HYPERICUM PERFORATUM

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Hypericum Perforatum

URSUBSTANZ

Johanniskraut
Guttiferae; Europa, Westasien, Nordafrika

Systematik:

Synonyme: Hyper

Abkürzung in der Homöopathie: Hyper

PRÜFUNGEN

Viele Symptome stammen aus der empirischen Anwendung, besonders bei Verletzungsfolgen. Die Arznei ist jedoch gut geprüft: von Müller (in Hygea, Band 5), Stokes (siehe AE, Band 10, sowie Possart), Bruckner und Schelling (AHZ).

LEITSYMPTOME

Das Heilmittel schlechthin bei verletzten Nerven: von einfachen Stichverletzungen durch Nägel, Nadeln, Splitter, Rattenbisse etc., über Verletzungen reich sensibel innervierter Körperteile (namentlich Finger und Zehen) bis hin zu schweren Rückenmark- und Gerhirnerschütterungen. Es ist für diese Art von Verletzungen das was ARNICA, HAMAMELIS VIRGINIANA, RUTA etc.bei Prellungen und Quetschungen sind. CALENDULA OFFICINALIS bei Risswunden von Muskelgewebe und STAPHISAGRIA bei Schnittwunden. Es ist das ARNICA der Nerven.</br>

  • Verletzungen von nervenreichen Körperteilen, Nervenverletzungen
  • Gequetschte Finger
  • Schnitt-, Riss- und Stichwunden an Handflächen und Fußsohlen, Zunge, Augen, Genitalien
  • Zahnverletzungen, Zahnwurzelbruch
  • Offene Brüche
  • Kopf- und Wirbelsäulenverletzungen
  • Überdehnung des Rückenmarkes mit nachfolgenden Beinschmerzen (Brennen der Haut wie elektrisch in Unterschenkel und/oder Oberschenkel)
  • Kopfschmerzen oder Krämpfe nach Kopfverletzungen oder Gehirnerschütterung
  • Schmerzen bei Nervenentzündungen, Zahnwurzelentzündungen
  • Stärkste stechende, schießende Schmerzen
  • Schmerz strahlt entlang des Nerven in die Umgebung aus
  • Taubheitsgefühl, Ameisenkribbeln im betroffenen Gebiet

SCHLÜSSELSYMPTOME nach BOGER

REGION

  • SPINALE NERVEN
    • STEISSBEIN.
    • Interscapular.
    • Hirnhäute.

Scheitel.


SCHLECHTER

  • VERLETZUNG
    • ERSCHÜTTERUNG.
    • Kommotio.
    • Durchstechende.
    • Schock.
    • Quetschung.

Anstrengung. [Berührung.]
Wetterwechsel.
Nebel. Kälte.
Feuchtigkeit. Bewegung.


BESSER

Liegen auf dem Gesicht.
Rückwärts beugen.


LAZERIERTE, verletzte oder entzündete Nerven; zerquetschte Finger, usw. Verletzung von Gehirn oder Rückenmark oder Folgen davon. Sehr schmerzhafte, wunde Teile; Hinterkopf, Steißbein, usw. Kokzygodynie. Unerträglich, heftige, schießende, lanzierende Schmerzen entlang der Nerven; in Richtung Rumpf; an der Seite von Kopf oder Brust herab; im Epigastrium; im Bereich der BWS; Fingerspitzen, usw., mit Kribbeln und Taubheit. Neuritis, [als Folge von Verletzung. Neuralgie des Amputationsstumpfes]. Schaudern. Krämpfe. Tetanus.
Schweregefühl oder Ameisenlaufen im Gehirn. Kopf fühlt sich an wie auf einen Punkt zusammengezogen. Blubbern am Nabel. Trockenes Rektum. Herz scheint zu fallen. Schmerzhaft empfindliche Wirbelsäule. Commotio spinalis. Schmerzen in den Hüften, im Kreuz, nach der Entbindung. Glieder fühlen sich wie abgelöst an. Schmerzen im li. Ischias, nach langem Sitzen. Füße sind wie pelzig oder die Knochen schmerzen. Klaffende Wunden. Träume voller Mühen.

Verwandt: ARNICA MONTANA, LEDUM PALUSTRE, RHUS TOXICODENDRON

ÄTIOLOGIE

Johanniskraut hat einen besonderen Bezug zum Nervengewebe und wird vor allem bei Nervenentzündungen, Nervenverletzungen oder Verletzungen von mit zahlreichen Nerven versorgten Geweben angewandt, manche bezeichnen es gerne auch als „Nerven-Arnica”.


MODALITÄTEN

Verschlimmerung

  • Verletzung. Erschütterung.
  • Commotio: des Rückgrats, des Steißbeins.
  • Schock, Schlag
  • Prellung, Quetschung.
  • Anstrengung.
  • Berührung.
  • Wetterumschwung; Nebelwetter, nasskaltes Wetter.
  • Bewegung.

Besserung

  • Liegen auf dem Gesicht
  • Rückwärtsbeugen
  • Den Kopf nach hinten beugen


GEISTES- UND GEMÜTSSYMPTOME


Macht Fehler beim Schreiben; vergisst, was sie sagen wollte. Gefühl, als wäre sie hoch in die Luft gehoben, mit Angst, aus dieser Höhe herabzustürzen. Schwermütig.

ALLGEMEINSYMPTOME


Verlangen

Abneigungen

CHARAKTERISTISCHE SYMPTOME (Schema Kopf zu Fuß)

Kopf


Schwere- oder Kitzelgefühl im Gehirn. Empfindung, als wäre das Gehirn locker. Gefühl, als würde die Stirn mit einer eiskalten Hand betastet. Empfindung von Vergrößerung oder Verlängerung des Kopfes, als wäre dieser in eine Spitze ausgezogen. Klopfen auf dem Wirbel. Haarausfall; nach Verletzung. Phatak.

Schwer; Gefühl, als würde er (an der Stirn) von einer eiskalten Hand betastet. Pulsieren am Scheitel; < im engen Zimmer. Gefühl, als sei das Gehirn zusammengepresst. Rechtsseitige Gesichtsschmerzen. Geistige Ermüdung und Neurasthenie. Gesichtsneuralgie und Zahnschmerzen von ziehendem, reißendem Charakter; mit Traurigkeit. Gefühl, als würde der Kopf (auf einmal) länger; zu einer Spitze ausgezogen. Bei Schädelbruch, Knochensplittern. Lebendiges Gefühl im Gehirn. Schmerzen in Augen und Ohren. Haarausfall. Boericke.

Augen


Ohren


Nase


Gesicht


Aufgedunsen, heiß. Ekzem im Gesicht; der Ausschlag scheint unter der Haut zu liegen. Intensives Jucken. Phatak

Mund


Gefühl im Hals, als ob sich ein Wurm dort krümmte. Heißes Aufsteigen in der Speiseröhre, bei jedem Erschrecken, oder in Verbindung mit Bangigkeit.


Zähne: Zahnweh, besser beim Stillliegen auf der schmerzenden Seite.

Innerer Hals


Atemwege


Brust


Herz und Puls


Abdomen


Magen


Äußerer Hals und Rücken


Rektum, Anus und Stuhl


Harnorgane

Urin:

Männliche Genitalien


Weibliche Genitalien


Menstruation:

Extremitäten


Obere Extremitäten


Untere Extremitäten


Haut

Fieber und Frost

Schlaf

Träume

BESONDERE HINWEISE

Bewährte Indikationen

Thema des Arzneimittels

Körperlich:


Psychisch:


Hinweise zur Signatur:


Symbolik, Mythologie, Analogien aus Literatur und Künsten:


VERWANDTE MITTEL

Komplementärmittel/Ergänzungsmittel

Folgemittel

Zyklen

Kollateralmittel/Vergleichsmittel

Antidote

Es antidotiert

QUELLEN

C.M. Boger: Synoptik Key; Similimum-Verlag; ISBN 3-930256-30-4
S.R. Phatak: Homöopathische Arzneimittellehre, 3. überarbeitete Auflage, ISBN 3-437-56861-2
W. Boericke: Handbuch der homöopathischen Materia Medica, 3. überarbeitete Auflage, ISBN 3-8304-7205-6

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