LYCOPODIUM CLAVATUM

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Lycopodium clavatum

KURZBESCHREIBUNG NACH DR. JOH.-MATTHIAS BANSA

Konstitutionsmittel bei vorwiegend chronischen Krankheiten. Verdauungsschwäche bei Lebererkrankungen, Steinbildung in den Harnwegen, roter Satz im Urin, harnsauerer Diathese. Frühgealterte Patienten, schlaff, welk, unterernährt trotz gutem Appetits.

Besondere Kennzeichen: Beschwerden, die sich an der rechten Körperseite zeigen (z.B. Mandelentzündung re., Oberbauchbeschwerden re.) und nach hinten wandern können.

Verschlimmerung von 16 bis 20 Uhr. Völle und Auftreibung des Bauches schon nach wenigen Bissen, Hunger nachts. Verlangen nach Süßem, warmen Speisen und Getränken. Wärme wird trotz mangelnder Lebenswärme schlecht vertragen. Unverträglichkeiten von Kohl, Zwiebeln und Mehlspeisen.


URSUBSTANZ

LYCOPODIUM wurde 1835 von Hahnemann selbst in die Homöopathie eingeführt.

Der Keulenbärlapp ist die älteste Pflanze, die als Arzneimittel verwendet wird. Sie stammt entwicklungsgeschichtlich aus der Zeit des Silurs oder Devons und ist somit um die 450 Mio. Jahre alt. Ähnlich alt ist der SKORPION.
Die Pflanze bevorzugt trockene Wälder und kommt vor allem in Nadelwäldern und Heiden vor. Der bis 1 m lange, spärlich verzweigte Stengel kriecht auf dem Waldboden hin (Schlangenmoos). Er ist mit dicht anliegenden, spiralig gestellten Blättern bedeokt. Diese sind lineal, ganzrandig, gelblich-grün und enden in eine lange, weiße, aufwärts gekrümmte Haarspitze. Wurzeln sind nur spärlich vorhanden. An etwa 5 cm hohen aufrechten Zweigen, von denen ein Teil nur locker beblättert ist, entstehen im August an der Spitze gewöhnlich zu zwei bis drei die Sporangienähren. In den großen, nierenförmigen Sporangien bilden sich die Sporen, die als schwefelgelbes Pulver ausgestreut werden. Dieses ist nur schwer benetzbar und verpufft, wenn man es in eine Flamme bläst, mit leuchtenden Funken (Hexenmehl, Blitzpulver). Apotheker haben wegen der wasserabweisenden Eigenschaft des Pulvers gemahlene Sporen zum umhüllen von Tabletten verwendet.
Aus diesen mikroskopisch kleinen Sporen, die erst nach sechs bis sieben Jahren keimen, entwickeln sich die Vorkeime, an denen die Geschlechtsorgane entstehen. Es wechselt also stets eine geschlechtliche Generation mit einer ungeschlechtlichen ab (Generationswechsel). Die Pflanzen erreichen erst im 12.-15. Jahre ihre Geschlechtsreife. Lycopodium darf in Deutschland zum Sammeln für den Handel oder für gewerbliche Zwecke nicht freigegeben werden.

Lycopodium clavatum im Lehrbuch der Biologischen Heilmittel, Madaus, 1938 und auf Wikipedia.

Systematik: Plantae - Pteridophyta - Lycopsida - Lycopodiales - Lycopodiaceae - Lycopodium clavatum
Systematik auf provings.info

Synonyme: Bärlappsporen, Keulenbärlapp, Muscus terrestris repens, Kolbenbärlapp, Pes ursinus, Blitzpulver, Schlangenmoos


Abkürzung in der Homöopathie: lyc

PRÜFUNGEN

Samuel Hahnemann beschreibt die Arznei als Lycopodii pollen im 4. Teil der "Chronischen Krankheiten".

LEITSYMPTOME

  • Beschwerden der rechten Seite, von rechts nach links, von oben nach unten
  • Verschlechterung von 16:00 - 20:00 (4) und morgens beim Erwachen
  • Blähungen (physisch und psychisch)
  • Verlangen nach Süßem
  • Überkompensation von mangelndem Selbstwertgefühl, diktatorisch (3), "Radfahrermentalität": schmeichelt nach oben und tritt nach unten.
  • Theoretisieren

SCHLÜSSELSYMPTOME nach BOGER

REGION

  • ERNÄHRUNG
    • VERDAUUNGSTRAKT,
    • Pfortadersystem.
    • Haut.

HARNORGANE.

RECHTE SEITE

  • Nach links
    • HALS.
    • Brustkorb.
    • Ovar.

Gehirn.
Lungen.


SCHLECHTER

KLEIDERDRUCK.
WÄRME. Erwachen. Wind.
Essen; bis zur Sättigung; Austern.
Verdauungsschwäche.
16 bis 20 Uhr.


BESSER

WARME GETRÄNKE, Speisen, usw.
Kalte Anwendungen.

Bewegung. Aufstoßen.

Urinieren.

[Schwach durch Verdauungsstörungen.] Sich wiederholende oder abwechselnde Symptome; Beugung, dann Streckung; automatische Handlungen; Erröten, dann Erblassen, Frost folgt auf Frost, usw. Fortschreitende Beschwerden. Rückfälle. [Plötzliche Symptome.] Klopfen. Schmerzen bedingen Zorn, Zuckungen, usw. ÜBERSÄUERUNG; saurer Geschmack, Aufstoßen, Erbrechen, usw. Steine; Gallensteine, Harngrieß, Tophi. Gicht. Dünn, welk und voller BLÄHUNGEN. (Viele Blähungen scheinen bald da, bald dort, im Bauche, den Hypochondern, selbst im Rücken, der Ribben-Gegend und der Brust, Spannen und Glucksen zu erregen, welches stets durch leeres Aufstoßen gemildert wird.) Schwacher Kreislauf; scheint still zu stehen; Glieder gefühllos; taube Stellen. Absteigende Symptome; Abmagerung, usw. Frühe Senilität. Wassersucht.

[Verwirrung in alltäglichen Angelegenheiten.] Geistig aktiv, aber zunehmend schwächer. Kann nicht denken. (Er kann nichts tun, nichts denken; er bringt seine Zeit mit unbedeutenden Dingen hin, ohne sich entschließen zu können zu dem, was er zu tun hat.) Sagt falsche Worte oder lässt Worte aus, usw. (Er kann den Gedanken nicht festhalten; es wird ihm schwer, sich auszudrücken und die passenden Worte zu finden, vorzüglich abends.) (Versprechen mit Worten und Silben.) Lähmung des Gehirns. ERWACHT ÄRGERLICH, traurig oder ängstlich. Empfindsam und furchtsam. Abneigung, allein zu sein. Hasserfüllt, anmaßend, tyrannisch, anspruchsvoll, zurückhaltend oder verzweifelt. Kopfschmerz; Schmerz geht zur anderen Seite, wo er schlimmer wird; Pulsieren im Hinterkopf nachts; < wenn erhitzt. Haarausfall; (Die Kopf-Haare fallen in Menge aus, während an andern Stellen des Körpers sich Haare erzeugen.) wird grau. (Sie bekommt viele graue Haare.) Schuppen. Augen halb geöffnet. Hemiopie. Sieht Funken. FÄCHERARTIGE BEWEGUNG DER NASENFLÜGEL. (Nasen-Muskeln erst wie ausgedehnt, dann wieder zusammengezogen und verkürzt, wie aufgestülpt.) Nase verstopft; hinten trocken. Ozaena; scharf. Gelbliches Gesicht; blass, grau; faltige Stirn; Stirnrunzeln; Zucken. Hydrocephalus. Meningitis; tuberkulöse. Mund steht offen (MERCURIUS CORROSIVUS Mur-ac.). Wunde Lippen. Gelbe Zähne. Zunge; fährt schnell rein und raus; zitternd; geschwollen; schwer, hängt heraus; steif; eingerissen; schmerzvolle Blase auf der Spitze. Eine Kugel scheint im Halse aufzusteigen und bleibt dort stecken. (Es steigt ihr von unten herauf bis in den Schlund wie eine Kugel.) Wunder Hals (re.); < kalte Getänke. Diphtherie. Hunger, aber schnell gesättigt; BEREITS NACH WENIGEN BISSEN VÖLLEGEFÜHL. (Gleich nach dem Essen, ist der Bauch immer voll, gedrungen und aufgespannt, bis Abends, beim Sitzen, Gehen und Liegen; er hat dann keine Lust zum Gehen und bleibt sitzen.) Abneigung gegen Suppen. Unvollständiges Aufstoßen. Epigastrische Angst, Druck, usw. Nagen im Magen. Bandgefühl um die Taille. Empfindliche, angeschoppte Leber. HÄUFIGE, GERÄUSCHVOLLE FLATULENZ, < untere Gedärme. Meteorismus. [Flatulenz, drückt nach außen.] Abdomen; wund, < unterer Bereich; abwechselnde Seiten; braune Flecken auf dem Abdomen und auf der Brust. [Säuglingskoliken, < abends.] Stuhl, scheint im Darm zurückzubleiben, nach dem Stuhl; (Wenig Stuhl, mit Gefühl, als wenn noch viel zurückbliebe, und drauf sogleich viel schmerzhafte Blähungs-Anhäufung im Bauche.) enthält Sand. Abwechselnd Durchfall und Verstopfung. Hämorrhoiden, > heiß Baden. Häufiger Drang zum Urinieren, > Fahren im Wagen, usw. [Scharfer Urin.] Spärlicher Urin; schreit vor dem Urinieren; enthält roten Sand; unterdrückt. Sexuelle Erschöpfung. (Auf Beischlaf, Mattigkeit, den ganzen folgenden Tag.) Pollutionen. Heftige Dysmenorrhoe, mit Ohnmacht. Menses enthält Klumpen und Serum; < Stuhlgang. Scharfer oder periodischer Fluor. Schmerzhafter Koitus. Luft entweicht aus der Vagina. Verlangt Luft, aber fröstelt dadurch. Kurze, rasselnde Atmung. Salziger, grüngelber, klumpiger oder übelriechender Auswurf. Nicht ausgeheilte Pneumonie. [Trockener, quälender Husten, mit Abmagerung.] Mammae, schmerzend; wund; Knoten darin (li.). Achselabszess (re.). Glucksen (feines Klopfen) am Schulterblatt. Steifer Rücken, Hände taub; Krämpfe darin, und in den Füßen. Finger zucken im Schlaf; klebriger Schweiß darauf. Zuckende Schmerzen, die Beine herauf. Steingefühl unter der Ferse. Füße schlafen ein, < Fersen; scharfer Schweiß auf ihnen. TROCKENHEIT; Handflächen, Vagina, Haut, usw. Rauheit in den Falten, Brustwarzen, Anus, usw. Eiternde Hautausschläge. Zurückweichende Furunkel, Erysipele, usw. Vaskuläre Schwellungen. Erektile Tumore; < vor den Menses. Aneurisma. Schneller Puls, < Essen; abends. Kälte; eisig; Kopf, Hals, Magen; eines Fußes; < Husten. Frost, dann erbricht er; nach dem ersten Schlaf. Brennen zwischen den Schulterblättern. Überriechender, klebriger Achsel- oder Fußschweiß; wie Zwiebeln.

Verwandt: CARBO VEGETABILIS, SILICEA TERRA

Komplementär: CALCIUM CARBONICUM, Iod., KALIUM CARBONICUM, LACHESIS MUTA

[Folgemittel: CHELIDONIUM MAJUS oder GRAPHITES]



ÄTIOLOGIE

  • Beschwerden durch Zurückweisung (einziges 3-wertiges Mittel!)
  • Beschwerden durch Betrogen werden (3) (4-wertig: IGNATIA; weiters 3-wertig: AURUM und NATRIUM MURIATICUM)
  • Beschwerden durch Erwartungsspannung (3)
  • Beschwerden durch Widerspruch (einziges 3-wertiges Mittel! 2-wertig: AURUM)
  • Beschwerden durch unterdrückten Zorn (3)
  • Folge von gefühlsarmen Vätern

MODALITÄTEN

Verschlimmerung

  • <16:00 - 20:00 (einziges 4-wertiges Mittel! 3-wertig: THUJA)
  • <beim Erwachen
  • <Kleiderdruck
  • <Essen bis zur Sättigung
  • <Kohl, Bohnen, Gemüse, blähende Speisen; Austern
  • <Wärme, jedoch Besserung durch warme Speisen und Getränke
  • <geistige Anstrengung (3)

Besserung

  • >Warme Getränke
  • >Kalte Anwendungen
  • >Bewegung
  • >Aufstoßen
  • >Urinieren

MIASMATIK

Polymiasmatisches Mittel: Psora (2), Tuberkulose (3), Sykose (2), Syphilis (2)

KLINISCHE INDIKATIONEN

Allergien. Angst. Apoplexie. Arthritis. Asthma. Bindegewebserkrankungen. Bronchiolitis. Bronchitis. Bulimie (3). Cholezystitis. Chronisches-Erschöpfung-Syndrom. Morbus Crohn. Depression. Diabetes. Entwicklungsverzögerung. Ekzem. Gicht. Harnwegsinfektion. Hepatitis. Hernie. Herpes. Hypertonie. Impotenz. Kolik. Kolitis. Kolon irritabile. Kopfschmerzen. Maligne Erkrankungen. Migräne. Neuralgie. Nierensteine. Otitis media. Ovarialzysten. Pharyngitis. Pneumonie. Pyelonephritis. Sarkoidose. Sinusitis. Sklerodermie. Systemischer Lupus. Tinea. Tonsillitis. Ulkus pepticum. Urethritis. Uterusmyom. Vaginitis. Vorzeitiger Samenerguß. Warzen. Zirrhose. Zystitis.

GEISTES- UND GEMÜTSSYMPTOME

  • Gedächtnisschwäche (3), aber auch: Gedächtnis gut, aktiv (3). Verschlechterung durch geistige Anstrengung (3). Geistige Erschöpfung (3) (4-wertig: CARBOLICUM ACIDUM, PICRINICUM ACIDUM). Macht Fehler beim Schrieben (3) (weiters 3-wertig: LACHESIS, THUJA); lässt Buchstaben aus (einziges 3-wertiges Mittel!). Macht Fehler beim Sprechen, gebraucht falsche Silben (einziges 3-wertiges Mittel!). Fehler beim Sprechen, benutzt falsche Wörte (3) (weiters 3-wertig: CHINA, NUX MOSCHATA); sagt Pflaumen, wenn er Birnen meint (einziges 3-wertiges Mittel! 2-wertig: STRAMONIUM).

Bulimie (3) (weiters 3-wertig: CALCIUM CARBONICUM, CHINA, CINA, MERCUR, SEPIA, VERATRUM ALBUM). Jedoch auch: nach dem ersten Bissen satt.
Froh, wenn es donnert und blitzt (3) (weiters 3-wertig: SEPIA; 2-wertig: CARCINOSINUM).
Diktatorische (3-wertig und einziges Mittel!) oder hochmütige/arrogante (3) Geisteskrankheit. Weiters steht LYCOPODIUM als einziges und dreiwertiges Mittel in den Rubriken "Geisteskrankheit mit Neid" und "Geisteskrankheit-tadelt andere".

Psychogramm nach Hans-Jürgen Achtzehn und Andreas Krüger: Das Hauptziel von LYCOPODIUM ist es, zu Überleben, egal wie. So bekleidet er auch leitende Positionen, zeigen sich aber eher ungern und sind somit damit her Leute für die 2. Reihe. Dennoch streben sie eine gute Position in der Hierarchie an, da sie sich dort sicher vor Angriffen wähnen können. Angegriffen fühlen sie sich besonders durch Zweifel und von Personen, die mehr Wissen haben als er selbst. Somit ist es für LYCOPODIUM wichtig, ein möglichst großes und zugleich breites Spektrum an Wissen und Fähigkeiten abzudecken.
Die oft beschriebene Feigheit zeigt sich oft auch darin, dass er/sie die Konfrontation nicht sucht, da ein Verlieren mit dem Verlust der Stellung in der Hierarchie einhergehen könnte. Auch in Beziehungen gehen sie einer emotionalen Konfrontation aus dem Weg und verlässt sich vorwiegend auf seinen Intellekt. Gefühle werden nach Möglichkeit nicht gezeigt und eher als peinlich empfunden. Kommen Emotionen ins Spiel, so kann er dabei die Empfindung hat, von diesen überflutet zu werden. Der LYCOPODIUM-Mensch kann schnell darin sein, sich von seiner Position auch wieder zu verabschieden und eine neue Herausforderung zu suchen.
Andreas Krüger spricht vom "Hunger" als einer zentralen Thematik von LYCOPODIUM, mit dem starken Bedürfnis danach, endlich einmal satt zu werden (DD IGNATIA, NATRIUM MURIATICUM und besonders LAC CANINUM neben anderen Milche). Dieser Hunger kann sich auf der emotionalen und körperlichen Ebene zeigen, etwa durch die Symptome "Erwacht durch Hunger" und Träume von Hunger.
In der Sexualität ist dem LYCOPODIUM-Mann sexuelles Lob sehr wichtig, da er große Angst vor einem Versagen in diesem Bereich hat. Angst, dass der Penis zu klein ist.

ALLGEMEINSYMPTOME

Rechtsseitige Beschwerden oder Symptome, die von rechts nach links wandern.
Abmagerung bei alten Menschen (einziges 4-wertiges Mittel! 3-wertig: BARIUM CARBONICUM, IODUM).
Verschlechterung: um 16:00 - 20:00 (einziges 4-wertiges Mittel! 3-wertig: THUJA) oder von 15:00 - 19:00. Verschlechterung durch Essen bis zur Sättigung (4) (weiters 4-wertig: PULSATILLA; 3-wertig: PHOSPHORUS).
Erkältungsneigung (3) (4-wertig: BARIUM CARBONICUM, TUBERCULINUM; 3-wertig: ACONIT, ALUMINA, BRYONIA, CALCIUM PHOSPHORICUM, CHAMOMILLA, CISTUS CANADENSIS, DULCAMARA, HEPAR, KALIUM ARSENICOSUM, KALIUM CARBONICUM, KALIUM IODATUM, MEDORRHINUM, MERCURIUS, NATRIUM ARSENICOSUM, NATRIUM MURIATICUM, NITRICUM ACIDUM, NUX VOMICA, PSORINUM, RUMEX CRISPUS, SEPIA, SILICEA).

Verlangen

Süßigkeiten (3) (weiters 3-wertig: ARGENTUM NITRICUM, ARSEN, CANNABIS INDICA, CHINA PUDESCENS, CHININUM SULPHURICUM, KALIUM SULPHURICUM, SULPHUR). Alkohol. Warme Getränke.

Abneigungen

Austern. Kalte Getränke oder Speisen.

CHARAKTERISTISCHE SYMPTOME (Schema Kopf zu Fuß)

Kopf

Kopfschmerz, schlimmer auf der rechten Seite. Kopfschmerz, schlimmer durch Bettwärme. Kopfschmerzen schlimmer von 16:00 - 20:00.
Flattern der Nasenflügel bei Asthma oder Pneumonie.
Graues Haar. Haar wird grau (einziges 3-wertiges Mittel!). Alopecia (3).

Augen

Verlust des Sehvermögens in der Dämmerung (einziges 4-wertiges Mittel!) und/oder nachts (einziges 4-wertiges Mittel!).
Entzündungen (3) (weiters 3-wertig: ACONIT, ALLIUM CEPA, APIS, ARNICA, ARSEN, BELLADONNA, CALCIUM CARBONICUM, CALCIUM SULPHURICUM, EUPHRASIA OFFICINALIS, MERCURIUS, NATRIUM MURIATICUM, PSORINUM, PULSATILLA, RHUS TOXICODENDRON, SEPIA, SILICEA, SULPHUR).
Trockene Augen (3) (weiters 3-wertig: ACONIT, ALUMINA, ARSEN, BELLADONNA, MEZEREUM, NUX MOSCHATA, OPIUM, PULSATILLA, SULPHUR, VERATRUM ALBUM, ZINCUM).
Photophobie (3) (weiters 3-wertig: ACOIT, ARGENTUM NITRICUM, ARSEN, BARIUM CARBONICUM, BELLADONNA, CALCIUM CARBONICUM, CARBONEUM SULPHURATUM, CHINA, CONIUM, EUPHRASIA, GRAPHITES, LAC CANINUM, MERCURIUS, NATRIUM MURIATICUM, NATRIUM SULPHURICUM, NUX VOMICA, OPIUM, RHUS TOXICODENDRON, SULPHUR).
Eingerissene Augenwinkel.

Ohren


Nase

Überempfindlicher Geruchssinn (3) (weiters 3-wertig: ACONIT, AURUM, BELLADONNA, CHINA, COFFEA, GRAPHIT, IGNATIA, NUX VOMICA, OPIUM, PHOSPHORUS, SEPIA).
Flattern der Nasenflügel bei Asthma oder Pneumonie.

Gesicht

Stirnrunzeln (einziges 4-wertiges Mittel! 3-wertig: NUX VOMICA). Tiefe Furchen auf der Stirn oder in den Wangen.
Schwellung (3) (weiters 3-wertig: ACONIT, APIS, ARSEN, BELLADONNA, BOVISTA, BRYONIA, CALCIUM CARBONICUM, CHAMOMILLA, FERRUM METALLICUM, HEPAR SULPHURIS, MERCUR, NATRIUM MURIATICUM, OPIUM, RHUS TOXICODENDRON).

Mund


Zähne:

Innerer Hals

Pharyngitis rechts, oder von rechts nach links wandernd. Tonsillitis.
Halsschmerzen, die sich zumeist durch warme Getränke bessern.

Atemwege


Brust

Pneumonie: hochgradige Dyspnoe, Erschöpfung, schaumiger Auswurf, Rasseln in der Brust, nimmt Atemhilfsmuskeln in Anspruch, mit Flattern der Nasenflügel und faltiger Stirn.

Herz und Puls


Abdomen

Geblähtes und aufgetriebenes Abdomen, besser durch Aufstoßen und Windabgang, schlimmer nach Verzehr selbst kleiner Nahrungsmengen.
Erwacht nachts, um zu Essen. Bulimie.
Hepatitis (3) (weiters 3-wertig: ACONIT, ARSEN, BELLADONNA, CHELIDONIUM MAJUS, NATRIUM SULPHURICUM, NUX VOMICA).
Peritonitis/Enteritis (3) (weiters 3-wertig: ACONIT, ANTIMONIUM CRUDUM, APIS, ARSEN, BELLADONNA, BRYONIA, COLCHICUM, HYOSYAMUS, LACHESIS, LAUROCERASUS, PHOSPHOR, PYROGENIUM, RHUS TOXICODENDRON, TEREBENTHINAE OLEUM).

Magen

Magenschmerzen: verschlechtern sich durch nach vorne beugen (einziges 4-wertiges Mittel!).

Äußerer Hals und Rücken


Rektum, Anus und Stuhl


Harnorgane

Schmerzen des rechten Harnleiters (einziges 4-wertiges Mittel! 3-wertig: BERBERIS VULGARIS).
Blasenentzündung (3) (weiters 3-wertig: ACONIT, APIS, BELLADONNA, CANTHARIS, EQUISETUM HYEMALE, LACHESIS, PULSATILLA, SARSAPARILLA, SEPIA, TEREBINTHINAE OLEUM).
Urin:

Männliche Genitalien

Abneigung gegen Koitus (einziges 4-wertiges Mittel! 3-wertig: GRAPHITES).
Impotenz, insbesondere im Zusammensein mit seiner Frau. Erschlaffende Erektion kurz vor Beginn des Koitus. Vorzeitiger Samenerguss.
Herpes genitalis, besonders rechtsseitig und/oder sich den Oberschenkel abwärts ausbreitend.

Weibliche Genitalien

Entzündung der Ovarien (3) (weiters 3-wertig: ACONIT, APIS, BELLADONNA, MERCURIUS, PHOSPHORUS, PODOPHYLLUM, SABINA);
Menstruation:

Extremitäten

Kribbeln (3) (weiters 3-wertig: ACONIT, GRAPHIT, PETROLEUM, PHOSPHOR, PULSATILLA, RHUS TOXICODENDRON).

Obere Extremitäten

Hitze einer Hand mit Kälte der anderen.

Untere Extremitäten

Ischiasschmerzen: schlimmer im Liegen auf der Seite, besser beim Gehen.
Hüftschmerzen: schlimmer, wenn man anfängt zu gehen, aber besser durch Bewegung.
Hitze eines Fußes mit Kälte des anderen (einziges 4-wertiges Mittel! 3-wertig: PULSATILLA).
Hitze der Fußsohlen (einziges 4-wertiges Mittel! 3-wertig: AMBRA GRISEA, SULPHUR).
Hühneraugen (4) (weiters 4-wertig: SEPIA; 3-wertig: ANTIMONIUM CRUDUM, CALCIUM, RHUS TOXICODENDRON, SILICEA).
Aufgesprungene Haut an den Fersen. Übelriechende Füße.

Haut

Psoriasis, Ekzem. Warzen. Tinea.
Sommersprossen (4) (weiters 4-wertig: PHOSPHORUS; 3-wertig: SEPIA und SULPHUR).

Frost und Fieber

Schlaf

Schlaflage: rechts.
Erwacht durch Hunger.
Zusammenfahren beim Einschlafen (3) (weiters 3-wertig: ARSEN, BELLADONNA, HEPAR, SULPHUR, ZINCUM METALLICUM).
Extrem unausgeruht am Morgen.

Träume

Träume von Versagen.
Träumt, schläft mit einer Frau und kann nicht ejakulieren. Traum, er wird für sexuelle Unzulänglichkeiten von Frauen verspottet. Träumt, wird von Frauen verfolgt, die ihn auslachen.
Träume von Unfällen, kenternten Booten und Polizeieinsätzen. Träume von Uniformierten. Träume von Kämpfen, von Schlägereien, bei denen er sich versteckt. Träume von Meuterei. Träumt von Intrigen (DD LACHESIS, VIPERA BERUS, ZINCUM METALLICUM).
Träume von Hunger und Essen, das ihm vorenthalten wird. Träume von Brüsten.
Träume von Napoleon und anderen historischen Personen, besonders wenn sie mächtig und klein sind (A. Krüger). Träume von kleinen und schnellen Dingen. Träume von Pyramiden.
Träume mit Künzli-Punkt: Träumt von Riesen (DD BELLADONNA). Träume davon, bei der Matura/im Abi zu versagen.

BESONDERE HINWEISE

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LYCOPODIUM gilt wie viele Polychreste als Konstitutionsmittel bei vorwiegend chronischen Krankheiten. Kennzeichnend sind hier unter anderem Verdauungsschwäche bei Lebererkrankungen, Steinbildung in den Harnwegen, roter Satz im Urin sowie harnsaurer Diathese. Viele Autoren beschreiben frühgealterte Patienten, schlaff und welk, unterernährt trotz guten Appetits.

Beschwerden, die sich an der rechten Körperseite zeigen (z.B. Mandelentzündung re., Oberbauchbeschwerden re.) und nach hinten wandern können. Verschlimmerung von 16.00-20.00 Uhr. Völle und Auftreibung des Bauches schon nach wenig Bissen, Hunger nachts. Verlangen nach Süßem, warmen Speisen und Getränken. Wärme wird trotz mangelnder Lebenswärme schlecht vertragen. Unverträglichkeit von Kohl, Zwiebeln und Mehlspeisen.

Erscheinungsbild von LYCOPODIUM-Patienten:
Oft werden eher schlanke Gliedmaßen in Kombination mit einem aufgeblähtem Bauch genannt.
Tiefe Furchen auf der Stirn oder in den Wangen.
LYCOPODIUM trägt gerne Uniformen.

Arzneimittelbild bei Kindern:
Mager Kinder, die schlecht zunehmen. Bereits Babys werden als klein und faltig, mit Stirnrunzeln beschrieben. Sie lächeln wenig, ebenso wie ARSEN und NATRIUM MURIATICUM. Das Kind kann schon von früh an skeptisch und misstrauisch wirken, etwa Fremde sehr ängstlich und grimmig anschauen. Zur Mutter können sie sehr zutraulich und verschmust sein, zeigen dies aber evtl. nicht gern vor anderen. Wenn die Mutter in der Anamnese etwas peinliches über sie sagt, neigen sie dazu, ihr über den Mund zu fahren und zu leugnen, dass er/sie tatsächlich Bettnässt, Probleme mit dem Schreiben hat ect. Andere Arzneimittel wie STAPHISAGRIA nehmen solche Demütigungen vorerst kommentarlos hin.
Von der Körpergröße sind sie eher klein, ebenfalls wie AGARICUS, BUFO oder LACHESIS.
Hans-Jürgen Achtzehn beschreibt sie als mit einem "vokalen Wahrheitssinn" ausgestattet: Intention und Worte müssen übereinstimmen. LYCOPODIUM-Personen empfinden dann einen Missklang und Verwirrtheit, wenn hinter der getroffenen Aussage Wahrheit steckt. Daraus kann sich ein Misstrauen gegenüber Gefühlen - auch bezüglich der eigenen - entwickeln und der Schluss, dass es besser ist, sich nicht darauf zu verlassen, sondern vielmehr seinem Intellekt und seinem Tun den Vorrang zu geben. MERCUR besitzt verglichen dazu eher einen "Wahrhaftigkeitssinn": Wort und Tat müssen übereinstimmen.
LYCOPODIUM neigt dazu, sich bereits im Kindesalter "Untertanen" zu suchen, mit denen er seine soziale Stellung ausbaut.
Mädchen sind oft sehr jungenhaft, ähnlich wie SEPIA, und sind eher wenig gefühlsbetont. Somit wirken sie kernig und zäh.
Legasthenie: verdreht die Buchstaben oder lässt die Endungen weg, da er schneller denkt als schreibt. LYCOPODIUM steht jeweils 3-wertig in den Gemütsrubriken: Macht Fehler beim Schreiben; lässt Buchstaben aus. Macht Fehler beim Sprechen, benutzt falsche Silben; benutzt falsche Worte.

Bewährte Indikationen

Thema des Arzneimittels

Körperlich:
Hauptregionen nach Boger:
ERNÄHRUNG (VERDAUUNGSTRAKT. Pfortadersystem. Haut.) - HARNORGANE - RECHTE SEITE - Nach links (HALS. Brustkorb. Ovar.)
LYCOPODIUM gilt als eines der wichtigsten Lebermittel der Materia medica.

Psychisch:
Vithoulkas beschreibt die Essenz des Arzneimittels als "Feigheit".
Motiv nach Zippermayr: "Will bestimmen, präsent sein, scheut sich aber, sich zu äußern, zu exponieren, weil es sozialem Anpassungsdruck nachgeben, sich zurückhalten muss, keine Fehler machen darf, um nicht in Frage gestellt zu sein; Strategie: weicht trotz Unmut über Unterdrückung Konflikten aus;"


Hinweise zur Signatur:
Die Sporen sind stark wasserabweisend -> LYCOPODIUM-Charaktere haben Probleme damit, zu ihren Gefühlen zu kommen.
Die Sporen haben die Form eines Tetraeders -> Träume von Pyramiden.

Symbolik, Mythologie, Analogien aus Literatur und Künsten:

Napoleon Bonaparte

Typische LYCOPODIUM-Berufe: Anwalt, Polizist, Richter, Arzt, Homöopath.
Typische LYCOPODIUM-Personen: Napoleon Bonaparte, Alexander der Große (DD PLATIN), Friedrich der Große (DD ARSEN), Robin Hood;
LYCOPODIUM-Archetypen: Das Pokerface. Die Exekutive. Ägyptische Hierarchie.
Typisches LYCOPODIUM-Märchen: Das tapfere Schneiderlein: das arme Schneiderlein verschweigt kunstvoll die tatsächliche Wahrheit, um gut dazustehen und bekommt dadurch sogar die Prinzessin.

Das tapfere Schneiderlein

VERWANDTE MITTEL

Komplementärmittel/Ergänzungsmittel

CHELIDONIUM MAJUS, JODUM, LACHESIS, NATRIUM MURIATICUM, PULSATILLA, SEPIA, SULPHUR;

Folgemittel

Zyklen

LYCOPODIUM - SULPHUR - CALCIUM CARBONICUM

Kollateralmittel/Vergleichsmittel

ARGENTUM NITRICUM, ARSENICUM ALBUM, CARBO VEGETABILIS, GRAPHITES, MAGNESIUM MURIATICUM, MEDORRHINUM, NATRIUM MURIATICUM, NITRICUM ACIDUM, SULPHUR, THUJA;

Antidote

Es antidotiert

QUELLEN

C.M. Boger: Synoptik Key; Similimum-Verlag; ISBN 3-930256-30-4
Krüger, Andreas und Achtzehn, Hans-Jürgen: Lycopodium - Macht und Mächtigkeit, Verlag Homöopathie + Symbol, Berlin
Madaus, Gerhard: Lehrbuch der biologischen Heilmittel, Mediamed Verlag, Ravensburg, 1987
Morrison, Roger: Handbuch der homöopathischen Leitsymptome und Bestätigungssymptome, Kai Kröger Verlag, Groß Wittensee, 2. Auflage, 1997
Radar 9, Archibel
Wischner, Matthias: Materia medica für Anfänger, KVC Verlag, Essen, 2005
Zippermayr, Philipp: Die neue Materia medica der Motive, Verlag Peter Irl, Buchendorf bei München, 3. Auflage 2008

LINKS

Audios:
Enders, Norbert: Lycopodium - Das tapfere Schneiderlein mit online Hörprobe
Latour, Beate: Lycopodium - Der Bärlapp
Krüger, Andreas: Lycopodium, homöopathischer Sonntag mit online Hörprobe


Videos:
Exkurs über LYCOPODIUM bei Kindern
Demonstration von Lycopodiumpulver als Feuerwerk

Legende:
Zahl in Klammer entspricht der Wertigkeit des Symptoms in Radar.
Fettdruck im Fließtext: Symptom wurde von Morrison oder Barthel mit einem Punkt gekennzeichnet.