MEDORRHINUM

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Neisseria gonorrhoeae

URSUBSTANZ

Systematik: Procaryotae / Monera - Proteobacteria - Betaproteobacteria - Neisseriales - Neisseriaceae - Medorrhinum

Synonyme: Trippernosode, Glinicum (von Burnett selbst hergestellt), Micrococcus gon, Med., Gonorrhea Nosode, Glinicum, Neisseria gonorrhoeae, Sykosin;

Abkürzung in der Homöopathie: med

Medorrhinum ist eine Nosode und wird aus dem gonorrhoischen Eiter aus dem Urogenitaltrakt von Erkrankten gewonnen. Die Gonorrhoe, auch Tripper genannt, ist eine Geschlechtskrankheit, die seit der Antike bekannt ist und von dem grannegativen Bakterium Neisseria gonorrhoeae (Dipliococcus) ausgelöst, welches 1879 von Albert Neisser identifiziert wurde. Die Ansteckung erfolgt nur über Geschlechtsverkehr. Neben der Harnröhre sind vor Allem das Rektum, die Kehle und die Augen affiziert. Die Infektion tritt bei Männern häufiger auf, deren Folgen sind jedoch bei Frauen gravierender.
Die ersten Erscheinungen nach der Infektion manifestieren sich zumeist 3-5 Tage nach der Infektion an den Geschlechtsteilen, zumeist als eitriges Exsudat aus der Harnröhre mit Brennen beim Wasserlassen. Die Erkrankung verläuft häufig asymptomatisch.
Wenn sich die Bakterien über das Blut verbreiten, so können Entzündungsprozesse am ganzen Körper auftreten, etwa Gelenke (Kniegelenksentzündung, Sehnenentzündungen der kleinen Fingergelenke) oder die Herzklappen können betroffen sein. Hautausschläge wie Pickel, Pusteln, Erytheme oder Flecken können am Rumpf, den Gliedmaßen oder am Kopf auftreten.
Bei Fortschreiten der Infektion kann es zu einer gonorrhoischen Endokarditis oder zu gonorrhoischen Meningitis kommen, die sich durch Kopfschmerz, Nackenschmerz und -steifigkeit sowie Fieber und verminderte sensorische Funktionen auszeichnet.
Im 15. Jahrhundert erschien auch die Sphilis vermehrt in Europa und die beiden Krankheiten wurden selbst von Paracelsus für ein und die selbe gehalten. Der Pariser Arzt Thierry de Héry war im Jahre 1522 überzeugt, dass es zwei Gifte gäbe, von denen eines die Syphilis, das andere die Gonorrhoe verursache.
Hahnemann trennte im "Organon der Heilkunst" in §220 den "Feigwarzen-Tripper" klar von der Sypilis. Die Arznei wurde von Swan in die Materia medic eingeführt.

PRÜFUNGEN

Bereits 1833 erwähnte Hering das "Sykosin" als eines der Krankheitsgifte. 1870 bis 1875 verabreichte Swan das Arzneimittel erstmals an Kranke, 1880 erschien die erste detailierte Kasuistik. (Quelle: Genneper: Lehrbuch der Homöopathie
Die Prüfungen von Swan, Farrington, Berridge wurden mit hohen Potenzen durchgeführt.
56 Prüfer, darunter Kinder. Verwendete Potenzen: M und 3 MM. Prüfung von E. W. Berridge, MD., 1889, International Hahnemannian Association

THEMA

Körperlich: Folgen von unterdrücktem Tripper. Überschuss und Überfülle: von Sekreten, Zellwachstum,...

Psychisch: ABENDTEURER DURCH LEBENSHUNGER. Alles ist zu viel: die Sensorik, das Verlangen, die Energie, der Schaffensdrang. Fülle, Überfülle. SPALTUNG: Sehnsucht nach der fehlenden Hälfte; wechselt zwischen Extremen.

Nach Zippermayr: Gefühl, unter den gegebenen Umständen nicht hervortreten zu können, sich zurückhalten zu müssen, weil er/sie gegen die soziale Gewohnheit verstößt und sündhaft ist. Ist soziale Zuwendung nicht wert, und öffnet sich daher nicht, lässt sich nicht ein. Strategie: lässt sich nur unverbindlich ein, um soziale Verantwortung zu vermeiden.

LEITSYMPTOME

Körperlich:
heriditäre Sykose: erbliche Belastung durch Gonorrhoe, die sich in der reiterschen Trias zeigt: Konjunktivitis, Urethritis, Arthritis.
Gonorrhoischer Rheumatismus: Rheumatische Symptome in allen Körperteilen.
Chronische Otitis media, Rhinitis und Sinusitis, oft von Geburt an.
Kaut seine Finger- & FUSSNÄGEL.
Frühe Herzkrankheiten in der Familienanamnese.

Psychisch:
EXTREM: Ein dauerndes Schwanken zwischen extremen Zuständen. Ein ausgeglichener Zustand kann nicht lange gehalten werden. Dies gilt für alle Bereiche: Körper, Stimmungen und Emotionen, geistige Leistungsfähigkeit. Es können extreme Erfahrungen im Bereich Sexualität, Alkohol und Drogen und/oder Gewalt vorliegen. Große Gesten, großer Pathos, große Gaben.

SCHLÜSSELSYMPTOME nach BOGER

REGION

Gemüt. Nerven.
Schleimhäute.

Lymphsystem.

  • Zellgewebe
    • Lungen.
    • Becken.
    • [Kleine] Gelenke.

Wirbelsäule.

Nieren.

Linker Eierstock.


SCHLECHTER

Feuchtigkeit; Kälte.
Tagsüber. 3-4 Uhr nachts.
Nach Urinieren.
Berührung. Geschlossener Raum.
[Vor Gewitter.]


BESSER

LIEGEN AUF DEM BAUCH.
Beugen nach hinten. [Ausstrecken.]
Frische Luft. [Zufächeln.]
Unbedeckt sein. Starkes Reiben.
Küste. Nässe.
Sonnenuntergang. (Coca Lil-t. Sel.).


Steif, geschwollen, wundschmerzhaft und rheumatisch. [Zwergwuchs.] Viele Schmerzen. SYKOTISCHE ANLAGE; schwache Reaktion. Gelenke fühlen sich locker an. Reichliche, beißende Absonderungen; verursachen Jucken (Tell.). Fischgeruch. Nephritis. Kleine, sehr schmerzhafte Aphthen, Bläschen, usw. Brennen. [Brennen an der Zungenwurzel.] Ameisenlaufen; innerlich. Taubheit. Zittern. Abmagerung. [Saure Kinder. Übler Geruch. Tumore. Nachlassen der Kraft in den Gelenken.]
[Gedächtnis schwach, kann sich nicht konzentrieren; vergisst Worte, Namen; kann keine Sätze beenden. Geistige Verwirrung. Wildes Gefühl. Niederträchtigkeit. Grausamkeit. Dinge erscheinen fremd. Erzählt immer wieder das Gleiche. In Eile; ängstlich; reizbar; empfinlich. Vergesslich; bei Namen; bei ihren Vorhaben. Suizidgefährdet. Furchtsam. Vorahnung; sieht Dinge voraus. Verahrrt bei Ideen, oder Wechselnde, umherschweifende Gemütszustände. Impulsiv, abrupt oder grob. Viele Ideen; aber unbestimmt in der Durchführung; unverbindlich.] Empfindlich, nervös und in Eile. Fühlt sich weit entfernt, unreal; als sei jemand hinter ihr. Traurig, furchtsam und tränenreich. [Trostloses Aussehen (Cimic.); > Weinen. Schwindel; < im Scheitel. Enge am Kopf; Spannungsschmerzen; zieht an den Haaren.] Hinterhauptskopfschmerz erstreckt sich bis hinter die Augen. Zerzauster Kopf. [Schnupfen mit Verlust von Geruch und Geschmack. Retronasale Absonderung.] Gesicht; [gräulich, fettig,] grünlich; gelb am Haaransatz. ["Rote Spinnen" im Gesicht (re.). Gesichtsakne; < nach Menses.] Wasser schmeckt wie Parfüm. Ausatemluft fühlt sich heiß an. Verlangt nach Stimulantien. Morgenübelkeit. Schwangerschaftserbrechen. Schwerer Unterleib oder Prostata. Mahlende Kolik; muss die Füße anspannen. Dysmenorrhoe. Muss sich zurücklehnen, um Stuhl abzusetzen zu können; dann Frösteln. Cholera infantum. Feuerroter, feuchter, hefitg juckender Anus. Brühheißer ammoniakalischer Urin. Lufthunger. Husten, > beim Liegen auf dem Gesicht. Wunde, nässende oder eiskalte Brustwarzen. Schneiden, Kribbeln, Brennen über dem (li.) Schulterblatt. Fingerspitzen brennen und sind rissig. Schwere Beine. Empfindlich, juckende Fudßballen und Fußsohlen. Schläft in Knie- Brust- Lage. Ein kurzes Schläfchen erscheint lang, und bessert (Nux-v.). Kalte Haut, aber das Blut fühlt sich heiß an (Sec.). Brennende Hitze, mit Schweiß; wünscht sich zu entblößen, aber erkältet sich dadurch. Brennende Füße. Leichter Schweiß; gegen Morgen. [Heufieber. Schlechter Körpergeruch; kann ihn nicht abwachen (Lac-cc.). Zähne weich, krümelig. Aphthen unter der Zunge. Brennen im Epigastrium. Flatulenz mit Taubheitsgefühl. Absonderung dunkler Flüssigkeit aus dem Rektum. Ziehen in den Ovarien, > Pressen. Sykotisch bedingte Sterilität. Dysmenorrhoe. Reichliche, dunkle, klumpige, übelriechende Menses (Psor.). Blasiger Weißfluss (Am-c. Kreos.). Juckreiz; > Reiben. Lungen fühlen sich an wie mit Watte ausgestopft. Kann nicht ausatmen. Asthma; sykotisches; kindliches. Gefühl eines Hohlraumes in Brust oder Herz. Hitze in der Wirbelsäule. Wirbelsäule schmerzhaft und empfindlich. Arme behaart. Heiße Handflächen. Nägel kauen. Beinkrämpfe, > Ausstrecken des Beines. Juckende Wundheit. Kondylome. Sykotische rote Knoten. Tief rote Flecken.]

Verwandt: BARIUM CARBONICUM, NATRIUM MURIATICUM, PSORINUM, THUJA OCCIDENTALIS

Folgemittel: RHUS TOXICODENDRON

ÄTIOLOGIE

Unterdrückte und heriditäre Gonorrhoe.
Sexualisierte und lieblose Atmosphäre im Elternhaus.

MODALITÄTEN

Verschlimmerung

  • <im Landesinneren
  • <beschlossener Raum
  • <denken an die Probleme/Symptome (3)
  • <tagsüber: von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang: 4-16 Uhr
  • <3-4 Uhr nachts
  • <Hitze, Wärme (bei Kollaps, das Hautjucken)
  • <Zugluft
  • <Feuchtigkeit
  • <feuchtkaltes Wetter (3)
  • <vor Gewittern (Gliederschmerzen)
  • <Bewegung
  • <Steigen auf eine große Höhe (3)
  • <Berührung
  • <nach Urinieren

Besserung

  • >am Meer, durch Meerluft, durch Schwimmen im Meer.
  • >feuchtes Wetter
  • >frische Luft, zufächern
  • >sprechen über Probleme/Symptome
  • >weinen
  • >abends, nachts, nach Sonnenuntergang (SEPIA SUCCUS, LYCOPODIUM CLAVATUM, AURUM METALLICUM. DD SYPHILINUM: <nachts). Sonnenuntergang (DD COCA, LILIUM TIGRINUM, SELENIUM)
  • >liegen auf dem Bauch: abdominelle Beschwerden, Atemnot
  • >zurückbeugen (bei Verstopfung), ausstrecken
  • >starkes Reiben
  • >Rastlosigkeit der Extremitäten durch Festhalten
  • >unbedeckt sein
  • >durch Ausscheidungen

MIASMATIK

Leitnosode der Sykose (Feigwarzenkrankheit). Medorrhinum ist neben THUJA OCCIDENTALIS und ACIDUM NITRICUM das wichtigste Homöosykotikum (Antisykotikum). Nach Bönninghausen kann das Bild der Sykosis an den Symptomen von Thuja am klarsten studiert werden.

KLINISCHES BILD

Allergien, Angina pectoris, Angst, Arthritis deformans, Asthma, Aszites, Bindehautentzündung, Blepharitis, Ekzem, Früher Herzinfarkt, Herpes, Hypertonie, interstitielle Zystitis, Leukorrhoe, Lungenfibrose, manisch-depressive Zustände, Marasmus, Migräne, Multiple Sklerose, Nephritis, Ödeme, Otitis, Polyurie. Prostatitis. Proteinurie mit hyalinen Ausscheidungen. Ptosis. Reiter-Syndrom, Sinusitis, Ulcus pepticum, Urethritis, Vaginitis, Verhaltensstörung, Warzen, Wassersucht der serösen Höhlen.

GEISTES- UND GEMÜTSSYMPTOME

  • OSZILLATION ZWISCHEN EXTREMEN, sprunghaftes Verhalten: Leidenschaften werden exzessiv gelebt, lässt sich treiben und will keine Verantwortung übernehmen. Menschen, die alles erleben wollen. Extreme, wechselhafte Gemütszustände: Weichei/Macho; Tierliebe/quält Tiere,... Wechseln zwischen Größenphantasien und Minderwertigkeitsgefühlen. Lebens- und Liebeshunger, immer auf der Suche, nach seiner fehlenden Hälfte. Sehnsucht nach Verschmelzung, geht jedoch nur wenige tiefe Beziehungen ein, da er keine zwischenmenschlichen Verbindlichkeiten mag. Möchte sich losmachen von der eigenen Geschichte. So glücklich, es scheint, das Tor zum Himmel hätte sich geöffnet. Fühlt sich energiegeladen (3) (LACHESIS MUTA (3)). Sexuelle Ausschweifung (3) (weiteres 3-wertige Mittel: TUBERCULINUM).
  • "Wildes Gefühl" im Kopf LILIUM TIGRINUM; Furcht, verrückt zu werden (MANCINELLA, PULSATILLA PRATENSIS). Verzweifeltes Gefühl von beginnender Geisteskrankheit. Aggressivität bis hin zur Grausamkeit und Gewalttätigkeit. Gemüt, Gedanken, zwingen, nötigen ihn, etwas zu tun (3) (ebenfalls 3-wertig: HYOSCYAMUS NIGER). Gemüt, Grausamkeit gegnüber Tieren: einziges 3-wertiges Mittel (1-wertig: ABROTANUM, ARSENICUM ALBUM, ACIDUM NITRICUM).
  • Ängste: jemand sei hinter ihm (neben: THUJA OCCIDENTALIS), verfolge ihn. Hört Flüstern, sieht Geister (HYOSCYAMUS, PHOSPHORUS, STRAMONIUM), die hinter den Möbeln hervorschauen und sie ansehen. Gemüt, Furcht vor eingebildeten Dinge (4) (3-wertig: BELLADONNA, STRAMONIUM). Alles wirkt unwirklich; wie weit weg. Gefühl von Abgehobenheit und Ausdehnung (ALUMINA, CANNABIS INDICA). Furcht vor der Dunkelheit (CALCIUM CARBONICUM, LYCOPODIUM CLAVATUM, PULSATILLA PRATENSIS, STRAMONIUM). Furcht, er sei am Sterben. Gefühl, vergiftet zu sein. Furcht zu fallen. Angst vor tiefem Wasser bei Schwimmern. Gemüt, Furcht vor Unglück (4) (3-wertige: CHININUM SULFURICUM, NUX VOMICA, PSORINUM)
  • Hellsichtigkeit: Zukunftsvorhersage, prekognitive Träume, Telepathie, starke Intuition (CHINA OFFICINALIS, IGNATIA AMARA, LACHESIS, PHOSPHORUS). Todesahnung und das Gefühl, als ob etwas Schreckliches geschehen werde. Vorahnungen, sieht Dinge voraus. Sieht Menschen hereinkommen, die sie ansehen und "Komm!" flüstern. Sieht große Menschen, Ratten, Insekten im Zimmer. Gemüt, Wahnidee, er würde berührt: einziges 3-wertiges Mittel, 2-wertig: RHUS TOXICODENDRON, THUJA OCCIDENTALIS. ..., am Kopf (3), 1-wertig FICUS MACROPHYLLA
  • Gedächtnisschwäche (3), schwierige Konzentration: Verliert den Faden während dem Sprechen (ALUMINA). Vergisst Tatsachen, Persönlichkeiten, Namen, was er gerade gelesen/erlebt hat. Vergisst, was er soeben geschrieben hat (DD LYCOPODIUM CLAVATUM, THUJA OCCIDENTALIS). Legasthenie: macht Fehler beim Buchstabieren und Schreiben. Lesen und schreiben macht nervös und zornig. Erzählt immer wieder das Gleiche. Viele Ideen, aber unbestimmt in der Durchführung. Tagträumereien. Neigung, Arbeiten aufzuschieben, weil sie zu langwierig erscheinen oder als ob man sie nicht schaffen könne. Medorrhinum steht jedoch auch als einziges Mittel 3-wertig in der Rubrik "Gemüt, Gedanken, schnell". Gemüt, Unfälle verwickelt, oft in (3) (andere 3-wertige: ARNICA MONTANA, STAPHISAGRIA; 2-wertige: CAPSICUM ANNUUM, LYSSINUM, PLUTONIUM NITRICUM, PULSATILLA PRATENSIS.
  • Große Empfindsamkeit. Kann nicht sprechen, ohne zu weinen. Weint beim Erzählen seiner Symptome (3)(weitere 3-wertige: PULSATILLA PRATENSIS, SEPIA SUCCUS; 2-wertige: GRAPHITES, KALIUM CARBONICUM). Leicht beleidigt: ein vermeintlich wirscher Blick kann zu stundenlanger Verzweiflung führen: Gemüt, Empfindlich gegen Grobheit (3) (weiteres 3-wertiges Mittel: STAPHISAGRIA). Versichert sich oft, ober er/sie nicht zu viel, zu laut, zu aufdringlich war. Sehr empfindliche Reaktion auf Drogen und Alkohol.
  • Alles erscheint unwirklich (ALUMINA). Desorientiert in Zeit und Raum. Traum, wie in einem (2), 3-wertige Mittel: COFFEA CRUDA, NUX MOSCHATA, OPIUM, STRAMONIUM.
  • Hast, ist in großer Eile (3) (andere 3-wertige: DULCAMARA, LILIUM TIGRINUM, MERCURIUS SOLUBILIS, NATRIUM MURIATICUM, SILICEA TERRA, ACIDUM SULFURICUM, SULPHUR, TARENTULA HISPANICA). Die Zeit vergeht zu langsam. (CANNABIS INDICA, ARGENTUM NITRICUM). Empfindung, als sei gerade Geschehenes schon lange her (eine Woche).
  • Fühlt sich schuldig, als ob er ein unentschuldbares Verbrechen begangen habe. Große Angst um das Seelenheil, die stark religiöse Züge annehmen kann, sodass kompensatorisch missionarischer Eifer entwickelt wird. Hat die Hoffnung auf Heilung aufgegeben, erwartet immer das Schlimmste. Ständiges Gefühl, etwas falsch zu machen. Kent beschreibt Melancholie mit Suizidgedanken.

Zwänge wie dauerndes Händewaschen können auftreten.
Beschwerden durch Erwartungsspannung (3) (4-wertig: ARGENTUM NITRICUM, GELSEMIUM SEMPERVIRENS. Andere 3-wertige: CALCIUM CARBONICUM, CARCINOSINUM, GRAPHITES, IGNATIA AMARA, LYCOPODIUM CLAVATUM, PSORINUM, PULSATILLA PRATENSIS, SILICEA TERRA), aus Angst, die Kontrolle zu verlieren PHOSPHORUS, vor größeren Lebensereignissen wie Hochzeit oder Umzug. Freidenker, Individualisten: Unabhängig, flexiebel distanziert (DD ARGENTUM NITRICM, MERCURIUS SOLUBILIS), jedoch ohne dickköpfig zu sein. Bleiben selten Einzelgänger, weil sie anregende Gesellschaft sehr schätzen.
Bei fortgeschrittener Pathologie sind Abbauerscheinungen wie Einsiedelei, Phobien, Depression und Apathie möglich: extreme Introvertiertheit, sehr scheu und schüchtern.

Elendt spricht von einer Unvollständigkeit der Integrationsleistung des Ichs, einem Konflikt zw. Über-Ich und Es. Heé, Förster: Es konnte keine gefestigt Identität gebildet werden, was zu einer fragilen Persönlichkeitsstruktur und hypochondrischen Ängsten.

Bei Kindern sind oft Verhaltensstörungen mit übermäßiger Aggression und körperlichen Beschwerden wie Ekzemen, Rhinitis oder Asthma zu beobachten. Das Aussehen ist blass und wie schlecht ernährt, Boger beschreibt Zwergwuchs. Durch emotionale Traumata kann es jedoch auch zum Rückzug nach innen kommen.
Bailey beschreibt Medorrhinum-Kinder als furchtlos und neugierig, das Einschrenkungen von Seiten der Eltern ignoriert, sich gerne mit Fremden unterhält und mit "Warums" Löcher in den Bauch fragt. Es weist eine frühe soziale und sprachliche Entwicklung auf: Gemüt, frühreife, altkluge Kinder (3) (weitere 3-wertige: LACHESIS MUTA, VERATRUM ALBUM). Ungehorsam - Kindern, bei (3) (weitere 3-wertige: CAPSICUM ANNUUM, PLUMBUM METALLICUM, TARENTULA HISPANICA). Verwegenheit, bei Kindern (3) (3-wertige: AGARICUS MUSCARIUS, ARNICA MONTANA, STAPHISAGRIA).
Die Kinder können sexuell sehr früh entwickelt sein, wobei häufiges Masturbieren und inzestuöse Impulse vorkommen können.
Das Kind wird am Abend nie müde, möchte nachts nicht schlafen, spielt im Bett.
Raba beschreibt ein welkes, ältliches Aussehen von Kindern und Babys, die wie greise aussehen ARSENICUM ALBUM. Es können fleischige, blumenkohlartige Warzen vorkommen.
Es kann sowohl extreme Tierliebe als auch Tierquälerei vorkommen.
Gemüt, Beißen (3), andere 3-wertige Mittel: ARSENICUM ALBUM, ARUM TRIPHYLLUM, BARIUM CARBONICUM, BELLADONNA, LYSSINUM, STRAMONIUM.
Gemüt, Beißen, Nägel (3), andere 3-wertige Mittel: ARUM TRIPHYLLUM, BARIUM CARBONICUM, VERATRUM ALBUM.

Bonath beschreibt die Indikationen von Medorrhinum bei Hyperaktivität folgendermaßen: vital, überschießend, überdreht, laut, ohne Grenzen, unbändige Energie, immer in Eile. Extrem gegensätzliches Verhalten, z. B. bezüglich Extro- und Introversion. Extrem kurze Aufmerksamkeitsspanne, auch beim spielen. Gewalttätig gegen andere Kinder, Eltern, Eltern. Zwänge, z. B. Händewaschen. Allergische Reaktionen mit Sinusitis und Rhinitis.

Erscheinungsbild: In der modernen Literatur findet man viele interessante Beschreibungen des Medorrhinum-Menschen:
Beeindruckendes, lautes Auftreten: Ich-Hypertrophie, lautes Sprechen, spricht extrem viel und emotional (LACHESIS MUTA); spricht nur von sich. Raumfordernd: Gemüt, exzentrisch, überspannt (3) (LACHESIS MUTA(3))erwartet viel Aufmerksamkeit vom Behandler, was sehr anstrengend und einem zu viel sein kann. Es wird eine Neigung, Anglizismen in die Alltagssprache einzubauen, beschrieben.
Medorrhinum-Typen beiderlei Geschlechter wirken temperamentvoll und leidenschaftlich.
Jugendliche können rücksichtslos und eitel wirken, aber auch überraschend schnell reif werden.
Medorrhinum zeichnet sich durch Enthusiasmus, Weltoffenheit und Liebe zum Leben aus, ein Mensch, der die vielen Erfahrungen, die er/sie gemacht hat gut integrieren kann. Er ist zugleich objektiv und freundlich (wie der selbstsichere LYCOPODIUM CLAVATUM-Typ). Bei beiden Geschlechtern wird eine gewisse Androgynität und homo- und bisexuelle Neigungen beschrieben.
Neigung zur Sucht: Suchtartiges Fernsehen oder Computerspielen bei Kindern und Jugendlichen. Spielsucht. Alkoholismus. Eifersucht (2), 4-wertige Mittel: HYOSCYAMUS NIGER, LACHESIS MUTA, NUX VOMICA; 3-wertig: PLATINUM METALLICUM.
Energetische Ausstrahlung (DD BELLADONNA, IGNATIA AMARA, LACHESIS MUTA, SULPHUR), der Konstitutionstyp ist bei Künstlern sehr verbreitet.
Kleidung: Westernboots, Cowboystiefel mit Sporen, neonfarbene Kunststofftrainingsanzüge. Nudisten: Liebt es nackt zu sein.

Neben dem hypertonen Bild von Medorrhinum mit der raumfordernden Fülle wird ebenfalls ein
hypertoner Zustand beschrieben, in dem die Anlage zur Fülle und zum lustvollen Exzess im Leben zur Gänze unterdrückt und bei anderen verachtet wird.

Physiognomische Merkmale: Breites, eckiges Geschit, große Nase, "Schweinsaugen". Volle Lippen, lange Augenwimpern: Sinnlichkeit und Sensibilität.

ALLGEMEINSYMPTOME

Unterdrückte Gonorrhoe (3) (weitere 3-wertige: CANTHARIS VESICATORIA, SULPHUR, THUJA OCCIDENTALIS). Angeborene Beschwerden bei Kindern: schnelle Abmagerung, Marasmus. Zwergenhafte und entwicklungsretardierte Kinder mit chronischen katarrhalischen Zuständen. Behinderte Kinder (3) (weitere 3-wertige: AGARICUS MUSCARIUS, CARBO VEGETABILIS, CAUSTICUM, MERCURIUS SOLUBILIS).
Kollapszustände und Zittern am ganzen Körper.
Anämie (3).
Große Empfindlichkeit für Schmerzen.
Gefühl von Zusammenschnüren im ganzen Körper.
Empfindlich gegen die Berührung von Personen, die ihm zuwider sind.
Empfindlich gegen Schmerzen (3).
Verlangen nach frischer Luft, Verlangen, angefächert zu werden (1) (3-wertig: CARBO VEGETABILIS).
Neuralgien.
Mangel an Reaktion (3) (4-wertig: OPIUM); aber auch übermäßige körperliche Reizbarkeit (3).
Reichliche, beißende Absonderungen, verursachen Jucken (TELLURIUM).
Starke Körperbehaarung.
Kreuzweise Symptome: rechts oben, links unten.
Schmerzqualität: Viele Schmerzen, v. A. brennend. Unerträgliche stechende, wie wund, gequetscht, zerschlagen, reißende, ziehende Schmerzen mit Spannungsgefühl, > Wärme. Zittern und Prickeln der Nerven. Ameisenlaufen am ganzen Körper. Gefühl von innerem Zittern. Schwäche (3).
Schmerzen beginnen plötzlich und enden allmählich.

CHARAKTERISTISCHE SYMPTOME (Schema Kopf zu Fuß)

Kopf

„Wildes Gefühl“ im Kopf.
Kopfschmerzen durch Anstrengung, Fahren im Wagen. < im Hinterkopf. Migräne mit kaleidoskopartigen visuellen Aura.
Wandernde Kopfneuralgien, <nasskaltes Wetter. Bandgefühl um den Kopf.
Schwindel beim Bücken, < Bewegung, > hinlegen.
Gewicht und Druck im Scheitel.
Herpetischer Ausschlag der Kopfhaut, Schuppenflechte, Schuppen.
Extreme Spannung der Kopfhaut.
Bohrt den Kopf in das Kopfkissen.
Wirft den Kopf bei Schmerzen hin und her, rollt den Kopf.
Gefühl, jemand berührt ihren Kopf, fühlt eine zarte Hand, die über den Kopf streichelt;

Schmerzqualität: brennende Schmerzen, die tief im Gehirn sitzen; stechend: kommen und gehen plötzlich. < Licht, husten.

Haar: sehr dicht, trocken, spröde und kraus. Zerzaustes Aussehen. Schuppen.

Augen

Gereizte, brennende Lider, chronische Entzündungen, die Wimpern fallen aus. Bindehautentzündung mit Hornhautgeschwüren. Blepharitis (3), mit starker Schwellung. Die Augen sind morgens verklebt (3).
Gefühl, als würden die Augen hervorstehen, als würde an ihnen gezogen.
Die Augäpfel schmerzen, Gefühl von Stöckchen, Sand oder Splitter in den Augen. Spannungsgefühl der Augenmuskeln. Ptosis.
Visusstörungen: Flackern vor den Augen; verschwommenes Sehen. Schwarze oder braune Flecken im Blickfeld. Gegenstände erscheinen doppelt oder zu klein. Eingebildete Gegenstände.
Schwellung unter den Augen (APIS MELLIFICA, ARSENICUM ALBUM, HEPAR SULFURIS, KALIUM CARBONICUM).
Fremdkörpergefühl erst im rechten, dann im linken Auge.

Ohren

Schwerhörigkeit. Teilweise bzw. vorübergehende Taubheit.
Chronische Otitis media, v. A. links.
Eingebildete Stimmen und Gespräche.
Pulsieren, Jucken und Krabbeln in den Ohren.
Stechender Schmerz (rechts, geht von außen nach innen). Empfindung eines kriechenden Wurms im rechten Ohr.
Ohrringlöcher heilen nicht, bilden Geschwüre und eitern durch unechten Schmuck, v. A. links.

Nase

Kinder mit chronischen katarrhalischen Zuständen der Nase und des Rachens. Retronasale Absonderungen. Der Schleim ist dick, weiß bis gelb; die Choanen sind verstopft mit Geschmacks- und Geruchsverlust (PULSATILLA PRATENSIS).
Blutige Absonderungen, Nasenbluten (3).
Kalte Nasenspitze.
Die Schleimhaut ist für Atemluft empfindlich.
Heftiges Jucken, Gefühl von Wundheit und Krabbeln im linken Nasenloch, wie von einem Tausendfüßler.
Epitheliome.

Gesicht

Blässe, grünlich-gelbes, wächsern (3) ( weitere 3-wertige: APIS MELLIFICA, ARSENICUM ALBUM). Kränkliche Farbe (3). Gelbfärbung des Gesichtes, v. A. um die Augen herum, wie von einem Schlag. Gelber Streifen, quer über die Stirn. Trostloses Aussehen (CIMICIFUGA RACEMOSA).

Glänzende Haut, Herpes, Akne, rote Flecken und kleine Furunkel, die während der Menses auftreten.
Rheumatische Schmerzen und Starre des Gesichtes.
Schwellung der Unterkieferdrüsen.

Mund

Verdickte Lippen durch Mundatmung.
Aphten: unter der Zunge.
Blasen auf der Innenseite von Lippen und Wangen. Die Haut löst sich in Fetzen ab. Fieberbläschen um den Mund.
Reichlicher Speichelfluss. Fadenziehender Schleim in Mund und Rachen.
Fauliger Atem. Kupferartiger Geschmack (MERCURIUS SOLUBILIS).
Muss sich dauernd räuspern.
Laute Sprache, lautes Lachen, welches mit Grunzen endet (HYOSCYAMUS NIGER). Zähne: weich und krümelig. Karies zwischen den oberen Schneidezähnen. Empfindlichkeit der Zähne beim Kauen.
Zunge: braun und dick belegt, mit Blasen. Wasser schmeckt wie Parfum.
Epitheliome.

Innerer Hals

Reizung im Hals, wie abgeschabt.
Neigung, sich anhaltend zu räuspern (3) (3-wertig: CAUSTICUM)

Atemwege

Chronische Bronchitis, Bronchiektasen, Asthma seit der Kindheit, zusammen mit Ekzem. Allgemeines, Erkältung, Erkältungsneigung (3).
Pollinose.
Asthma bei Kindern von sykotischen Eltern (NATRIUM SULFURICUM).
Heiserkeit beim Lesen.
Atembeklemmung, beginnende Tuberkulose. Atemnot, bereits in jungen Jahren: kann nicht ausatmen, aber leichtes Einatmen (SAMBUCUS NIGRA). > durch Knie-Ellenbogen-Lage oder liegen auf dem Bauch oder Gesicht, < im warmen Raum. Erstickungsgefühl und Kurzatmigkeit bei der geringsten Anstrengung. Die Lunge fühlt sich an wie mit Watte ausgestopft.
Brennende Hitze in der Brust.
Lufthunger.
Ausatemluft fühlt sich heiß an.
Chronischer, trockener Husten nachts. Der Patient kann nicht genug husten, um den weiß bis grünlichen, zähen Schleim nach oben zu bringen (CAUSTICUM). Husten mit Rasselgeräuschen.
Wundes Gefühl: des Kehlkopfs, Brust, Mammae. Spasmen und Trockenheit des Kehlkopfes.

Brust

Angina pectoris (3) (weitere 3-wertige: AMMONIUM CARBONICUM, APIS MELLIFICA, ARGENTUM NITRICUM, ARNICA MONTANA, ARSENICUM ALBUM, AURUM METALLICUM, AURUM MURIATICUM, CACTUS GRANDIFLORUS, CHININUM ARSENICOSUM, LATRODECTUS MACTANS, NAJA TRIPUDIANS, ACIDUM OXALICUM, PHOSPHORUS, RHUS TOXICODENDRON, SPIGELIA ANTHELMIA, SPONGIA TOSTA).
Große Hitze und Brennen in der Brust; viele Schmerzen. Rheumatische Beschwerden, < feuchtkaltes Wetter.
Gefühl eines Hohlraums in der Brust oder im Herzen.
Medorrhinum kann helfen, wenn ein an Gonorrhoe Erkrankter droht, an Tuberkulose zu erkranken: Brust - Tuberkulose im engeren Sinn - Anfangsstadium (3) (weitere 3-wertige: CALCIUM CARBONICUM, CALCIUM PHOSPHORICUM, HEPAR SULPHURIS, KALIUM CARBONICUM, KALIUM PHOSPHORICUM, LYCOPODIUM CLAVATUM, PHOSPHORUS, PSORINUM, PULSATILLA PRATENSIS, SENECIO AUREUS, SILICEA TERRA, STANNUM METALLICUM, TUBERCULINUM; Brust - Tuberkulose im engeren Sinn - sykotisch (3).

Herz und Puls

Herzflattern, Herzklopfen, Brennen im Herzen, erstreckt sich bis in den linken Arm. Die Schmerzen sind heftig, schneidend, stechend.
Herzbeschwerden nach Streptokokkeninfektion oder rheumatischer Arthritis (LEDUM PALUSTRE, LYCOPODIUM CLAVATUM).
Gefühl eines Hohlraums in der Brust oder im Herzen.

Abdomen

Wassersucht der serösen Höhlen, Aszites.
Heftiger, greifender Schmerz von Leber und Milz. Liegen auf dem Bauch bessert.
Heftiger Schmerz in der Magengrube, wie von tausenden Nadeln, die sich durch das Fleisch schieben (Leberabszess).
Brennen im Epigastrium.
Pulsierendes Gefühl. Leberkongestion.
Schmerzen und Schwellung der Leistendrüsen.
Schwangerschaftserbrechen.

Magen

Heißhunger bald nach dem Essen. Oder: Völlige Appetitlosigkeit. Nagendes Gefühl im Magen, keine Linderung durch Essen oder Trinken.
Viel Durst, träumt sogar vom trinken.
Ulkus pepticum mit Schmerzen, die den Patienten um 2.00 morgens (3) aufwecken.
Erbrechen in der Schwangerschaft(3) (weitere 3-wertige: ASARUM EUROPAEUM, KREOSOTUM, ACIDUM LACTICUM, NUX VOMICA, SEPIA SUCCUS, TABACUM). Flaues Gefühl in der Magengegend. Erbrechen von dickem Schleim und schwarzer Galle. Erbrechen ohne Übelkeit.
Qualvolle Magenschmerzen: krallend; < durch anziehen der Knie, > durch Essen.
Gastritis vor neuem Job (Erwartungsangst!).
Vergebliches und unvollständiges Aufstoßen (3), Auftreibung (3).

Verlangen

STIMULANZIEN: Spirituosen, Likör, Tabak, Salz, Süßigkeiten, hartes, unreifes Obst (3-wertig, einziges Mittel!!!), Saures. Orangen, Eis(würfel) (2) (3-wertig: VERATRUM ALBUM), fettes Fleisch. Helles Bier. Kaffeesatz. Viel Durst auf kalte Getränke.

Abneigungen

Auberginen, schleimige Speisen, Bohnen und Erbsen.

Äußerer Hals und Rücken

Bösartige Beschwerden der äußeren Halsdrüsen (3).
Schmerzen im Rücken, mit brennender Hitze. Hitze im oberen Bereich der WS. Ziehende Schmerzen.
„Lahmer Rücken“. Steifheit beim Aufstehen/Beginn der Bewegung, Lumbago. Stechende, messerschrfe Schmerzen, < durch feuchtkaltes Wetter. Lumbosakrale Schmerzen, die oft bis in die Beine ausstrahlen.
Ziehen in Nacken und Rücken. Schmerzen von der linken bis zur rechten Schulter.
Schneiden, Kribbeln, Brennen über dem (linken) Schulterblatt.
Hitze in der Wirbelsäule. Die Wirbelsäule ist schmerzhaft und empfindlich.

Stuhl und Anus

Feuerrotes, scharf umgrenztes Windelekzem (durch Kontakt mit Stuhl) (THUJA OCCIDENTALIS: durch Kontakt mit Urin). Rubrik: Rektum - Hautausschläge - Anus, um den - Exanthem, flüchtiges - Kindern, bei - Neugeborenen, bei (3-wertig, einziges Mittel!)
Hering beschreibt mehrere Fälle von Cholera infantum mit Opisthotonus, Erbrechen und wässrigem Durchfall, wobei reichliche Absonderungen von Blut und Eiter auftragen. Weißer Durchfall.
Diarrhoe nach unterdrückter Gonorrhoe (3-wertig, einziges Mittel!)
Verstopfung, Inaktivität des Darmes: der Stuhl kann nur durch sich-zurücklehnen und heftiges drücken entleert werden; gefolgt von Frösteln. Schwarzer Stuhl.
Stuhlgang schmerzhaft bis zum weinen.
Schmerzhafte Kloßgefühl an der hinteren Oberfläche des Sphinkters.
Nässen mit schleimigen Absonderungen aus dem Anus, die nach Fisch riechen.
Intensives Jucken am Anus (SULPHUR).
Hämorrhoiden, die nicht bluten, anfallsweise schmerzen, mit heißer Schwellung der linken Seite des Anus.
Madenwürmer.

Harnorgane

Dunkler, brühheißer ammoniakalischer Urin. Tyler beschreibt auch farblosen Urinn und Diabetes. Häutschen auf dem Urin. Proteinurie mit hyalinen Ausscheidungen mit wächsernem Aussehen des Patienten, Ödemen der Knöchel und Füße und empfindlichen und heißen, bläulichen Fußsohlen.
Schmerzhafter Tenesmus beim Urinieren. Urehtritis, Urethra-Strikturen. Nephritis. Chronische oder rezidivierende Zystitis. Wiederkehrende Zystitis bei Kindern (3) (3-wertig: STAPHISAGRIA, 2-wertig: SEPIA SUCCUS). Blaseninaktivität. Polyurie. Vermehrtes Urinieren während der Menses. Ständiges Wasserlassen nachts.
Enuresis nocturna.
Gonorrhoische Absonderungen aus der Harnröhre (3) (weitere 3-wertige Mittel: AGNUS CASTUS, CANNABIS SATIVA, CANTHARIS VESICATORIA, KALIUM CHLORICUM, MERCURIUS SOLUBILIS, NATRIUM SULFURICUM, ACIDUM NITRICUM, PULSATILLA PRATENSIS, SEPIA SUCCUS, THUJA OCCIDENTALIS).
Nierenkolik (BERBERIS VULGARIS, OCIMUM CANUM, PAREIRA BRAVA).
Rektum- und Blasentenesmus beim Urinieren.
Gefühl des Brodelns in der (rechten) Nierengegend. Kneifender Schmerz in der Gegend der Nebennieren.

Männliche Genitalien

FOLGEN UNTERDRÜCKTER GONORRHOE! Akuter Tripper (Tyler).
Chronischer Ausfluss aus der Harnröhre, welche schmerzt und entzunden ist; v. A. in Kombination mit rheumatischen Beschwerden und gesundheitlichem Verfall.
Prostatitis, Prostata vergrößert, mit häufigem Harndrang und schmerzhafter Miktion.
Hodenverhärtung (3), Orchitis durch unterdrückte GO (3), Epididmitis, Schmerzen in den Samensträngen, v. A. links.
Extremer Sexualtrieb, extremes Sexualverhalten: Sexuelles Verlangen vermehrt (3) (weitere 3-wertige: ANANTHERUM MURICATUM, BARIUM MURIATICUM, CALCIUM CARBONICUM, CALCIUM PHOSPHORICUM, CANNABIS INDICA, CANTHARIS VESICATORIA, CONIUM MACULATUM, LYCOPODIUM CLAVATUM, LYSSINUM, NUX VOMICA, PHOSPHORUS, ACIDUM PICRINICUM, PLATINUM METALLICUM, PULSATILLA PRATENSIS, SELENIUM METALLICUM, SILICEA TERRA, STAPHISAGRIA, TUBERCULINUM, ZINCUM METALLICUM). Masturbation bei kleinen Kindern.
Nächtliche Pollutionen, gefolgt von großer Schwäche.
Kondylome.
Impotenz (3).

Weibliche Genitalien

FOLGEN UNTERDRÜCKTER GONORRHOE! Akuter Tripper (Tyler).
Chronische Störungen der Beckenorgane.
Intensiver Juckreiz.
Ausfluss, der nach Fisch riecht, möglicherweise grünlich, bereits bei kleinen Mädchen: dünnflüssig, scharf und wundmachend. Blasiger Weißfluss (AMMONIUM CARBONICUM, KREOSOTUM).
Kondylome.
Entzündungen der Ovarien nach unterdrückter GO (3) (2-wertig: CANTHARIS VESICATORIA).
Chronische Schmerzen und Tumore der Ovarien.
Extremer Sexualtrieb, extremes Sexualverhalten. Masturbation bei kleine Kindern.
Sterilität.
Die Brustwarzen sind wund, nässend, eiskalt, wund und empfindlich.
Große, aber schmerzfreie Schwellung der linken Brust (Tyler).
Menstruation: schmerzhaft mit schneidenden Schmerzen und sehr stark, das Sekret ist stinkend, dunkel, koaguliert (PSORINUM). Brennende Schmerzen in Kreuzbein und Hüfte während der Menses. Die Flecken sind schwer auszuwaschen. Harndrang gesteigert und heftige Koliken während Menses. Dysmenorrhoe.
Erhöhtes Sexuelles Verlangen nach den Menses.

Extremitäten

Rastlosigkeit, > durch Festhalten. Zittern der Glieder.
Chronischer Rheumatismus. Rheumatische Schmerzen (3); nach unterdrückter GO (3) (weiteres 3-wertiges Mittel: THUJA OCCIDENTALIS). Unterträgliche, spannende Schmerzen.
Arthritis deformans (3). Ödeme der Extremitäten mit Steifigkeit. Gliederschmerzen (3), < durch Gewitter (3).
Gichtige Konkremente. Die rheumatischen Entzündungen verschlimmern sich durch Bewegung. Ist keine Schwellung vorhanden, so bessert die Bewegung jedoch (RHUS TOXICODENDRON). Gefühl von Wundheit am ganzen Körper und im Periost.
Kälte der Gliedmaßen. Brennende Handflächen und Fußsohlen.
Die Gelenke fühlen sich locker an; nachlassende Kraft in den Gelenken.

Obere Extremitäten

Brennen der Hände und Füße, will sie entblößen und anfächern.
Taubheit der Arme und Hände, v. A. links.
Verdickte Fingergelenke.
Karpaltunnelsyndrom (einziges 3-wertige Mittel! 2-wertig: NATRIUM MURIATICUM, PULSATILLA PRATENSIS, NUX VOMICA).
Rheumatische Schmerzen der Schulter (3); der Hände (3), brennend (3).

Untere Extremitäten

Unruhe in den Unterschenkeln, Füßen.
Kinder haben zappelige Füße beim Sitzen. Ruhelosigkeit der Füße (3)(weitere 3-wertige Mittel:RHUS TOXICODENDRON,ZINCUM METALLICUM)) , der Unterschenke (3) (weitere 3-wertige: AMMONIUM CARBONICUM, ARSENICUM ALBUM, FERRUM METALLICUM, RHUS TOXICODENDRON, TARENTULA HISPANICA, TUBERCULINUM, ZINCUM METALLICUM).
Knieprobleme.
Schwellung der Knie, auf Druck bleiben Dellen zurück.
Große Empfindlichkeit der Fußsohlen (3), kann nicht auf Steinen oder Felsen laufen, trägt am Strand Schuhe. Schwellung der Knöchel (3). Schwellung und Jucken der Fußsohlen. Hitze der Fußsohlen bei Kindern, will sie anfächern oder barfuß auf kaltem Boden laufen. Deckt nachts die Füße ab (2) (3-wertig: CHAMOMILLA; 2-wertig: ACIDUM FLUORICUM, 1-wertig: LAC CANINUM, LYCOPODIUM, PULSATILLA PRATENSIS, SANGUINARIA CANADENSIS, SANICULA AQUA, SULPHUR, ).
Starke Schwellung der Fußgelenke. Wundschmerz der Fußsohlen beim Gehen (3), muss auf den Knien gehen.
Schwere Beine mit brennender Hitze, die die ganze Nacht schmerzen, kann sie nicht ruhig halten (ZINCUM METALLICUM).
Kalte, schweißige Füße. Die Beine sind bis zu den Knien kalt. Kalte Zehen.
Gekrümmtes, unbeholfenes, hölzernes Gehen. Neigung zum Umknöcheln beim Gehen. Taubheit der Oberschenkel. Muss seine Beine dauernd ausstrecken.
Krämpfe der Fußsohlen und Waden.
Ischialgie, v. A. links. Ziehender, rheumatischer, wunder Schmerz.
Während eines Gewitters schießen die Schmerzen die Beine hoch.
Krämpfe der Beine und Füße, >Ausstrecken der Beine.

Haut

Heftiges und dauerndes Jucken, < nachts und beim denken daran.
Feuerrote Windeldermatitis um den Anus.
Kalte Haut, aber das Blut fühlt sich heiß an (SECALE CORNUTUM). Kalte Haut, aber wirft die Decke ab.
Brennende Hitze mit Schweiß, wünscht sich zu entblößen, aber erkältet sich dadurch.
Schlechter Körpergeruch, der sich nicht abwaschen lässt (LAC CANINUM).
Aggressive Urtikaria.
Kupferfarbene Flecken.
Kopfgrind.
Warzen oder Tumore. Wucherungen, Kondylome (3).

Fieber/Frost

Will angefächert werden (CARBO VEGETABILIS).
Auf- & absteigende Frostschauer am Rücken.
Kälte der Extremitäten.
Hitzewallungen in Gesicht und Hals.
Nachtschweiße und auszehrende Fieber.
Täglich für 4 Monate ab 15, 16 Uhr.

Schlaf

Erwachsene schlafen in Bauchlage (3). Bei Kindern: Knie-Ellenbogen-Lage (3) (einziges 3-wertiges Mittel, 2-wertige: CALCIUM PHOSPHORICUM, CARCINOSINUM, LYCOPODIUM CLAVATUM, PHOSPHORUS, TUBERCULINUM. Schläft auf dem Rücken, mit den Händen über dem Kopf (PULSATILLA PRATENSIS).
Ein kurzes Schläfchen erscheint lange und bessert (NUX VOMICA, PULSATILLA). Müde, kann aber in der ersten Nachthälfte nicht einschlafen.
Starke Nachtschweiße.
Hört im Schlaf alles und beantwortet Fragen, als ob er wach wäre.
Angst beim Einschlafen in der Dunkelheit; beim Erwachen, als wäre etwas Schreckliches passiert.

Träume

schreckliche Träume von Geistern, Tote, Zombies. Fürchtet sich vor den Nächten. Träumt zu trinken (ARSENICUM ALBUM, PHOSPHORUS).
Träume von Gorillas, Haifischen. Träume vom Teufel. Träume von Andreas Krüger.

BESONDERE HINWEISE

Bei einer heriditären sykotischen Belastung werden zumeist seltene Gaben einer hohen Potenz empfohlen. Medorrhinum kann zum Einsatz kommen, wenn gut gewählte Mittel aufgrund der miasmatischen Belastung nicht oder nur palliativ wirken.

VERWANDTE MITTEL

Kollateralmittel

ANACARDIUM ORIENTALE, BARIUM CARBONICUM, CANNABIS INDICA, CARCINOSINUM, GALEGA OFFICINALIS, LACHESIS MUTA, LACTUCA SATIVA, LACTUCA VIROSA, LYCOPODIUM CLAVATUM, NATRIUM MURIATICUM, NATRIUM SULFURICUM, NUX VOMICA, PLATINUM METALLICUM, PSORINUM, PULSATILLA PRATENSIS, SULPHUR, SYPHILINUM, THUJA OCCIDENTALIS, TUBERCULINUM, ZINCUM METALLICUM;

Folgemittel

RHUS TOXICODENDRON

Antidote

IPECACUANHA

Es antidotiert

Symbolik, Mythologie, Analogien aus Literatur und Künsten:
Prinz Hal in Shakespeares Heinrich IV + Heinrich V.
Der Turmbau von Babel: Größenwahn, Sprachverwirrung.

QUELLEN

Bailey, Philip M.: Psychologische Homöopathie, Knaur Verlag, vollständige Taschenbuchausgabe, 2000
Barthel, Horst: Charakteristika homöopathischer Arzneimittel, Barthel & Barthel Verlag, Berg, 2. Auflage, 1993
Blasig-Jäger, Thomas; Vint, Peter: Arzneimittelbeziehungen, Hahnemann Institut, 2. Auflage, 1999
Boericke, William: Handbuch der homöopthischen Materia medica, Haug Verlag, Stuttgart, 3. Auflage, 2004
Boger, C. M.: Synoptic Key, Similimum Verlag, deutsche Ausgabe, 2002
Bonath, Thomas: Homöopathie bei ADHS, Urban & Fischer Verlag, Elsevier GmbH München, 1. Auflage 2004
Elendt, Dieter: Psychodynamik homöopathischer Arzneimittel, 2004
Foerster, Gisela; Heé, Hansjörg: Vergleichende Arzneimittellehre homöopathischer Polychreste, Haug Verlag, Stuttgart, 2002
Gienow, Peter: Homöopathische Miasmen: Die Sykose, Sonntag Verlag
Kent, James Tyler: Gesamte homöopathische Arzneimittellehre, Narayana Verlag, 1. Auflage 2007
Krüger, Andreas et al: Medorrhinum - Unterricht, Verlag Homöopathie + Symbol
Morrison, Roger: Handbuch der homöopathischen Leitsymptome und Bestätigungssymptome, Kai Kröger Verlag, Groß Wittensee, 2. Auflage, 1997
Raba, Peter: Göttliche Homöopathie, Andromeda Verlag, 2003
Radar 9, Archibel
Sankaran, Rajan: Die Seele der Arzneimittel, Narayana Verlag
Sonnenschmidt, Rosina: Mediale Mittel in der Homöopathie, Sonntag Verlag, 2003
Tyler, M. L.: Homöopathische Arzneimittelbilder, Burgdorf Verlag, Göttingen, 1993
Vithoulkas, George: Essenzen homöopathischer Arzneimittel, Faust Verlag
Zippermayr, Philipp: Die neue Materia medica der Motive, Verlag Peter Irl, Buchendorf bei München, 3. Auflage 2008

LINKS

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Enders, Norbert; Koch, Ulrich; Latour, Beate: Medorrhinum - Die Polarität der Fülle mit online Hörprobe
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Genneper, Thomas: Lehrbuch der Homöopathie: Grundlagen und Praxis
Gothe, Alexander; Drinnenberg, Julia: Homöopathische Leit-bilder auf google books
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Krüger, Andreas: Medorrhinum-Unterricht mit online Hörprobe
Krüger, Andreas: Homöopathischer Sonntag, Medorrhinum
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Latour, Beate: Medorrhinum - Die Tripper-Nosode, online Hörprobe
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Vermeulen, Frans: Homöopathische Substanzen - vom Element zum Arzneimittelbild auf google books

Taxonomie

Legende:
Zahl in Klammer entspricht der Wertigkeit des Symptoms in Radar.
Fettdruck im Fließtext: Symptom wurde von Morrison oder Barthel mit einem Punkt gekennzeichnet.