mit Zähneknirschen kommen vor. In der Arzneimittelprüfung waren zum Teil eine gute Konzentrationskraft und zum Teil Nervosität und Gereiztheit zu beobachten. Die Konzentration war bei mehreren Prüfern gestört. Es herrschte Unruhe und auf Langsamkeit wurde mit Gereiztheit reagiert. Dies ist ein Thema, was ich bei mir selbst gut kenne. Wenn man jemandem etwas erklärt und dieser langsam im Begreifen ist. Auf Berlinisch nennt man dies auch „Schwer von Kapet“. Dieses Symptom ist allerdings nicht nur bei Coffea zu finden, sondern tritt auch bei Nux vomica und Arnica auf.

AUGEN

Bei Coffea tosta sind die Augen glänzend und die Pupillen erweitert. Man findet lebhafte und rote Augen und ungewöhnlich scharfes Sehen. Das Sehvermögen ist im Freien schärfer. Der Coffeapatient verträgt kein Kerzenlicht. Die Augen sind von einem breiten, trüben Hof umgeben. Man findet auch einen schmerzhaften Druck in den Augenbrauen. Auch eine Empfindung wie von Nebel vor den Augen kann vorkommen In der Arzneimittelprüfung fanden sich bei mehreren Prüfern Augenprobleme. Es kam zu unscharfem Sehen, die Augen mussten zusammengekniffen werden. Auch Augenschmerzen und ein Fremdkörpergefühl wurden beobachtet. Auch Stiche im Auge und im Augenlid sind aufgetreten und nach dem Absetzen des Mittels wieder verschwunden.

OHREN

Überempfindliches Gehör, die Musik klingt allzu stark und gellend, Widerwillen gegen Geräusche, die Geräusche sind dem Patienten unangenehm, Ohrneuralgien, Sausen in den Ohren. In der Arzneimittelprüfung konnte auch Ohrensausen beobachtet werden. Bei Coffea tosta findet sich ein Klingeln, Brausen, Sausen und Singen in den Ohren.


ANTIDOTE

Antidote für Coffea sind : Acidum aceticum, Aconitum, Chamomilla, China, Ignatia, Mercurius, Nux vomica, Opium, Pulsatilla, Sulfur und Tabacum.

Kaffee bzw. Coffea sind ein Antidot für viele homöpathische Arzneien, die wichtigsten sind: Aconitum, Arnica, Belladonna, Bryonia, Carbo vegetabilis, Chamomilla, Colocynthis, Ignatia, Kalium carbonicum, Nux vomica, Phosphorus, Pulsatilla, Psorinum und Rhus toxicodendron.

VERGLEICHSMITTEL

Vergleichsmittel von Coffea sind Aconitum, Agaricus, Arsenicum album, Belladonna, Cantharis, Causticum, Chamomilla, China, Cimicifuga, Cocculus, Conium, Cuprum, Cypripedium, Ferrum phosphoricum, Gelsemium, Glonoinum, Hyoscyamus, Hypericum, Ignatia, Natrium muriaticum, Nux vomica, Opium, Phosphorus, Stramonium, Strophantus, Thea und Zincum.

Vergleichsmittel bei Schlaflosigkeit sind Aconitum, Arnica, Avena sativa, Belladonna, Cannabis indica, Causticum, Chamomilla, China, Hyoscyamus, Mercurius solubilis, Nux vomica, Passiflora, Pulsatilla, Stramonium und Sulfur.

Folgemittel von Coffea sind : Acidum fluoricum, Aconitum, Aurum, Belladonna, Lycopodium, Nux vomica, Opium, Pulsatilla und Sulfur.

ZUSATZINFORMATION

EINE COFFEA GESCHICHTE VON E. & P. FRIEDRICH

Coffea war eine vollblütige, temperamentvolle und lebhafte Brasilianerin mit kaffeebrauner Haut. ihre Bewegungen waren flink und geschmeidig wie die einer Raubkatze, und auch ihr Hunger kam dem einer Löwin gleich. Gierig und voll Nervosität schlang sie das Essen eilig und in nicht gerade bescheidener Menge in sich hinein. Nach ihren Schwelgereien fühlte sie sich jedoch oft wie eine gestopfte Gans und verlangte sehnlichst nach einem Verdauungstrank. Ansonsten war Coffea ein feuriger Typ mit südländischer Begeisterungsfähigkeit. Sie war voller Aktivität, befand sich stets auf dem Sprung und konnte nicht ruhig sitzen. Ihre körperliche Kondition war so gut, dass sie als Sportlerin große Erfolge errang. Aber immer wieder geriet sie in einen Doping-Verdacht, was äußerst ärgerlich war. Wieso glaubten all ihre lahmen Konkurrenten immer wieder, dass sie ihre sportlichen Höchstleistungen nur mit verbotenen Anregungsmitteln erreichen konnte?

Ihre körperliche Hochform war nicht das einzige, was Coffea zu bieten hatte. Auch ihre geistige Brillianz war überragend. Da sie obendrein noch sehr viel Witz hatte, arbeitete sie in kürzester Zeit immer wieder geistreiche Sketche für das Fernsehen aus, die ebenfalls großen Anklang beim Publikum fanden. Ihre Gedankenzündung war so genial, dass sie bei ihren schöpferischen Arbeiten im Handumdrehen nebenbei viele brauchbare Erfindungen machte, die alle in Windeseile einen Produzenten fanden. Coffea ließ sich nicht leicht übertölpeln, denn ihre Adleraugen sahen auf einen Blick auch das Kleingedruckte in verwickelten Verträgen. Sie hatte zusätzlich eine überaus feine Nase und nahm sensibel die flüchtigsten Gerüche wahr. Dabei konnte es schon mal vorkommen, dass sie bei Unstimmigkeiten sagte: „Das stinkt nach Betrug!“ Hauchten sich ihre Vertragspartner manchmal noch schnell irgendeine hinterhältige Abmachung in die Ohren, so vermochte Coffea deren Worte deutlich zu hören. Außerdem konnte sie sich an die unwesentlichsten Bemerkungen und Vereinbarungen erinnern, auch wenn diese noch so lange Zeit zurücklagen. Coffea war sozusagen ein schlauer Fuchs, dem durch nichts beizukommen war.

Die Erfolge steigerten ihren Frohsinn, und ihr vergnügtes Wesen wiederum brachte ihr große Beliebtheit ein und abermals Erfolge. Coffea konnte tun, was sie wollte, es blieb nicht ohne erfreuliche Folgen. Die Heiterkeit und Munterkeit Coffeas waren durch nichts mehr zu bremsen, denn für sie schien es einfach keine Grenzen zu geben.

Auch privat zog Coffea viele Menschen an, die sich alle gerne von ihr erheitern ließen und großes Vergnügen an ihrer Gesellschaft fanden. Coffea genoss sozusagen immer wieder eine positive Verstärkung in all ihrem Tun. Je mehr Freude sie empfand, desto besser liefen die Geschäfte, desto anregender wurde das Leben, desto mehr Freude . . und so weiter. Jeder fragte sich, wann diese bewundernswerte Teufelsfrau wohl schliefe. Aber Coffea fand aufgrund ihres ununterbrochenen Gedankenandrangs und ihrer Ruhelosigkeit keinen Schlaf. Sie schlug sich die Nächte mit neuen Plänen und Luftschlössern oder aber mit neuen Liebhabern um die Ohren, denn auch ihre sexuellen Bedürfnisse waren nicht unerheblich.

Als ihr eines Tages der junge, gutaussehende Besitzer einer Kaffeeplantage einen Heiratsantrag machte, konnte Coffea ihr Glück nicht mehr fassen. ,,Nichts ist schwerer zu ertragen als eine Reihe von guten Tagen!" seufzte sie und fiel vor Freudestaumel in Ohnmacht. Aber nachdem sie wieder zu sich gekommen war, ging es ihr nicht viel besser. Ihre Nerven schienen den letzten Ansturm nicht mehr ertragen zu wollen, denn sie begann aufgeregt zu zittern und bekam einen hitzigen Kopf. ,,Mich trifft der Schlag! Mich trifft der Schlag! Ich habe wirklich Angst, dass mich der Schlag trifft!" rief sie immerzu, während sie sich mit ihren kalten Händen das feurigrote Gesicht kühlte. Dann griff sie sich an ihr jagendes Herz und eilte schließlich zum fünften Mal innerhalb von dreißig Minuten zur Toilette, weil ihr die Blase plötzlich zu klein wurde.

Die freudige Überraschung, die Coffeas Liebesleben eine so wunderbare Wende gegeben hatte, versetzte sie in eine unerträgliche Erregung. Auch wenn sie nicht in Ohnmacht fiel, schien es ihr immer wieder den Boden unter den Füßen wegzuziehen. Manchmal glaubte Coffea, sie bräuchte nur ein paar Flügelschläge zu machen und schon könnte sie für immer in den rosaroten Himmel entschweben. Aber bald bewölkte sich das Firmament, denn Coffeas Nerven hielten den Anforderungen nicht mehr Stand. Die erfolgreiche Alleskönnerin Coffea wurde von einer vernichtenden Übersensibilität gegen äußere Eindrücke erfasst.

Ihr Gehör war so empfindlich geworden, dass sie vorübereilende Schritte nicht ertragen konnte und Geräusche wahrnahm, die kein anderer jemals zuvor gehört hatte. Ihre Schlaflosigkeit zehrte sie aus, und so klagte sie immer häufiger schon am Morgen über Migräne. Wenn sie Musik hörte erschien ihr diese so schrill, dass sie davon Kopfschmerzen bekam, die ihr das Gehirn zu zerreißen drohten. Ihre Augen waren äußerst lichtempfindlich, und sie selbst konnte nicht einmal den kaum spürbaren Zugwind einer an ihr vorübergehenden Person aushalten. Sie wehrte sich hartnäckig, an die frische Luft zu gehen, weil sie das in ihrer Feinfühligkeit wohl nicht gut überstanden hätte. Ging sie dennoch einmal ins Freie, so ließen sie die Schmerzen das hinterher bitterlich bereuen.

Coffea mußte sich mit ihren Hochzeitsvorbereitungen befassen, was ihr noch mehr himmlische Gefühle bescherte. Phantasien beflügelten sie, und so sah sie sich in ihrem Hochzeitskleid wie eine weiße Wolke in das Paradies entschweben. Aus einer verzauberten Landschaft heimkehrend, trug sie ihr vergötternder und lächelnder Mann unentwegt auf den Armen herum. Als ihr während dieser Träumerei der Besuch ihres zukünftigen Bräutigams angekündigt wurde, verursachte ihr diese Überraschung zunächst ein kräftiges Herzklopfen und ein starkes Hitzegefühl. Dann wurde ihr erschreckt bewusst, dass sie in ihrer Aufmachung für ihren Bräutigam nicht schön genug war. ,,So darf er mich nicht sehen!" rief sie erregt und zitternd aus, während ihr vor Aufregung speiübel wurde.

Dennoch trat der Angebetete bald darauf ohne weitere Aufforderung ein. Coffea war so berührungsempfindlich, dass die Umarmung äußerst schmerzhaft für sie war. Als er ihr ein Brillanthalsband überreichte, fuhr ihr vor Verzückung ein Blitz in die Zahnnerven und verursachte ungeheuere Schmerzen. Es war schwer herauszufinden, ob Coffea vor Freude oder vor Schmerzen weinte, denn im Grunde genommen war es eine Mischung von beidem. Ihre Freudenschmerzen wurden so unerträglich, dass sie plötzlich verzweifelt zu schreien begann und in Todesangst verfiel. Glücklicherweise befand sich im Hause allerlei luxuriöser und überflüssiger Schnickschnack, wovon sich ein Gegenstand für Coffea lebensrettend erwies. Neben einem feuerspeienden Miniaturvulkan und einer kaffeespeienden Thermoskanne befand sich auf dem Tisch auch ein wasserspeiender Fisch, dessen Fontäne Coffea genau in den Mund traf, als sie sich während ihrer Schmerzens- schreie in seine Richtung beugte. Das eiskalte Wasser erwies sich als äußerst wohltuend, weshalb sich Coffea ihren Kopf gleich neben den kleinen Brunnen legte, um die Anwendungen auf dem frischesten Niveau zu halten.

Die Hochzeit war ein Fiasko, denn Coffea litt an einer schweren Gesichtsneuralgie. Allerdings wurden ihre schmerzverzerrten Grimassen für ein bezauberndes Lächeln gehalten. Was sollte es denn sonst sein? Nach einem Glas Wein wurde alles noch schlimmer. Aber das unangenehmste war der Kleiderdruck nach dem Essen. Coffea hatte nämlich gierig und voller Nervosität das zu üppige Hochzeitsmahl in sich hineingeschlungen, und nun trieben sie die Bauchschmerzen so zur Verzweiflung, dass sie sich am liebsten das einengende Brautkleid vom Leib gerissen hätte. Wie sehr sie ihre Schlemmerei auch bereuen mochte, ihr Bauch wurde davon nicht kleiner und das Kleid nicht lockerer. Sie bereute über alle Maßen, dass sie sich ein enganliegendes und figurbetontes Kleid ausgewählt hatte. Am Ende der Hochzeitsfeier konnte sich die Braut nicht mehr bewegen und musste wie ein aufgeblähter Mehlsack von ihrem Mann aus dem Restaurant geschleppt werden. Bereits da erkannte die Jungvermählte, dass sich ihre Träume wohl nie erfüllen würden.

Und so kam es tatsächlich. Auch am folgenden Tag konnte Coffeas Gemahl nicht mit ihr auf Engelsfüßen hereinschweben, sondern sie erhielt die knappe Botschaft: ,,Wir sind mitten in der Kaffee-Ernte und haben im Moment alle Hände voll zu tun!“ Diese Ernüchterung musste sie erst verkraften. Nun begann sie, ihren schnellen Eheentschluß immer mehr zu bereuen. Jeden Tag wurde sie ein Stückchen mehr aus ihren höheren Gefilden schwebend auf die Erde heruntergeholt. Coffea war über die Entwicklung enttäuscht und traurig.

SYMBOLIK, MÄRCHEN UND MYTHOLOGIE

BOMHARDT nennt als zu Coffea passende Märchen die Märchen aus 1001 Nacht. Zur Symbolik von Coffea gehören das Aufputschen, der Sympathicus, der Wein des Islam, Aroma, Bürgerlichkeit, die Kaffetante, der fleißige Sklave, verwelkt sein und der Wachmacher. Als Musik wird Beethovens „Ode an die Freude“ beschrieben. Astrologisch passen zu Coffea die Jungfrau, Sonne-Saturn und Uranus-Chiron. Als Landschaften und Länder finden sich der Orient, Wien, Südamerika und Venedig.

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